Woltersdorf seine Liebesquelle

Liebesquelle Seit rund 20.000 Jahren sprudelte die Quelle am Kranichsberg, damals schon konnten sich die Menschen der Steinzeit an dem kühlen, klaren Wasser laben. Richtig interessant wurde die Liebesquelle, als sich 1886 der Verschönerungsverein von Woltersdorf ihrer annahm und mit Sandsteinen und einem Quellrohr, aus dem sechs Kubikmeter Wasser am Tag strömte, den Grundstein für ihr heutiges Aussehen legte. Nach einem Erdrutsch, bekam die Quelle 1928 eine Graniteinfassung und 1994 wurde das eiserne Kuppelgitter um die Liebesquelle gebaut.

Die Liebesquelle wurde ein Anziehungspunkt für Touristen, bis sie versiegte. Kein Tropfen des kühlen Nass tröpfelt mehr aus dem Quellrohr. Die Bemühungen, die Quelle im Jahr 1999 wieder zum sprudeln zu bringen, blieben letztends erfolglos. Christa Paulitschek, damals Vorsitzende des Verschönerungsvereins, meinte: „Die Reparatur war aber nur provisorisch“, sie hält eine Sanierung von Grund auf für erforderlich, wenn das Wasser weiter sprudeln soll. Die Kosten für das Vorhaben wurden damals auf mehrere Hunderttausend DM geschätzt.

Das war’s dann, Woltersdorf hat eine billigere Lösung gefunden, ein Vorhängeschloss und damit hatte es sich dann. Der Anziehungspunkt für Touristen ist seitdem kein Magnet mehr, spült keine Euros mehr in die Kassen. Der Liebesquelle merkte man es rasch an, ich sah  sie mir dieser Tage mal an, heftig rostet das Gitter neben dem Tor, an der  eisernen Kuppel, ob’s bis heute keiner bemerkte?

Schlendert der Tourist die Schleusenstr entlang, so trifft sein Blick rechterhand auf das seit sieben Jahrzehnten von den Woltersdorfern mehr wie stiefmütterlich behandelte Fidus-Denkmal, mag er dann noch weitergehen, trifft er auf die runtergekommene Liebesquelle. 20.000 Jahre hat sie ihr Wasser gegeben, die letzten 20 Jahre hat sie nicht überstanden. Woran mag das wohl gelegen haben?

Woltersdorf hat wenig Gewerbe, seine Touristenattraktionen vergammeln, wovon will Woltersdorf eigentlich die Zukunft bestreiten?

  1. Thomas

    Ich bemerke schon seit vielen Jahren, dass der Grundwasserstand rund um den Tagebau immer weiter zurückgeht. Wir mussten z.B. unseren Brunnen vertiefen. Und was ist denn aus der Rohrlake geworden??? Die ist doch trocken! Verursacher ist m.E. der Betreiber des Tagebaus. Wer von Euch kann denn ähnliches beobachten?

  2. Meyer Volker

    Das die Quelle auf einmal versiegt ist nach 10.000 jahren, ist sicher kein Zufall. Seit durch das Zementwerk in Rüdersdorf im dortigen Steinbruch die Kreuzbrückenspalte vernichtet wurde (in den 1970/ 1980 er Jahren), ist der gesamte Grundwasserfluss aus Richtung Norden, nach Woltersdorf unterbrochen worden. Das war aber bekanntermaßen die Grundwasserfließrichtung. zeitgleich wurde auch noch eine Grundwasserabsenkung um den Rüdersdorfer Steinbruch durchgeführt wobei dieser auch noch ständig erweitert wurde und immer auch noch weiter Wasser aus dem Untertagebereich abgepumpt wird und über den Kriensee so entsorgt wird, daß es dem Grundwasserbereich auch noch abhanden kommt.
    Da das alles in unmittelbarer Nähe zur Woltersdorfer Liebesquelle geschieht, war es eben nur eine Frage der Zeit, bis die Quelle versiegt.
    Da Grundwasser träge ist hat es einige Jahre gedauert bis die Quellleistung spürbar nachließ und dann noch einmal ein paar Jahre bis sie endgültig versiegte.
    Ein herzliches Dankeschön dem Rüdersdorfer Zementwerk für diesen erneuten folgenschweren Eingriff in die Natur.
    Aber uns zum Trost, irgendwann in den nächsten Jahrzehnten soll ja endlich Schluß sein mit der Kalkförderung, dann läuft die Grube voll und das Grundwasser kann wieder Richtung Liebesquelle fließen, vielleicht erleben wir das noch.

