Sarazzin, Migranten und Integration

Jeder der in einer Großstadt lebt, kennt die Probleme mit Migranten. Vor Jahren lebte ich in Berlin-Neukölln und erlebte wie der Bezirk langsam von Türken und Arabern erobert wurde, denen Ihr angestammtes Wohngebiet in Kreuzberg zu eng wurde. In der Gropiusstadt, meinem Zuhause, kamen noch Polen und Russen hinzu, mit denen hatten die weniger werdenden Deutschen kaum Probleme. Mit den Türken und Arabern dafür umso mehr. Jugendliche Türken und Araber traten fast nie als Einzelperson auf, immer in lärmenden Rudeln. Sie sprachen kaum Deutsch, in der Schulzeit bevölkerten sie die U-Bahnhöfe und am Abend war die Straße ihre. Mit ihrem stetigen Zuwachs und der zunehmenden Abwanderung der Deutschen zog die Angst ein. Wer ihnen in die Quere kam wurde angepöbelt, wer ihnen etwas verwehrte war ein Nazi, ein Faschist oder Ar…L…. Junge, deutsche Frauen und Mädchen in Minirock wurden von ihnen als leichte Beute angesehen. Sie dachten: „Wenn Eine so rumläuft, ist sie eine Hure. So denken sie noch heute über unsere Frauen. Gleich bei der U-Bahn Station Lipschitzallee steht eine katholische Kirche, den Knaben unserer türkischen und arabischen Gäste war es ein tägliches Vergnügen das Gotteshaus anzupissen. Irgendwann wars zuviel, die Wiedervereinigung machte es möglich und ich verließ meine Heimat, die von unseren Gästen zu ihrem Lebensraum erkoren wurde.

Nun 10 Jahre danach nennt Thilo Sarrazin die Dinge beim Namen. Er nennt Ross und Reiter und jeder der in den großen Städten wohnt weiß es, der Mann spricht die reine Wahrheit. Nach einer Emnid Umfrage teilen 51 Prozent im Stillen die Meinung Sarrazins. Sie schweigen lieber, als von der offiziellen Meinung für ihre abweichende Ansicht an den Pranger gestellt zu werden oder gar beruflich ausgegrenzt und kaltgestellt zu werden. So schweigt man opportunistisch in sich hinein, schaut weg. Sarrazin hat doch nur den Finger in unsere schlimme Wunde gelegt. Die Wunde unserer seit Jahrzehnten so erbärmlichen Integrationsbemühungen.

Die über Thilo Sarrazin hereingebrochene Kritik erschreckt mich sehr. Wortreich wird die Zensur in China verurteilt, aber gleichzeitig das freie Wort, die offene Kritik von Sarrazin verdammt. Auf Fehlentwicklungen muss und soll man hinweisen dürfen, auch wenn dabei das schöne Bild von Multikulti tiefe Kratzer erhält. Wer Augen hat zu sehen, der sieht, dass sich bei uns eine Parallelgesellschaft entwickelt hat, die in Ihren Ghettos lebt, aber alle Angenehmlichkeiten eines Sozialstaates einfordert.

Thilo Sarazzin hat als einziger mir bekannter Deutscher den Mut gehabt, es öffentlich zu sagen, alle Anderen wissen es und schweigen.

  1. Mario

    Ich glaube, dass Herr Sarrazin sicherlich kein geradliniger und angepasster Politiker ist und ich denke auch, dass er ein sensibles Thema in seinem Interview mit deutlichen Worten angesprochen hat. Aus meiner Sicht haut er dabei an manchen Stellen zu sehr auf die Pauke, aber er spricht so viele Probleme an – da kann niemand die Augen vor verschließen. Damit eckt er an. Und nicht erst damit. Wer erinnert sich nicht daran, dass seine Frau mal zwei Wochen im Urlaub für die Familie „Hartz-IV-Essen“ zubereiten musste, nur damit er sagen kann, das reicht zum Leben 😉
    http://www.welt.de/berlin/article1660729/Sarrazin_bekommt_Pruegel_fuer_Hartz_IV_Speiseplan.html

    Ist er mir sympathisch? Nein!
    Ist er mutig und deutet auf Probleme, die andere verleugnen? Ja.

    Also, was soll man sagen?!?

    1. Bernd

      Deine Einschätzung teile ich. Ob er sympathisch ist, keinen Schimmer, dazu müsste ich ihn persönlich kennenlernen. Seinen Mut, immer wieder unangenehme Dinge, drastisch überzogen, auf den Punkt zu bringen schätze ich sehr.

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