Politik im Blog

In Italien hat ein Komiker einen Blog und mischt damit die Politszene kräftig auf. Täglich wird seine Seite rund 160.000 Mal aufgerufen. Mit Witz und boshaften Kommentaren attackiert Beppe Grillo korrupte Politiker, Umweltskandale und üble Konzerne. Vieles von dem was er schreibt, bleibt hängen und beeinflusst das Meinungsbild des Lesers. Menschen, wie Beppe sind gut für uns. Durch die große Zahl seiner Anhänger lehrt er den Politikern das Fürchten.

Es gibt aber immer wieder den Typus von Politiker und Manager, der meint: „Medien sind nicht alles, sie sind nur eine kleine Ergänzung und man kann getrost darauf verzichten.“ Einer, der solches von sich gibt, hat den Wandel der Welt ins globale Dorf verschlafen und wird es bei seiner nächsten Wahl deutlich merken. Politiker und Wähler lernen sich immer öfter, in all ihren Facetten,  auf Webseiten kennen. Das betrifft nicht nur die internationale Gemeinde der Berufspolitiker, nein auch Gewählte, Kandidaten und Wähler in kleinen Gemeinden stellen sich in Blogs vor.  Hier hat der Leser die Chance mit Kommentaren seine Meinung kundzutun und Antwort zu bekommen. Das klappt aber nur, wenn der, der den Blog hat ehrlich ist und dem Leser keine Hindernisse in den Weg legt. Ein schlechtes Image holt sich jeder Politiker, der nur das veröffentlicht, was ihm in den Kram passt. Mit den technischen Möglichkeiten der Software, kann er Kommentare zurückhalten, verändern, mit deren Reihenfolge jonglieren oder Texte löschen. Wer nur Jubelpost durchlässt, der zensiert seine Webseite und verärgert Leser und Wähler für alle Zeit. Schlimmer noch, anstatt einen Freund oder zumindest Neutralen, hat er sich ohne Not einen Feind gemacht. Gegner haben Freunde, zornig erzählen sie denen ihr Erlebnis und die Freunde tragen es weiter zum Nächsten. Der Zweifel ist gesät, wird er noch mit einem Beweis gedüngt, ist es die mediale Beerdigung des Bloggers.