  3. Dorit Stagge

    In Brandenburg ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle, jeder der solch eine Quelle sein Eigen nennt, kann sich glücklich schätzen. Da ist z.B. Storkow, da haben die Touris ungefähr 4 Millionen Euro aufs Konto der Gemeinde fließen lassen, zwei Drittel der Summe bringen Tagesausflügler. Da kann man sagen: na gut, die Storkower sind gut dran mit einer Burg. Woltersdorf hat eine Schleuse, ein Denkmal mit der Fidusplatte, die Schleuse und herrliche Seen. Das alles würde auch Touristen bringen, aber nur, wenn die Ziele einen Besuch wert sind, in Storkow sind sie es und bei uns?

  4. werlsee

    Hallo,
    ich hatte vor einigen Tagen meine Freundin zu Besuch. Wir besuchten auch die Woltersdorfer Schleuse und die Liebesquelle.
    Ich gebe mal wieder, was meine Freundin dazu sagte: „Hier würde ich keinen Urlaub machen. Die Landschaft ist schön, aber der Rest? Die Straßen sind unter aller S…, die Strandprommenade macht einen heruntergekommenen Eindruck. Die Bänke sind bemoost, ich würde mich da nicht draufsetzen. Die Lokalitäten laden auch nicht zum Verweilen ein. Das einzige Gebäude was mir gefällt, ist das Haus eines Immobilienmaklers direkt an der Strandprommenade. Die Liebesquelle ist ein einziges Trauerspiel. Man sollte sie entweder abreißen oder wiederbeleben. Sie macht einen ganz ungepflegten Eindruck und wirft damit ein schlechtes Licht auf die Gemeinde. Bei uns im Sauerland, am Biggesee, sollte die Gemeinde mal studieren wie so etwas aussehen kann.“

    Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.
    Gruß Yvonne

  5. Th.Dagge

    Hallo Bernd ,
    das ist ein Thema was mir schon seit geraumer Zeit unter den Nägeln brennt… die Liebesquelle.
    Ich hab schon mehrmals das Thema angesprochen bei Herrn Höhne wie bei Herrn Vogel und hab nie so richtig befriedigende Antworten erhalten.Wer ist nun Schuld an der ganzen Lage?
    Wir wissen nun alle das der Wasserverband dort eine Leitung durch den Wald gelegt hat und wie ich denke kein umfassendens Gutachten in Auftrag gegeben hat. Man nahm an dass das Wasser diesen oder jehnen Weg nehmen würde und nahm keine Rücksicht auf ein Naturgut das da weit und breit einzigartig ist oder besser gesagt war … ! Ich bin der Meinung das der oder die Verursacher dieser wirklich dumm gelaufenden Sache dafür sorgen muss das die Quelle wieder sprudelt … Vieleicht wäre dies auch eine Sache für den neugegründeten Mittelstand Verein denn die Mitglieder an der Schleuse und Umgebung würden davon sicher profitieren.

    Ich hoffe ich hab hier ne kleine Diskussion angeregt die vielleicht auch nach außen getragen wird.

    1. Bernd

      Hallo Thorsten, wer – was bezahlen müsste, zu solch kompliziertem Fall, kann ich nichts sagen, da gibts ja auch noch Verjährungsfristen – alles ist ja schon lange her -zu lange? Das ist etwas für einen versierten Anwalt?

      Höhne hat nie geantwortet, jedenfalls uns nicht, manchmal dachte ich, ob er’s nicht kann 🙁 Bei Dr. Vogel bekam ich auch noch nie eine rundum befriedigende Antwort. Dass erinnert mich daran, ich wollte ihn ja noch einmal wegen der ominösen jährlichen 200.000 Euro für den Straßenbau befragen, danke für die Erinnerung 🙂

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