Reise nach Spanien – Ulla Schmidt spart

Gerhard Schröder haben wirs zu verdanken. Er schaffte sie ins Amt. Die Dame mit dem gewissen Nichts, wie Spötter sie nannten, galt bald als überfordert. Ihre Beförderung zur Superministerin für Gesundheit und Rente sorgte für heftiges Kopfschütteln. Die Rede ist von Ulla Schmidt, Kollateralschaden der damaligen SPD Alleinherrschaft.

Da läßt sie einen ihrer zwei Dienstwagen mit Fahrer und dessen Sohn nach Spanien schaffen und gleich wegnehmen. Der andere steht noch in Bonn, da hat das Ministerium noch eine kleine, feine, teure Filiale. Dank dem spanischen Dieb, der ihr die 120.000 Euro teure, unversicherte Karre geklaut hat, wissen wirs. Sonst wären wir nie dahinter gekommen, dass die große Moralistin den teuren Urlaub etwas preiswerter anging. Urlaub ist, so heißt es, zum Erholen da, zum Erhalt der Arbeitskraft, auch für eine Ministerin, wenn es denn etwas zu erhalten gibt.

Für Ulla Schmidt undenkbar, sie opfert sich ohne Murren für Deutschland, ist immer im Dienst. Selbst wenn sie einen Dorfschulzen und ein deutsches Rentnerrudel in Els Poblets besucht. Wieso eigentlich? Haben wir in Spanien keine Botschaft mehr, die das hätte machen können oder ihr vielleicht für die paar Stunden eine Luxuslimousine mit Fahrer zur Verfügung stellen konnte? Luxus und Fahrer muss schon sein, als SPD Bonze stehts einem ja zu! Die Genossen an der Basis und der Steuermichel werden es schon ranschaffen, das liebe Geld und Verständnis haben, ganz viel von beiden. Das war schon immer so und wird immer so bleiben.

Gerhard Schröder (SPD) geißelte in einer Rede die „Mitnahme-Mentalität“ vieler Deutscher. Kannte Schröder seine Schäflein – so gut? Sie lassen vernehmen, „das steht mir zu“, so Rita Süßmuth, jetzt Ulla Schmidt zu ihren Dienstwagenaffären; Scharping – Flugaffäre; Lothar Spät – gesponserte Flugreise; Kurt Biedenkopf – Ikea Rabattaffäre; Rita Süßmuth – Flüge in die Schweiz, wo doch Töchterchen dort zu finden war .

Ulla Schmidt (SPD), die moralische Instanz der Deutschen, die den Ärzten regelmäßig Habgier vorwarf und die gesetzlichen Krankenkassen reformierte bis ihre Zwangsmitglieder sich viele Behandlungen nicht mehr leisten können. Sie ist in der Grauzone zwischen erlaubt und moralisch verwerflich in eine läppische Falle für Gierpickel gerannt und hat damit ihrer Partei geradezu klassisch schön in die Sch… geritten. Den Scherbenhaufen hat Müntefering (SPD) mit seiner Äußerung: Das ist eine gestandene Person, die wird das schon überstehen, nochmals aufgehübscht. Obendrein konnte der Kanzlerkandidat der SPD, Frank-Walter Steimeier, sein politisches Schwächeln demonstrieren, indem er Ulla nicht in seinem Schattenkabinett mitwursteln lässt, jedenfalls bis zur Klärung, reine Routine, das haben die drauf, wetten?

Es geht auch anders, jedenfalls als Preußen noch Preußen war. Der Freiherr vom und zum Stein schrieb seinerzeit an den preußischen König: „Majestät, angesichts des desolaten Zustands der Staatsfinanzen erlaube ich mir, nur die Hälfte des mir zustehenden Salärs aus der Staatskasse zu entnehmen!“ Ja, welchem deutschen Regierungsmitglied würden solche Worte von der Feder tropfen?