Volkstrauertag am Fidusdenkmal

Volkstrauertag – erstmalig seit 67 Jahren bekommt das aus seinem Dornröschenschlaf erwachte Kriegerdenkmal, auch Fidusdenkmal genannt, Besuch. Der Verschönerungsverein, der am Volkstrauertag die Gräber bekannter Woltersdorfer und das dem Denkmal für die Gefallenen auf dem Friedhof schmückt, legte vertreten durch Gisela Schuldt, Norgard Kreiser und Brigitta Viethe einen Blumenstrauß nieder.

Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 befand sich noch bis vor einem Jahr in einem trostlosen Zustand. Dicht zugewachsen, von mit Brennnessel durchwachsenem Gestrüpp, lag es verborgen, fast nicht zugänglich, auf dem Delta-Gelände. Zwei Drittel eines Jahrhunderts verrottete das Gemäuer physisch und damit auch das Gedenken an den Blutzoll, den Woltersdorf in dem Gemetzel der Völker zahlen musste.

Einzig der Verschönerungsverein kämpfte nach der Wende für den Erhalt der Bausubstanz. Es gelang ihm 2007 eine Abdeckung zu finanzieren, die von Reinhard Hildebrandt auf das Bauwerk aufgesetzt wurde und den Exitus des Fidusdenkmals verhinderte. Danach kehrte wieder Stille und Verfall beim Denkmal ein.

Im August 2010 kämpfte ich mich das erste Mal durch die Wildnis hin zum Bauwerk und schrieb darüber hier einen Artikel. Am 26. August gab’s Nachschlag, dann am 12. September 2010, stand der Tag des offenen Denkmals an. Nichts rührte sich, bis im September 2010 Armin Schramm, Verwalter des Delta-Geländes, zu einer Reinigung des Geländes rund ums Bauwerk aufrief und viele Bürger seinem Appell folgten. Danach sah es rings ums Denkmal deutlich besser aus, es passierte aber nichts mehr. Im Oktober 2010 krachte ich dann mit Gisela Schuldt zusammen, die sich dagegen verwahrte, dass der Verschönerungsverein nichts macht. Nach dem Zusammenprall wurden wir Freunde und kämpfen zusammen für das Denkmal. Am 15. November 2010 schrieb ich hier eine bittere Nachlese, einen Tag zuvor war der Volkstrauertag. Das gesamte politische Volk der Republik begab sich zu irgendwelchen Denkmälern und gedachte derer, für die sie errichtet wurden. Nur Woltersdorf hat’s mal wieder verpennt.

So schrieb ich denn einen Artikel nach dem anderen, bis zum 14. September 2012. Irgendwann, so hoffte ich, wird auch in Woltersdorf ein Umdenken einsetzen. Es wurde auch umgedacht, sogar mit Erfolg. Die Bürger der Gemeinde Woltersdorf haben jetzt freien Zugang zum Kriegerdenkmal. Armin Schramm muss tief ins Portemonnaie gegriffen haben, ließ er doch zwei hässliche Baracken abreißen und den Platz säubern und begehbar machen. Die Gemeinde spendierte einen Zaun ringsherum, der auch noch zum großen Teil von Armin Schramm gesponsert wurde.

Heute war das Ziel erreicht, der Verschönerungsverein, Gisela Schuldt legte die ersten Blumen seit 67 Jahren am Kriegerdenkmal, dass – Fidusdenkmal – genannt wird nieder. Für mich ein schöner Tag, der schönste seit zwei Jahren.

  1. Norman

    Moin B-J Gemeinde….

    Ich muss sagen, auch das gesamtbild des ehemaligen Delta-Geländes verbessert sich dadurch zum positiven.

    Jetzt muss nur noch der bestehende Imbiss eröffnet werden, und auch um die Parksituation von der Papierbank, die sich nebenan befindet sollte man sich mal umorientieren, denn zu Öffnungszeiten dieser ist ein durchkommen kaum noch möglich. Und die parkenden Kraftfahrer haben überhaupt kein Verständnis, für den laufendem Verkehr auf dem Gelände.

    Man sollte auch Frau Schneewolf nicht vergessen und Respekt aussprechen, weil sie für den reibungslosen Ablauf auf dem Gelände sorgt, und immer ein offenes Ohr für die Mieter hat. Auch wenn nicht immer alles perfekt läuft, ist es Sie, die immer nach einer funktionierenden Lösung sucht.

    Gehört zwar nicht ganz zu diesem Artikel, muß aber auch mal erwähnt werden.

    MfG, euer Norman

    1. Bernd

      Frau Schneewolf und Herr Schramm gehörten zu denen, die dem Verschönerungsverein während der zweijährigen Auslagerung des Museums sehr halfen. Sie stellten Räume für die Auslagerung vieler Exponate bereit – kostenlos. Gehört auch nicht hierher, sollte aber auch einmal gesagt sein.

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