Sozialausschuss 02.2019 – Teil 3; Freie Schule Woltersdorf

Punkt 7: Kitabedarfsplanung – Information und Beratung zur Bedarfserfassung von Kitaplätzen
Jenny Loponen verwies auf eine Internetadresse, auf der die „Fortschreibung des Kitabedarfsplans des Landkreises Oder-Spree“ für den Zeitraum 2019 – 2013 eingesehen werden kann. Das Werk umfasst 294 Seiten.

Internetadresse: https://www.landkreis-oder-spree.de/jhp-bp

Deshalb werde ich hier nur eine Kurzfassung von dem Kitabedarfsplan wiedergeben.
Der Grundtenor dieses Bedarfsplanes ist, die Kinder vermehren sich entgegen der vorher prognostizierten Abnahme. Außerdem sollte der Frage nachgegangen werden, ob das Angebot an Kindertagesstätten, Kindertagespflegestellen und Alternativen auch künftig, aufgrund des Rechtsanspruchs, ausreichend wäre. In den Jahren von 2013 bis 2017 gab es einen Anstieg um 1605 zu betreuender Kinder von 0 bis 12 Jahren, darunter waren 343 Kinder aus geflüchteten Familien. Die Kindertagesstätten wurden im Zeitraum 2009 bis 2014 um 12 und von 2014 bis 2018 noch einmal um 18 Kindertagesstätten ausgebaut. Im selben Zeitraum verringerten sich aber die Plätze der Kindertagespflege um 72. Der Grund dafür war, dass ein Teil der Kräfte wieder in den Kitas als Erzieherin arbeiten ging, andere in den Ruhestand.

Es gab verschiedene Szenarien, um so eine Statistik zu erstellen. Beim Szenario 1 wurde die Entwicklung der letzten zehn Jahre zugrunde gelegt. Bei Szenario 2 wurde die tatsächliche Entwicklung von 2012 bis 2017 als Grundlage genommen. Woltersdorf gehört zum Planungsraum Erkner. Die Prognose des Platzbedarfes in diesem Planungsraum von 2017 bis 2023, also 5 Jahre, lautet 540 Plätze. Woltersdorf müsste von 2017 bis 2023 aus dieser Statistik heraus 108 Plätze neu schaffen.

Woltersdorf selber hat sich für das Statistik-Szenario 1 über 10 Jahre, von 2006 bis 2017 entschieden. Als erstes, in dem Zeitraum von 2006 bis 2017 gibt es in Woltersdorf keine Kinder aus geflüchteten Familien. Weiter spielt bei der Prognose die Wanderungsbewegung, die Bautätigkeit und die Geburten eine Rolle. Deshalb ist in Woltersdorf ein kontinuierlicher Kinderzuwachs im Alter von 0 Jahre bis 12 Jahre zu verzeichnen. Im Jahr 2017 gab es in dieser Altersgruppe insgesamt 979 Kinder und damit lag die Kinderzahl um 153 über dem vom Land prognostiziertem Wert. Bei den Geburten gab es von 2007 bis 2017 kaum Veränderungen, sie lagen im Durchschnitt bei 63 pro Jahr. Der Trend geht allerdings dahin, dass die Kinderzahl pro Familie auf 4 steigt. Dem Jugendamt wurde mitgeteilt, dass in den nächsten fünf bis sieben Jahren, aufgrund der Erstellung von rund 300 Wohneinheiten, mit einem weiteren Anstieg der Kinderzahlen zu rechnen wäre.

Woltersdorf hat aktuell 8 Kindertagesstätten, davon zwei Horte. Bis zum 01.06.2017 betrug die Gesamtkapazität der Plätze in den Kindertagesstätten 770 Plätze. Es gibt darüber hinaus 42 Ausnahmegenehmigungen in verschiedenen Kindertagesstätten, die aber in dem Zeitraum von 2019 bis 2013 abgebaut werden müssen.

Fasst man die Zahlen zusammen, dann muss Woltersdorf voraussichtlich bis 2023 mindestens 108 neue Plätze schaffen. Da die Grundschule mittlerweilen vierzügig fährt, fehlen Räume und es müssen mindesten 100 zusätzliche Hortplätze entstehen. Das bedeutet, die Gemeinde muss möglichst zeitnah einen Hortneubau mit 200 Plätzen bis 2023 planen und umsetzen. Damit würden im Krippen-/Kitabereich wieder Kapazitäten frei. Durch einen weiteren Aus- oder Neubau im Bereich Kindertagesstätte könnte die Fremdbetreuung der Kinder in anderen Gemeinden abgebaut werden.

