Reise durchs Mitteilungsblatt – Sept/Okt 2012

11. September 2012 Aus Von BerndWohlers

Ekelhaft dieses neue Mitteilungsblatt unseres Bürgermeisters. Da grinst uns auf Seite 11 die Visage von Walter Ulbricht, Erbauer des größten Gefängnisses auf deutschen Boden, entgegen. Ulbricht, Mauerbauer und Hauptverantwortlicher für die an der innerdeutschen Grenze von den Grenztruppen ermordeten deutschen Bürger. Auch wenn es Werbung für sein Nachtflugverbot ist, diese Geschmacklosigkeit geht zu weit.

Mit Stimmungsmache geht es gleich ab Seite 1 durchs widerwärtige Blatt. Da behauptet der Bürgermeister unter anderem: „ähnliche freiwillige Zuschüsse geben wir bereits für die FAW, den Verschönerungsverein und die Straßenbahn“. Hier lügt der Bürgermeister, der Verschönerungsverein bekommt keine freiwilligen Zuschüsse, der Verschönerungsverein hat einen Vertrag mit der Gemeinde abgeschlossen, der ihm seine Räume in der „Alten Schule“ Miet- und Nebenkostenfrei stellt. Dafür hat er Fördermittel bekommen, im Gegensatz zu seinem Verein. Vergessen hat der Bürgermeister, dass er dem Verschönerungsverein die halbe „Alte Schule“ für seinen Unterstützerverein weggenommen hat. Ebenso erwähnt unser ehrlicher Bürgermeister nicht, dass sein Verein „Kulturhaus Alte Schule“ seine Räume ebenfalls mietfrei benutzt. Das hält der Herr bewusst unter dem Teppich, warum wohl?

Wechseln wir einmal zur Seite 15, da sehen Sie eine fast ganzseitige Reklame für des Bürgermeisters Unterstützerverein „Kulturhaus Alte Schule e.V. Sehen Sie genau hin, ganz oben rechts steht geschrieben „Kulturhaus Alte Schule Woltersdorf“. Der Bürgermeister hat still und leise den Namen der „Alten Schule“ geändert, auch auf der Homepage der Gemeinde, seinen Verein angepasst, warum wohl? Der Bürgermeister hat auch von der Entwicklungsgesellschaft StienitzSee GmbH so etwas wie eine ABM-Kraft besorgt, die sollte für die ganze „Alte Schule“ tätig sein, also auch für den Verschönerungsverein. Das darf die ABM-Kraft aber nicht, sie darf ausschließlich für seinen Unterstützerverein „Kulturhaus Alte Schule e.V.“ tätig sein. Jetzt sucht der Bürgermeister für seinen geliebten Unterstützerverein noch eine Arbeitskraft „Stelle als Bundesfreiwillige“. Zitat aus dem Mitteilungsblatt: „Der/Die Freiwillige soll den Verein bei der Verwaltung der Veranstaltungsräume, dem Tourist-Info-Point, dem Kulturcafé und der Bibliothek unterstützen. Er/Sie ist Ansprechperson für Gäste, pflegt Veranstaltungspläne, erarbeitet Infomaterialien und hilft bei der Kooperation mit Veranstaltern. In der Bibliothek im Dachgeschoss berät er/sie die Leser. Außerdem soll er/sie die Vereinsmitglieder bei der Vorbereitung von Veranstaltungen und gegebenenfalls der Reinigung danach unterstützen.“

In Vereinen versammeln sich Menschen, die sich für das vom jeweiligen Verein gepflegte Hobby einsetzen und ihre Arbeitskraft kostenlos aus Idealismus einbringen. Hier in Woltersdorf ist es anders, der Unterstützerverein des Bürgermeisters „Kulturhaus Alte Schule e.V.“ scheint nur Häuptlinge zu haben, keine Indianer, die die Arbeit leisten. Deshalb müssen sie sich nun Fremdarbeiter auf Kosten der Steuerzahler holen. Ein Beispiel, dieser Verein unterhält eine Bibliothek, ein Vereinsmitglied wollte diese hegen und pflegen. Nun, einige Monate später, steht in der Stellenausschreibung: „…In der Bibliothek im Dachgeschoss berät er/sie die Leser…“. Scheint so, die Vereinskraft für die Bücherei ist nun auch Häuptling und braucht einen Indianer, der für sie schuftet.

Die sonst im Mitteilungsblatt zu findenden Anzeigen vom Verschönerungsverein, WBF, SPD, CDU und FDP sind ganz aus dem Blatt gefallen. Gegen die Parteien und den Verschönerungsverein stänkert der Bürgermeister ja auch schon ein Weilchen. Klar, für eine ganze Seite für seine Lieblinge vom „Kulturhaus Alte Schule“, da müssen die Ungeliebten eben mal verschwinden. Rainer Vogel, Bürgermeister für alle Woltersdorfer? Bestimmt nicht mehr, nur noch Bürgermeister für seine Bürger.

Wir müssen noch einmal zurück, auf Seite 1, das Sommerfest. Fällt Ihnen etwas auf – Nein? Nun, für den Bürgermeister beginnt und endet das Sommerfest am Samstag. Kein Wort über den Familientag, den Pfarrer Trodler mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr sehr schön gestaltete. Verstehen kann ich den Bürgermeister, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zählen nicht zu seinen Bürgern. Erinnern Sie sich noch? Eine Amtsleiter wollte eine Feuerwehrleiter umkippen! Spinnen Sie den Faden doch einmal selbst weiter.

Wie hat er die Freiwillige Feuerwehr bei dem Fest geknebelt, sie durften keinen Kuchen verkaufen, sie durften kein Gegrilltes anbieten, nur ihre Erbsensuppe hat dieser Bürgermeister einer kleinen Gruppe von Woltersdorfern, der FFW erlaubt. Und da reden dieser Mann und seine Paladine von einem schönen Sommerfest – ja nach außen war es eins – aber im Inneren wurde falsch gespielt. Falsch gespielt gegen die Freiwillige Feuerwehr und falsch gespielt gegen den Verschönerungsverein, der beim Sommerfest keinerlei Erwähnung wert war und somit viele Bürger nicht wussten, dass am Aussichtsturm eine Kapelle und allerlei Leckereien, nebst einer kleinen Ausstellung über Turm und Verschönerungsverein warteten.

Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf Seite 18. Da wird ein neuer Geschäftsführer für die GWG gesucht. Der Alte (ganz neu im Betrieb), musste er gehen oder ist er gegangen? War er kein Bürger, wie ihn sich der Bürgermeister vorstellt – der zu ihm passt? Das zu ihm Passen, ist Grundvoraussetzung für einen Job in der Gemeinde. In seinem engsten Unterstützerkreis gibt es bestimmt Arbeitsuchende.

Ach ja, mich mag er auch nicht, der Bürgermeister, da wühlt er im Untergrund gegen Bernds-Journal. Eine Beschwerde einer bedrängten Bürgerin an Landesvater Platzeck hat wohl auch nichts gebracht. Der regiert mit ruhiger Hand, tranig im eignen Land. Jedenfalls hat er die Beschwerde an Beeskow weitergeleitet, wo sie abgeblieben ist, dass wissen nur die Götter und Zalenga. So läuft’s eben zur Zeit in Woltersdorf, traurig aber wahr.