Notfalldose und Patientenverfügung


Zu diesen beiden Themen hatte der Seniorenbeirat eingeladen.

Dr. Ursula Port hielt einen Vortrag über ein Hilfsmittel in der Not, die Notfalldose. Sie erklärte die Herkunft und warum die Dose unter Umständen lebensrettend sein kann.

Die Idee stammt aus Großbritannien und Nordirland. Dort wurde sie entwickelt. Langsam schwappte dann die Dose über den Kanal zu uns herüber. Die Bremer Firma 2014 nahm sich der guten Sache an und hat sie als Patent angemeldet.
Die Notfalldose ist in der Hauptsache gedacht für Singlehaushalte und Gemeinschaften in denen beide Partner nicht mehr so ganz fit sind .
In der Dose befinden sich zwei Aufkleber und ein Formular aus dem Retter alle relevanten Daten wie Name, Anschrift, Geburtsdatum, Krankenkasse, Hausarzt, welche Vorerkrankungen, Operationen, Blutgruppe, Allergien, Herzschrittmacher, Zuckerkrankheit, Einschränkungen bei der Beweglichkeit. Ein Medikamentenplan sollte separat dazugelegt werden, so kann der Arzt einen Blick entnehmen was der Patient so alles schluckt. Gut wäre es auch, wenn ein aktuelles Foto dabei ist. Hilfreich wäre auch der Hinweis auf einen Organspendenausweis, einer Patientenverfügung und wo das alles zu finden ist. Wer im Notfall die Kontaktperson ist und falls ein Haustier vorhanden ist, wer wird es versorgen.
Das alles kommt in die Dose und wird in der Kühlschranktür abgestellt. Warum Kühlschrank? Einen Kühlschrank hat jeder Haushalt und der Kühlschrank befindet sich fast immer in der Küche.

Nun kommen die beiden Aufkleber ins Spiel. Der eine wird außen an den Kühlschrank geklebt und der andere innen an die Haus- oder Wohnungstür. So kann jeder Helfer ganz schnell sehen, es gibt eine Notfalldose und anhand des anderen Aufklebers sieht er, sie befindet sich im Kühlschrank. Zeit sparen kann vielleicht das Leben retten.

Dr. Ursula Port betonte, dass diese Notfalldose auch von Autofahrern im Handschuhfach mitgeführt werden kann.

Wo bekommt man in Woltersdorf diese Notfalldose? Der Seniorenbeirat, so berichtet Ursula Port, bekam von der Kastanien-Apotheke die Zusage, für den Vertrieb zu sorgen. Die Dose kostet eigentlich 2,00 Euro aber die Apotheke verkauft sie für 1,00 Euro und legt den anderen Euro als Spende von sich aus zu. Einen herzlichen Dank an die Kastanien-Apotheke.

Den nächsten Vortrag zur Patientenverfügung hielt unsere Amtsleiterin für Soziales, Jenny Loponen. Sie betonte, dass es zwar sinnvoll aber keine Pflicht wäre, eine Patientenverfügung aufzustellen.
In dieser Patientenverfügung kann dann alles geregelt werden. Falls man selber dazu nicht mehr in der Lage ist zu sagen was er möchte, so kann z. B. der Arzt es nachlesen. In dieser Verfügung können sie alles festlegen was gemacht werden darf und was nicht. Alle Betreuungsmöglichkeiten die sie wollen und was sie nicht wollen, wie z.B. lebenserhaltenden Maßnahmen. Wer liest diese Patientenverfügung? An erster Stelle die Ärzte, die Pflegepersonen, die Bevollmächtigten, sofern einer eingesetzt wurde und die Betreuer.
Eine Patientenverfügung kann am Computer erstellt werden, muss aber ausgedruckt und handschriftlich mit Vorname, Name und Datum unterschrieben werden. Eine Patientenverfügung kann jederzeit widerrufen werden, indem man sie z.B. zerreißt. Sie können dann einen neuen Text aufsetzen. Eine jährliche Überprüfung der Patientenverfügung sollte von Ihnen selbst vorgenommen werden. Stehen sie immer noch zu dem, was sie beschlossen haben? Besprechen sie sich mit den Personen, die sie eventuell als Bevollmächtigter eingesetzt haben oder erst einsetzen wollen. Wichtig ist zu wissen, wo die Verfügung dann liegt oder hinterlegt ist. Das kann z.B. beim Hausarzt sein, wenn er diesen Service anbietet, im eigen Haushalt oder bei einem Notar.

Die Patientenverfügung ist für alle bindend. Die Verfügungsberechtigten und die Ausführenden dürfen nicht anderes handeln als es von Ihnen verfügt wurde.. Eine Patientenverfügung kann nur von einem Volljährigen verfasst werden.

Die Patientenverfügung sollte so konkret wie möglich sein. Dafür bietet das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

(http://www.bmjv.de/DE/Themen/VorsorgeUndPatientenrechte/Betreuungsrecht/Betreuungsrecht_node.html;jsessionid=6F418410CBB137D29756C400171AA636.2_cid297)

eine Broschüre und auch Textbausteine an. Diese Textbausteine können um ihren aktuellen Krankheitsstand und Wertegefühl oder religiöse Überzeugungen erweitert oder ergänzt werden.

Wer unterstützt Sie bei der Erstellung einer Patientenverfügung. Das können sein, die Hausärzte, soziale Dienste, wie die Caritas etc. oder Anwälte, allerdings sollte vorher nach dem Honorar gefragt werden. Sind Sie der Meinung, das kann ich doch alleine händeln, so ist das auch rechtsgültig

In der Vorsorgevollmacht wird der Bevollmächtigte festgelegt und welche Vollmachten er übernimmt. Das kann z.B. das Aufenthaltsbestimmungsrecht (ganz wichtig), Vollmacht für Behörden, die Vermögenssorge und Gesundheitssorge. Das kann auch auf mehrere Personen verteilt werden.

Es kann aber auch eine Betreuungsverfügung gefasst werden, in der sie festlegen, wer im Falle, dass sie betreut werden müssen, dann vom Betreuungsgericht eingesetzt wird, ebenfalls immens wichtig.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ist wichtig. Allerdings nicht erst im Seniorenalter, sie muss schon viel früher so aufgesetzt werden. Warum nicht gleich morgen damit beginnen.

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