Spargel, Adel und Politiker

Beim Spargelanstich in Belitz wollte der Chef der brandenburgischen SPD-Fraktion, Günter Baaske zeigen, dass er auch witzig sein kann. Das Bonmot:

„Das Beste von Kartoffeln, Spargel und märkischen Adelsfamilien ruhe unter der Erde“

kam aber beim CDU General, Dieter Dombrowski schlecht an, der sieht den Adel beleidigt. Ich finde, Herr Baaske hat wahr gesprochen, unfreiwillig die Wahrheit verkündet. Der märkische Adel war es, der Preussen zu einem der tolerantesten Staaten Europas machte. Nie wieder wird es zu einer solchen Blütezeit in Brandenburg kommen, wie unter den Kurfürsten und Königen von Preussen. Danach war’s zu Ende mit Glanz und Gloria in Brandenburg und wie es aussieht, wird sich da auch in der Zukunft nichts mehr tun.

2 Gedanken zu „Spargel, Adel und Politiker

  1. renate

    Der Adel heutzutage unterscheidet sich von normalen Zeitgenossen lediglich durch das Wörtchen „von“ und wohlklingenden Familiennamen. Ansonsten war mit dem Adel vor 40 Jahren schon nicht mehr viel los. Ich weiß, wovon ich rede, ich kannte seinerzeit die Hälfte der deutschen Adelssprösslinge, weil es damals schick war, in Freiburg zu studieren, und ich in den edlen Kreisen geduldet war. Viele von den jungen Menschen in Flanellhosen und Schottenrock gaben nichts Weltbewegendes von sich, taten nichts Weltbewegendes und manche waren sogar auffallend doof. Was wahrscheinlich an mangelnder Arten-Durchmischung lag.

    1. Bernd

      Ich hab mich ja auch auf den Teil des preussischen Adel beschränkt, der schon lange unter der Erde liegt. Da gab es schon Namen mit Klang, um einige wenige zu nennen: Friedrich-Wilhelm I, Hardenberg, Stein, Friedrich II, Lützow, die Humboldts, Clausewitz usw.

      Der Adel von dem du schreibst, auf den trifft mein letzter Satz zu, der schafft es nicht in die Geschichtsbücher und ist zufrieden mit einem Platz in irgendeiner Bildergazette.

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