Trasse der Straßenbahn

Trasse Wolterdorfer StraßenbahnEs war einmal, so vor fünf Jahren, dass die Trasse im Bereich Rudolf-Breitscheid Straße mit Kopfsteinen gepflastert wurde. Die alten Steine sahen gut aus und passten sich vorzüglich in das historische Umfeld ein. Woltersdorf vermochte damals die damit verbundenen Kosten nicht allein zu stemmen und so wurde ein Antrag auf Fördermittel gestellt und bewilligt. Der Vertrag enthält die Auflage, dass das Pflaster zwanzig Jahre liegen bleiben muss. Hält sich die Gemeinde nicht an das was abgemacht wurde, ist die ganze Förderung oder ein Teil davon futsch.

Jetzt wurde die Trasse wieder saniert und was sehen meine trüben Augen, dass die einstige Augenweide, sich jetzt als häßliches, schwarzes Teerband dahinschlängelt. Von Kultur kaum beleckt, haben die Macher die Trasse der Straßenbahn mit unansehnlichem Teer überziehen lassen. Nicht nur, dass das historische Bild der Straße verschandelt wurde, es wurde auch der Vertrag über die Fördermittel von der Verwaltung unserer Gemeinde gebrochen. Muss Woltersdorf jetzt die einst bewilligten Gelder zurück überweisen? Oder gab es eine Vertragsänderung?

In ein sehr schlechtes Bild setzten sich auch der Bürgermeister und der zuständige Amtsleiter, die für die Scheußlichkeit verantwortlich sind. Solche Entscheidungen, die zu einer Veränderung des Ortsbildes führen, hätten in der Gemeindevertretung diskutiert werden müssen.

In der Sitzung des Hauptausschusses am 24. Juni hat Dr. Vogel in seinem Bericht des Bürgermeisters so ganz am Rande erwähnt, die Trasse vielleicht zu asphaltieren, die Rutschgefahr im Winter wäre dann nicht mehr so groß. So scheint auch hier, wie bei der Alten Schule, Dr. Vogel seine eigenen Vorstellungen durchzuboxen. Nur die Art, wie über den Belag für die Trasse der Straßenbahn entschieden wurde, die finde ich nicht angemessen und so sollte in Zukunft nicht mehr gearbeitet werden.

  1. Thorsten

    Hi Bernd ,
    das mit Höhne war ne Spitzfindigkeit ich wollte mal die Reaktion testen…
    aber okay ich aute mich ich hab ihn gewählt weil ich bis dato keine Alternative sah 🙁 . So jetzt iss es raus.
    37° Heisse Grüße Thorsten

    1. Bernd

      Mit der Alternativlosigkeit hast du bestimmt recht. Nichtsdestrotrotz musste ein Wechsel sein, 20 Jahre sind zuviel, da verschieben sich zu viele Sichtweisen. Nicht umsonst haben die Römer alle sechs Monate neue Konsuln gewählt und immer zwei, die am Tiber waren vorsichtiger als die Woltersdorfer. Jetzt müssen wir eben aus dem was da ist, das Beste machen und mit dem gewählten BM in die Zukunft blicken.

      Meine Reaktion auf dein Statement zur architektonischen Stilkunde von Höhne war pures Entsetzen. Nun bin ich wieder beruhigt.
      LG Bernd

  2. Thorsten

    Hallo Marlies,

    Ich kenn die Ecke und muss da jeden Tag lang auch bei Schnee und Eis. Ich bin schon einige male nicht von der Stelle gekommen und musste mit Anlauf … das liegt aber hauptsächlich am sehr mangelhaften Winterdienst in Wdf. Ich denke nicht an „schitt watt“ aufs bessere Ausehen oder Geschmack.

    Man guck sich nur mal diverse Ortschaften in Westdeutschland an.

