Showtime im Hauptausschuss – Mai 2011

Im letzten Artikel „Solares im Bauausschuss“ nannte ich einen der Getreuen unseres Bürgermeisters einen Statisten. Ein Statist folgt seinem Schausteller, mehr haben wir heute im Hauptausschuss nicht bekommen Schaustellerei des Bürgermeisters als Vorsitzender dieses einstmals angesehenen Gremiums. Rainer Vogel scheint sich für so etwas wie den Grünen Messias vom Flakensee zu halten, er nutzte die Zeit der Abgeordneten und Besucher, um sein Profil zu pflegen. Der Bericht vom Bürgermeister war an Nichtssagenheiten kaum noch zu toppen.

Sein sozialer Bereich ist dünn besetzt durch Krankheit und Abwesendheit und das die Armen 60 Stunden an dem Mitteilungsblatt geschindert haben, oh weh. In meiner späten Jugend leitete ich eine Druckerei. Wer 60 Stunden für so’n Blatt braucht, wäre gnadenlos vor die Tür gesetzt worden. Für sein Haupt- und Personalamt klagte er, dass sie erst am 26. Mai wieder in’s Rathaus umziehen könnten und weil das mit dem Meldewesen so schwierig ist, schließt der ganze Laden für ca. eine Woche. Am 3. Juni bleiben die Türen ebenfalls verriegelt, ist schließlich ein Brückentag und Erholung muss sein. Wie schwer es ist, müssen wir gerade selbst erleben. Eine Email an Amtsleiterin Sigrid Weber setzt in deren Computer Spinnweben an, die Arme schafft nicht zu antworten, wie sind wir traurig, sie mit unserem Kram behelligt zu haben. Entschuldigung!

Bei seiner Außenanlage am Rathaus ist der Bieter abgesprungen und eine Firma Hintze hat es jetzt übernommen, ob es nun so wird wie angedacht, weiß er nicht, nur der Kostenrahmen wird eingehalten. Der FAW Neubau ist über einen Monat im Verzug, die Firma baut zu langsam, die Maurer sind wohl alles Beamtenanwärter. Als einziges ist der Zeitplan bei der Sanierung der Alten Schule im Lot. Soweit, was man als Bürgermeisters Job ansehen kann.

Danach fing er mit seinem Hobby, dem BBI (neu BER) an. Dazu lud er sich einen Sachbearbeiter der Kreisverwaltung ein. Der Vortrag war irre interessant, ein Gähnen steckte das nächste an, aber der Bürgermeister war in seinem Element. Er machte sich flugs daran den Fachmann vom Kreisamt ab und an zu unterbrechen, um mit grünem Sendungsbewusstsein seine Meinung einzustreuen, was zu noch mehr sich schließenden Augen und verstohlenem Gähnen führte. Locker ging er es an die Bürger zu Demos gegen den BBI zu animieren, irgendwie hatte er vergessen, dass er Beamter der Gemeinde Woltersdorf ist und nicht ein Grüner Parteipolitiker, dem das Rathaus gehört. Am 8. Mai will er um 9:30 Uhr ein Gebinde an einem Ehrenmal als Gedenken an das Ende des Krieges niederlegen, an welchem verkündete er nicht.

Bürgermeisters erinnert sich, er ist ja noch im Amt und beendete seine Beweihräucherung, wir kamen zum Thema Sporthalle, die soll zur Antragsreife geführt werden. Komisch, ich erinnere mich unzählige Sitzungen erlebt zu haben, wo dieses Monster durchgekaut wurde, nur hat nie je einer von einer Ausschreibung gesprochen, musste sich Gifhorn opfern, weil kein Anderer wollte? Nun darf sich der Sozialausschuss noch einmal mit dem prächtigen Gebäude plagen. Sie zankten sich noch ein wenig über die Weinbergstraße, das mag auch keiner mehr hören, Joecks drängelt mit der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit, Müller-Brys antwortete, es ist wieder so ein Schildbürgerstreich, ohne vernünftige Tischvorlagen dauert’s eben länger.

Dann kam die Vogel – Langen Show. Im rasenden Schnellverfahren beantragte Hannes Langen mal eben 3000 Euro für einen Planer, der für drei Projekte Fördermittel beantragen soll. Von der Sache her ein Projekt des Sozialausschusses, der aber wurde hier im Eilverfahren ausgebootet, begründet mit dem plumpen Satz von Langen, ich will einen Planer und habe nur Zeit bis zum 30. Juni. Dass der Sozialausschuss, der nächste Woche tagt, das auch noch in aller Gemütsruhe beraten könnte, kratzte weder Hannes Langen noch Rainer Vogel, erst recht nicht Müller-Brys (SPD), der dem Bürgermeister nach dem Mund redete und seiner Parteifreundin Monika Kilian damit die in ihre Kompetenz fallende Entscheidung entzog. Klappt’s nicht mit den Fördergeldern, sind die 3000 futsch, na was juckt es Hannes Langen, er darf nun Planer beauftragen. Oh Gott hilf, wo sind wir in Schallgeschwindigkeit hingekommen, seit Wolfgang Stock die Segel strich. Hat nicht der Bürgermeister schon einmal versucht einen Ausschuss auszubooten, den Bauausschuss mit der Photovoltaikanlage? Wir gehen spannenden Zeiten entgegen! Der einzige Aufrechte war WBF-Vogel, er mochte das Spielchen nicht mitspielen.

  1. Bernd

    Nachtrag, Nichtöffentliche Sitzung: Vergessen hab ich zu sagen, am 26. Mai tagt der nächste Hauptausschuss und den will der dann gleichzeitig Vorsitzender und Bürgermeister im engsten, vertrauten Zirkel zelebrieren. Nichtöffentlich ist ja auch so viel bequemer, ohne Bürgerbeteiligung lebts sich doch völlig ungeniert. 🙂

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