Parken an der Schleuse

Das Schleusenviertel, insbesondere das nahe Umfeld der Schleuse, wurde von unserer Gemeinde touristisch aufgewertet. Voller Fleiß, Tatenkraft und geringem Sachverstand pflasterte die Gemeinde das Areal rund um die Schleuse mit Schildern zu. Schilder, die Parkverbotszonen gebieten, Schilder die Parkverbotszonen aufheben und zentnerweise Parkleitschilder versehen mit zeitlichen Begrenzungen, die eine Parkscheibe erforderlich machen. Weiße Pfeile auf dem Blech weisen in alle Himmelsrichtungen. Bewirkt diese Schilda Gigantomanie etwas? Nein, auf der Plaza Schilda wird geparkt wie zuvor, es geht ja auch nicht anders. Ja, ein beträchtlicher Teil von Verkehrsteilnehmern versucht der Obrigkeit zu gehorchen und damit beginnt ein neuer Akt – ein Trauerspiel.

Ab hier lehne ich mich eng an einen Brief an, den ich von einer Leserin erhielt und der die Situation aus Sicht der Anwohner in der Fangschleusenstraße und Buchhorster Straße schildert: „Was sich dort die Tage abspielte, ist der Wahnsinn. Vergegenwärtigen wir uns jetzt den Berg, wo das Cafe Hummelchen ist! Wenn man den Berg hoch fährt (macht Spaß im Winter…), kommt man an eine Gabelung. Rechts Fangschleusenstraße und links Buchhorster. Das Erste was mir auffiel, sind die neuen Schilder an den beiden Straßen. Ich habe mal gegoogelt, es sind Schilder, auf jeder Straßenseite, mit der Bedeutung „Aufhebung einer Zone mit Halte- und Parkverbot“.

Lieber Besucher, laufen Sie bitte mal die Fangschleusenstraße ab, nein fahren Sie lieber mit dem Auto. Dort werden Sie feststellen, dass es bereits Probleme gibt, wenn sich 2 Autos begegnen, einer muss auf den Bordstein ausweichen und man quetscht sich dann, über den Bürgersteig, aneinander vorbei. Nun interessiert mich ehrlich, wo dann bitte die Autos parken und halten können?! In der Buchhorster Straße mag ich noch ein Einsehen haben, aber bei der Fangschleusenstraße hört meine Toleranz dann doch auf. Verwirrte Berliner setzen vor und zurück, keiner wusste mehr, wer ratlos verharrt und wer wirklich parkt. Kurz, das erklärte Chaos. Ich bin entsetzt, was dort verkehrspolitisch getrieben wird! Unsere Vorrangschilder sind immer noch nicht da, aber völlig sinnfreie Schilder werden aufgestellt. Parkverbote, an die sich eh keiner hält und die nicht geahndet werden, und Aufhebungen der Parkverbote für Straßen, die nicht einmal zweispurig sind.“

Die Parksituation war an der Schleuse allzeit unbefriedigend. Die Gemeinde wollte Gutes tun, die Parkquälerei entzerren, sie tat zuviel des Guten. Jetzt ist es schlimmer denn zuvor. Die Verantwortlichen sollten noch einmal darüber nachdenken, denn etwas, das alle, Anwohner wie Touristen verärgert, kann nicht gut sein.

Dazu gibt es hier noch einen Artikel: Circus maximus an der Schleuse