    Mir fällt immer wieder auf wenn ich von dort komme wieviel hier noch zumachen ist … und das trifft nicht nur die Gemeinde sondern auch den privat Leuten mal den Rasen vor dem Grunstück mähen oder den Gehweg fegen ist bei vielen nicht drinn… aber jetzt schweif ich ab.

    Ich wollte nur mit meiner Kritik am neuen aussehen der Straße sagen das man vorher mehr Fingerspitzengefühl einsetzen sollte.

    Viele Grüße

    1. Bernd

      Danke, Thorsten, ich dachte schon, dass ich vollkommen daneben liege. Das Kopfsteinplaster finde ich auch schöner und es paßt zum Ortsbild. Der Asphalt paßt absolut nicht zum Bild, ist aber im täglichen Betrieb besser geeignet. Insbesondere an der Steigung, die oben von einer Ampel beherrscht wird. Im Winter habe ich auch schon gebetet: Herr, laß die Ampel grün sein. Dort bei Schnee und Eis bei Rot anhalten zu müssen und dann wieder in Gang zu kommen, oh jee – Grande Katastrophe. Das hätte mit einem besseren Winterdienst geregelt werden können, einen solchen haben wir aber nie gehabt. Ob die Lärmbelastung mit Asphalt so viel weniger wird? Abwarten, die Straßenbahn fährt immer noch auf Schienen aus Eisen und das kreischt, ob mit Asphalt oder mit Kopfsteinplaster und des Nachts fahren wenig, sehr wenig Autos durch die Straße, gesundheitsschädlichen Krach mag ich da nicht zu erkennen.

      Widersprechen möchte ich Ihrer Aussage: Höhne hatte mehr Geschmack. Hat er m.E. absolut nicht, nie gehabt. Schauen Sie sich doch einmal die architektonische Missgeburt Rathausanbau an. Da passt nichts im Stil zum Rathaus. Ebenso, der Entwurf Alte Schule, absolut häßlich, ohne jede gestaltende Idee. Vogels Änderung bringt etwas Besserung, aber keine grundlegende. Da hätte man einen Architektenwettbewerb veranstalten sollen, das hätte Ideen gebracht.

  3. Thorsten

    Hallo alle zusammen,
    ziemlich viel Stoff für ein Problem das so hätte nicht ein müssen …
    ich find ja auch das mir das “ historische “ Pflaster viel besser gefallen hat zumal diese Strecke zum touristisch wichtigsten Ort unser schönen Gemeinde führt der …Schleuse es sieht jetzt einfach nur sch… aus und ich meine nicht das Wort mit ö 😉 . Hätte da nicht ein Kompromiss besser sein können z.B die Farbe des Asphalts … die passt nun überhaupt nicht zum Bild. Hoffentlich ist das nicht der neue „FRISCHE Wind“der uns da an so heißen Tagen entgegen weht.Eins muss man Höhne lassen er hatte einen besseren Geschmack. 😉
    Grüße an alle…

  4. Gordon Eggers

    Optisch ansprechend ist der Beginn der Schleusenstraße jetzt wirklich nicht mehr, in der Tat ein Flickenteppich, optisch keine Augenweide, dieses Nebeneinander von Kopfsteinpflaster und geteerter Strasse.
    Es sieht ein wenig primitiv aus, wenngleich neu.

    Der Lärmschutz sollte hier sicher das entscheidende Kriterium für den Straßenbelag sein. Wo Lärm vermeidbar ist, sollte er in unserer Gemeinde vermieden werden. Deshalb verstehe ich dann aber nicht, warum nicht gleich die ganze Strasse auf voller Breite geteert wurde. Die Strasse war eh gesperrt, die Baumaschinen und Arbeiter vor Ort, da hätte man den Rest doch gleich mitmachen können.

    Eine Kofinanzierung der kompletten Neuteerung hätte durch die gewonnenen Pflastersteine erzielt werden können. Zur Information:
    2 Quadratmeter Pflastersteine wiegen rund 1 Tonne, und die Tonne Pflastersteine wird mit rund 60 Euro gehandelt. Das macht bei den rund 400 Quadratmeter Teerstrasse rund 12.000 Euro Erlös nur aus den Steinen. Die noch liegenden Pflastersteine hätten annähernd nochmals denselben Erlös gebracht.

