Woltersdorfs Parlament im Juni

2. Juli 2010 Aus Von BerndWohlers

Die gestrige Sitzung der Gemeindevertreter wurde von Frau Hochmuth glänzend über die Runden gebracht, obendrein sprach sie laut und deutlich. Es begann mit dem Bericht des Bürgermeisters, der zuerst einmal mitteilte, dass die Decke des Speisesaals vom Kommunalen Küchenbetrieb abgesackt ist und das Gebäude weiträumig gesperrt wurde. Die Abrißparty des Karnevalvereins findet dennoch statt, verständlicherweise nun im Freien. Weiter führte er aus, dass der Bauhof 11.000 Euro Gewinn verbuchte, für welchen Zeitraum hat er uns verschwiegen. Die Sport- und Freizeitanlagen Woltersdorf benötigt 30.000 Euro Zuschuss, die sollen den Betrieb vor der Zahlungsunfähigkeit retten. Die FAW hat 52 Anmeldungen für das kommende Schuljahr, davon 12 aus Woltersdorf. Eine schriftliche Anfrage von Prof. Dr. Stock (CDU), ob sich der Gleisbau für die Straßenbahn um eine Woche verlängert, beantwortete der BM mit Nein. Dr. Vogel brachte vom Treffen der Bürgermeister beim Städte-Gemeinde-Bund Brandenburg eine neue Definitation mit, die lautet: „Gemeinderat, Gemeindeamt und Bürgermeister müssen eine Einheit bilden. Dann fuhr er fort: „Er hofft, dass es hier bald besser wird.“ Ob solche Sprüche kloppen hilft?

Der Architekt Brüne stellte zum dritten Mal das Projekt, Alte Schule, vor und deren Sanierung wurde mit großer Mehrheit, in einer namentlichen Abstimmung, angenommen. Jetzt kann gebaut werden, durchgesetzt hat sich der geänderte Bauantrag. Die Obergrenze der Gesamtkosten darf 775.000 Euro nicht übersteigen. Positiv finde ich den Zusatz den Dr. Schultz (CDU) einbrachte und in dem festgeschrieben wurde, das es keine Festlegung für ein Betreiberkonzept geben soll, damit bleibt die Flexibilität für die innere Gestaltung völlig offen.

Wolfgang Stock (CDU) stellte fest, das Bauamtsleiter Joecks im Hauptausschuss am 20. Mai mit seiner Aussage, der genehmigte Bauantrag müsste in ca. 14 Tagen, per Post, im Gemeindeamt eintreffen, dem Hauptausschuss nicht die Wahrheit sagte. Zu dem Zeitpunkt, am 20. Mai, war ihm bewußt, dass es die zu erwartende Baugenehmigung zum anvisierten Zeitpunkt nicht geben kann, weil ein für die Baugenehmigung notwendiges Holzschutzgutachten noch nicht vorlag. Das Gutachten wurde vom 19. Mai bis 1. Juni durchgeführt und lag dem Amt erst am 10. Juni vor. Jetzt kann jeder rätseln, warum Herr Joecks dem Hauptausschuss die Story aufgetischt hat. Vielleicht hat aber Herr Joecks für die Diskrepanzen mit den nicht zusammen passenden Daten eine logische Erklärung.

Die Sport und Freizeitanlagen Woltersdorf hat aus 2008 ein sattes Defizit von rund 69.000 Euro durch nicht erwirtschafteten Verlust aus Abschreibungen eingefahren. Das Defizit von 69.000 Euro werde sich in den nächsten Jahren fortsetzen, da selbst ein im Rahmen bleibendes Nutzungsentgeld nicht zu einer deutlichen Senkung der Verluste führen wird. Helfen würde, ein sehr hohes Nutzungsentgeld zu fordern, dass kein Verein mehr willens ist zu zahlen. Ergo, Woltersdorf hat einen kostbaren Sport- und Freizeitpark, mal sehen was bei der Alten Schule und der Mehrzweckhalle dazukommt. Es sind ja nicht die Baukosten, die drücken, es sind die Betriebskosten und da brauchts Management und nicht wunschdenkendes Kaffeesatzlesen.

Der Straßenneubau und der Ausbau der Straßenbeleuchtung Fontanestraße, Waldstraße und Ahornstraße wurde beschlossen.

Zum Schluß möchte ich mich mal im Allgemeinen mit der Rafke Mentalität einiger Zeitgenossen beschäftigen. Die Volkssolidarität erbat sich einen 100 prozentigen Mietzuschuß in Höhe von 434 Euro bis zum Jahresende für das Blaue Gebäude der Grundschule, weil ihr angestammtes Domizil, der kommunale Küchenbetrieb, ihnen gerade über den Kopf abgerissen wird. Sie begründeten die 100 Prozent Forderung damit, dass sie für die Miete keine eigenen Mittel bereitstellen können, weil sie ihr Geld im vollen Umfang für ihre Aktivitäten verbraten möchten. Monika Kilian (SPD) wurde munter und forderte Gleichbehandlung der Vereine, soll heißen, sie hätte gerne für die AWO etwas vom Kuchen. Bei ihrem Vortrag, kamen mir Hühner in den Sinn, wie sie scharren und hacken, sich um ein einziges Korn streiten. Übersehen hat die Gute, das ihre AWO mietfrei wohnt, nur die Nebenkosten trägt und von ihren Mieteinnahmen nur 50 Prozent an die Gemeinde abführt. So hat die AWO immer noch 50 Prozent Gewinn, ohne jeden Einsatz von Eigenkapital. Für die Aufklärung danken wir Frau Prof. Dr. Böhm (Die Linke).

Der Zuschuss wurde bewilligt, aber der WBF meint nicht so zu Unrecht: könnte da nicht jeder ein paar Euros aus dem eigenem Säckel fürs Vergnügen zuschießen? Richtig! WBF, hier sollte einem übersteigertem -Nimmse wat de krichst- der Vereine gegengesteuert werden.