Schreiadler – Er fliegt bald nicht mehr über uns

SchreiadlerIn der Naturschutzstation Woblitz werden schon am frühen Morgen leckere Mäusefilets serviert. Später, wenn die Küken gewachsen sind, wandern die Nager im Ganzen in den Magen. So an die 50 Tage werden die jungen Schreiadler in der Station aufgepäppelt. Es sind Jungtiere, die von den Erstgeborenen vom Futter vertrieben und attackiert werden.

Seit 2004 versuchen Vogelschützer in Brandenburg den Bestand des Schreiadlers, der in der Roten Liste als stark gefährdetet aufgeführt ist, zu erhalten. Um den bei Schreiadlern üblichen Geschwistermord zu verhindern, werden die Zweitgeborenen aus den Nestern genommen und in der Naturschutzstation durchgefüttert, bis sie flügge sind.

So konnten schon 23 Vögel gerettet werden. Der Schreiadler ist mit ca. 65 Zentimeter Körperlänge und einer Flügelspannweite von bis zu 167 Zentimetern der kleinste heimische Adler. Sein Reiseweg ist dafür der längste. Der bräunlich gefiederte Raubvogel legt dabei so an die 10.000 Kilometer zurück. Das ist natürlich eine gewaltige Herausforderung, besonders für Jungvögel. Auf dem Weg in den Süden lauern manche Gefahren. Am übelsten ist der illegale Abschuß in Südeuropa und im Nahen Osten. Besonders heftig wird in Italien und Malta gewildert. Das könnte man doch glatt bei der nächsten Urlaubsplanung berücksichtigen und in weniger mörderische Gefilde reisen. Wozu sollen wir die mit unseren Euros beglücken, die die hier in unserem Lande aufgezogenen Schützlinge abschießen.

Jedenfalls sieht es so aus, als wenn der Schreiadler keine guten Karten hat. Bis langfristige Schutzprogramme greifen, könnte er hier in Deutschland ausgestorben sein. Dann kann man wieder eine Tierart in der Roten Liste streichen. Wer mehr wer wissen möchte, kann auf der informativen Seite der „Bundesstiftung Umwelt“ über den Schreiadler erfahren.