Spiegel kontra Bild

Der Spiegel ging in seiner Ausgabe 9/28.2.11 der Bildzeitung an den Kragen. Die Bild hat schon jeder erwachsene Deutsche angeguckt, den Spiegel gelesen, bestimmt reichlich weniger. Ebenso unterschiedlich wie die Publikationen sind die Meinungen dazu. Selbst lese ich den Spiegel, für das bunte Bilder Blatt mit seinen reißerischen Überschriften mag ich keinen Cent ausgeben. Mit dem gut geschriebenen Artikel wäre‘s genug des Guten gewesen, dem Spiegel hat‘s nicht gereicht, er setzte noch eins drauf.

Auf Seite 142 wurde ein Interview des Spiegel Journalisten, Ullrich Fichtner mit dem Bild Chefredakteur Kai Diekmann abgedruckt. Der Mann vom Spiegel versuchte dem Bild Chef das Geständnis abzuringen, dass die Boulevardgazette Bild auf jeder Populismuswelle schwimmt, von keinerlei Rücksichten und Hemmungen geplagt, selbst mit intimsten Details öffentlich strunzt. Soweit konnte ich Ullrich Fichtners Interview folgen, dann aber schoss er einen kapitalen Bock.

Zitat
Spiegel-Fichtner: Wenn Sie titeln: „Die bittere Wahrheit über Hartz IV und die Ausländer“, dann werfen Sie ein Problem auf, zu dem es im Volk noch gar keine Stimmung geben kann. Können Sie verstehen, dass man das Stimmungsmache nennt?

Bild-Diekmann: Ist das Ihr Ernst? Sie halten die Menschen in Deutschland doch hoffentlich nicht für so komplett ahnungslos, dass sie sich erst von Thilo Sarrazin, Kirsten Heisig, Giovanni die Lorenzo oder Bild erzählen lassen müssen, dass in Sachen Ausländer Integration etwas im Argen liegt?
Zitat Ende

Die angesprochenen Probleme, lieber Ullrich Fichtner sind dem Volk so sattsam bekannt, dass sie ihm schon zum Halse raushängen. Nur bestimmte Eliten auf der Empore sind gegenüber dem Volk schwerhörig. Im Elfenbeinturm des Spiegels kommt solches aber wohl selten an. 1:0 für Kai Diekmann von der Bild, der hier das sagt, was seit Jahrzehnten die Spatzen von den Dächern pfeifen. Thilo Sarrazin, egal wie er das Thema beschrieben hat, im Kern traf es voll zu.

  1. Bernd

    Doch, liebe Renate, hat er, hat er, der Knabe hinterließ als Interviewer einen mageren Eindruck. Der eloquente Diekmann spielte ihn elegant ins Abseits.
    Eine Begründung lieferte Fichtner nicht.

    Ich bin auch froh, bloß weg von allem was mit Krankenhaus zu schaffen hat. Danke, für deine vielen Grüße, sie wurden mir alle von Angelika übermittelt.

    Mit besonders lieben Gruß
    Bernd

  2. Renate

    Das kann der Spiegel-Mann doch wohl nicht ernst gemeint haben … oder etwa doch?

    Zum Thema Hartz IV und Ausländer kann es noch keine Stimmung geben … Hat er auch erklärt, warum er das meint?

    Liebe Grüße von Renate

    P.S.: Schön, dass du wieder wohlbehalten zu Hause bist!!!

Kommentare sind geschlossen.