Vattenfall – Ein Konzern mit miesen Ruf

VattenfallDer Schwede hat zumindest hier in Deutschland keinen guten Ruf. Warum eigentlich? Weil er Gewinne macht? Weil er uns finanziell auszieht bis auf die Unterhosen? Die anderen, die mit Energie handeln, sind die besser – billiger? Nein! Sie nehmen uns alle das Beste, lassen uns nur soviel zum Überleben, das wir den nächsten Monat noch erleben, da man nur den Lebendigen das Fell abziehen kann. Man sieht auch die Kapitalisten haben etwas, wenn auch nicht viel, dazugelernt. Ach ja, nehmen können sie uns nur so viel, wie es ihnen die Politik zugesteht. Leider sind in unserem Ländle viele, zu viele Politiker in diversen Ausichtsräten. Als Politiker möchten sie uns vor allzu heftiger Ausbeutung schützen, als Aufsichtsratsmitglieder sollen sie für die Gewinnmaximierung des jeweiligen Konzerns sorgen. Wie die das unter einem Hut bringen, keine Ahnung, die werden es schon richten, nicht wahr – die sind doch unsere Volksvertreter. Wir wählen sie ja alle paar Jährchen wieder – immer wieder.

Das sind so Gedanken, die gleich da sind, wenn einer der Konzernnamen fällt. Dieser Tage bin ich nun mit einem dieser Ungeliebten kollidiert – mit Vattenfall. Deshalb steht der auch in der Überschrift für alle anderen. Dabei stellte ich dann zu meiner Überraschung fest – da arbeiten auch Menschen. Menschen, die Mitgefühl zeigen können und helfen wollen, wenn mal was schief gelaufen ist.

So nebenbei betreue ich einen HartzIV’ler. Einen, der nichts richtig in die Reihe bekommt und immer Bahnhof versteht – ganz, ganz viel Bahnhof. Dem ist es nun nicht gelungen seine Stromrechnung zu zahlen, 32 Euro im Monat, für manche ein Vermögen, für andere Peanuts. Wie es denn so kommt, irgendwann wollen die dann ihre Kohle, ob der andere hungern muss und sie unter dem Gewicht der auf ihnen lastenden Milliarden zusammenbrechen, das spielt dabei keine Rolle. Also der Bursche hatte kein Geld, kein Telefon, einfach nichts. Eines Tages kommt er zu mir gerannt: „Die wollen mir morgen den Strom abstellen“ jammert er, „wegen rund 190 Euro“. Also ran an die Strippe – Hier Vattenfall – Ich verbinde zur Stromabrechnung. Domscheid kommt es aus dem Hörer. Ich versuche der Frau zu erklären, dass die Rechnung bezahlt wird und sie doch bitte die zwei – drei Tage mit dem Abklemmen warten möchten. Jeden Versuch etwas zu regeln blockte sie mit: „Das ist nicht Vattenfalls Problem, das ist ihres“. Nicht lange und ich hatte das Gefühl, die tritt mir fröhlich vor sich hingrinsend in den Achtersteven. Irgendwann, jeder Geduldsfaden reißt mal, wollte ich ihren Chef haben. „Ja bitte“, kam es kurz darauf freundlich aus dem Apparat. Sie, Frau Leising wußte schon Bescheid und gab guten Rat. Ganz einfach, überweisen sie die Kohle und schicken sie uns den Beleg per Fax oder Mail. Frau Domscheid, die hatte mir nichts gesagt – nun weiß ich auch wie schnell ein mieser Ruf entsteht.

Gemacht, wie gesagt, Geld überwiesen, Mail hinterhergeschickt, aufgeatmet. Zu früh, am nächsten Morgen blieb der Herd kalt. Eine Kommunikationspanne war Schuld. Wieder ran an die Strippe, Herr Mielke (ich glaub so war der Name) tröstete mich und gab gute Ratschläge und ich glaub er informierte auch Frau Leising. Die wußte worum es ging, versprach Hilfe und einige Stündchen später konnte mein Client wieder seine Süppchen kochen.

Da hab ich drei Mitarbeiter von Vattenfall kennengelernt, bei einer Dame blieb mir die Spucke weg und ich verfluchte Vattenfall. Die beiden anderen retteten nicht nur den HartzIV’ler sondern ließen den Ruf ihrer Firma in einem helleren Licht erstrahlen. Gelernt habe ich daraus, ein mieser Ruf entsteht durch einige wenige Mitarbeiter.