Woltersdorfer Schleuse im Winterschlaf

Noch zehn Tage bis Ostern, das bedeutet Osterspaziergang, Ausflüge, Touristen. Wie sieht’s aus in Woltersdorf, sind die Unternehmen startklar für die Saison? Das wollte ich mir mal ansehen und machte mich auf die Strümpfe, ab ins Schleusenviertel, denn Besucher zieht’s zur Schleuse, Strandpromenade, Liebesquelle und Aussichtsturm. Kalt war’s heute früh, der Wind blies heftig aus allen Richtungen, die Sonne war hinter dunklen Wolken verschwunden. Krampfhaft klammerte ich mich an meinen Hut der, immer wieder von einer Boe gepackt, davonfliegen wollte.

Bei dem Wetter war, wo sonst das Leben tobt, jedenfalls Wochenends, wenig los. Auf der Halbinsel sah ich von weitem, da wird gebaut, Handwerker und Schuttcontainer beherrschten die Szene, ein Stückchen weiter nach oben, das Promenadenkaffee, da standen schon Stühle und Tische aneinandergekettet. Noch ein bisserl höher, das Hummelchen, so weit das Auge schaute kein Mensch zu sehen, traurig guckten die Figuren auf dem Parkplatz von ihren Säulen. Im Garten vom Hotel Kranichsberg mit Folien abgedeckte Sitzgarnituren, eine Lampe versuchte verzweifelt nicht umzukippen. Fröstelnd ging’s weiter, zur Liebesquelle, die Kuppel, die wie ein Dönerspieß aus dem Abhang sticht, glänzte im frischen Farbgewand. Auf der anderen Straßenseite, das Restaurant Liebesquelle, im Garten kein Tisch, kein Stuhl, ringsherum aufdringliches Nichts. Zurück über die Brücke, Hennigs, Knappe, Schleusenstübchen, nirgends sah ich ein Geschäft, das sich mit Elan für den gewünschten Ansturm der Touris, der in acht Tagen am Karfreitag starten könnte, rüstet.

Die ganze Schleuse liegt noch im Winterschlaf, dabei war Frühlingsanfang bereits am 20. März. Leute, es wird Zeit, sonst werdet ihr Ostern verschlafen und was machen die Besucher dann?