    Jetzt mag das Argument kommen, wegen der vermeintlichen “ Hochsaison“ in der Schleusenregion musste die Strasse schnell fertig werden.

    Meine Herrschaften: dann baut man eben im Frühjahr oder im Herbst. Im Sommer ist nun einmal mit ein paar Touristen an der Schleuse zu rechnen. Entsprechende Ausschreibungen könnten so formuliert sein , und Verträge mit den ausführenden Unternehmen sind entsprechend anzupassen. Wäre schön, wenn wir mal einen Juristen in der Gemeindeverwaltung hätten, denn das könnte uns in Zukunft Geld und Nerven sparen.

  5. Bernd

    Hi Alfons,
    wie ich bereits erwähnte, habe ich auch nichts gegen Asphalt, obwohl ich das Kopfsteinpflaster optisch ansprechender finde. Nur wenn Asphalt, dann aber komplett und nicht solch einen Streußelkuchen. Hier gehts aber im speziellen ums liebe Geld, noch spezieller die Fördermittel. Wer für eventuelle Schäden aufkommt, Alfons, was für eine naive Frage – der Steuerzahler natürlich, wer denn sonst? Spinnt man den Faden weiter, dann zahlt der Steuerzahler vielleicht mit Fug und Recht. Er, der Zahlemann hat die gewählt, die in seinem Auftrag handeln.
    Lieben Gruß
    Bernd

  6. E.Gutjahr

    Der Vorsitzende des Straßenbahnbeirates ist doch Prof.Stock.In diesem Beirat muß doch so etwas b e r a t e n werden?Oder was macht man da?
    Der Beirat könnte sich doch einmal äußern,was sie zu diesem Belagentscheid veranlaßt hat,damit keine unsachlichen Äußerungen getan werden.

  7. Valentina

    Ich finde, dass es zunächst einmal darum geht, was die Gemeindevertretung beschlossen hat, was die Gremien empfohlen haben, und wie das umgesetzt wurde. leider oder gottseidank ist es nicht so, dass der jeweilige Benutzer einer Straße sich den Belag aussuchen kann. Hier wurde wohl das Öffentliche Interesse mehrheitlich mit der Pflasterung und Förderung durch das Land umgesetzt. ich kann doch auch nicht mittwochs auf dem Markt Eier kaufen, weil mein Mann so gern Omelett mag, eine asphaltierte Marktplatzgestaltung fordern, nur weil ich gern hohe Schuhe trage.

    Wie nun plötzlich alles anders wird, ist mir auch schleierhaft. Wo wohl das geförderte Pflaster geblieben ist? Was damit zukünftig wohl geschieht?

  8. Fam. Mittelstädt

    Wir finden es gut. Endlich mal ein ruhiges fahren. Unsere Familie muss täglich mehrmals da lang. Nur, daß haben wir schon beobachten müssen, setzt sich auch dort, wie in der Schleusenstr. die Fahrweise aus England durch.
    Dieses Kopfsteinpflaster ist doch furchbar. Historisches Umfeld, bitte wir haben 2010! Ich beneide immer die Leute mit ihren Geländewagen, die können ja noch darüber brettern. Aber ich mit meinem Polo?
    Also, uns gefällt es…
    Und den Anwohnern sicher auch!

    Herzlichst Fam. Mittelstädt

    1. Bernd

      Zitat: „Historisches Umfeld, bitte wir haben 2010!“
      Dann können wir auch auf Versailles, Sancoussi und Neuschwanstein verzichten, wer braucht das 2010 noch, oder? Das der Asphalt zum fahren besser ist, sei unbestritten, denoch ein wenig Kultur und Historie würde auch Woltersdorf gut bekommen.
      Freundlichst
      Bernd

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