Punkt 8. Freie Schule Woltersdorf e.V. – Beratung zum Bauvorhaben im Geltungsbereich des B-Plan „Vogelsdorfer Straße II“
Andrea Wolter, Geschäftsführerin „Freie Schule Woltersdorf e.V.“ stellte ein interessantes Projekt vor.
Die Nachfrage nach Schulplätzen ist riesig. Auf einen Platz kämen fünf Bewerber. Die Freie Schule platze aus allen Nähten. Eine Erweiterung in der Blumenstraße wäre nicht möglich. Der Mietvertrag wurde zwar noch einmal bis zum 31.07.2021 verlängert, aber dann wäre mit einer weiteren Mieterhöhung zu rechnen, die die Gemeinde nicht mehr mittragen kann, so dass die Schule auf Grundstücksuche ging.
Sie wurden fündig. Das Grundstück lege Richtung Norden am Rande von Woltersdorf an der Vogelsdorfer Straße. Dort gebe es bereits eine Behindertenwerkstatt und der Bauhof hat dort sein Domizil. Außerdem wurde dieses Gelände schon als Sondergebiet „Bildungszentrum“ im Bebauungsplan ausgewiesen. Es würde hier eine Fläche von ca. 10.400 qm zur Verfügung stehen. Eine offene, zweigeschossige Bauweise ist zulässig. Das Grundstück kann von der Momper Projektentwicklungs GmbH erworben werden.
(Anmerkung: Also vom Ex-SPD-Oberbürgermeister von Berlin)

Auf diesem Grundstück möchte die Freie Schule einen Schulneubau mit 120 Plätzen und eine Kita für eine frühzeitige reformpädagogische Betreuung mit 55 – 60 Plätzen realisieren.

Andrea Wolter stellte 2 Varianten vor. Die erste Variante „Campus“ besteht aus drei teilweise zweigeschossigen Gebäuden die die miteinander verbunden sind: Die Grundfläche betrüge 1300 qm. Bei dieser Variante gebe es Erweiterungsmöglichkeiten.

Die zweite Variante „Wabe“ besteht aus einem Baukörper in wabenförmiger Struktur. Es handelt sich hierbei um eine eingeschossige Bauweise. Die Grundfläche betrage hier 2359 qm.
(Anmerkung: Diese Variante ist sehr kreativ und ein Hingucker, aber sie verbraucht sehr viel Raum)

Andrea Wolter erklärte, da der Trägerverein aus Eltern bestehe und sich leider darunter auch kein Millionär befände, müssten alle nun die Ärmel hochkrempeln, um das Projekt zu stemmen. Die Bank räume ihnen einen Kreditrahmen von 2,2 Mio. das würde gerade mal für einen Bau von 800 qm reichen. Sie wäre aber ganz zuversichtlich, dass wenn alle einem Strang zögen es zu stemmen sei. Sie brauche dazu aber auch die Hilfe der Gemeinde und alle möglichen Fördermittel.
(Anmerkung: Die Hilfe der Gemeinde ist eher eine Bürde, dann werden unsere Gemeindevertreter mitentscheiden wollen, arme Freie Schule Woltersdorf. Seht zu, dass ihr euch das erspart).

Monika Kilian fand die Variante „Wabe“ einfach toll. Stefan Grams wollte wissen, was der politische Raum tun könne. Jenny Loponen erklärte, wenn das Projekt so gewollt wäre, dann brauche Andrea Wolter ein Votum von der Gemeinde, um weitermachen zu können. Denn erst dann können Stepp by Stepp Fördermittel gesucht, gefunden und beantragt werden. Zudem müsse die Gemeinde die Betriebskosten refinanzieren.

Monika Kilian fragte, ob die Gemeinde das Grundstück kaufen könne, um es dann an die Schule zu vermieten. Andrea Wolter erklärte, dass der Kauf und die Erschließung des Grundstückes keine Sorge bereitet, sie bekämen es zu einem günstigen Preis. Er läge so um 400 TE.

Der allgemeine Tenor war, dass das Projekt von den Gemeindevertretern befürwortet wurde.

Dirk Hemmerling fragte sich, ob die Nachbarschaft befragte wurde und wollte wissen was Herr Ponsel dazu sage. Margitta Decker erklärte, dass in diesem Stadion noch keine Nachbarschaft befragt werden müsse, zudem dieser Bereich im Bebauungsplan als Sondergebiet „Bildungszentrum“ ausgewiesen ist.

Stefan Grams ließ nun darüber abstimmen, ob dieses Projekt befürwortet wird. Das Projekt erhielt die Zustimmung der Gemeindevertreter.

Teil 3/3