Nachlese zur Bürgerversammlung

Fragen an den Bürgermeister – Bürgerversammlung. Beschämend missbraucht, da tönte Die Linke bereits am frühen Morgen, heute, ja heute geben wir’s ihnen. Woher wusste der Schnauzbart das bereits am Morgen? Da waren einige Redner, keiner hat sie je im Politikbetrieb gesehen, also von nichts Ahnung, dennoch unisono fielen die Fremden über die Arbeit derer her, die sie nicht kannten. Ihre Aussagen ähnelten sich, der Dramaturg der Scharade machte sich nicht allzu viel Mühe, der Regisseur auch nicht. Sie durften reden, beleidigen, verhöhnen ohne ihren Namen zu nennen. Andere nannten ihn, verhehlten aber, dass ihre Ehepartner zum Grünen Clan des Bürgermeisters gehörten. Sie durften ebenfalls buhen, dazwischen rufen, wenn’s zur Erhebung ihres dann wohlwollend grinsenden Bürgermeisters diente, allemal. Selbst der allerdümmste Schafskopf, der nicht einmal wusste wer, was, wo Politik ist, durfte sich am Ende des Abends auskotzen, zum Ruhm des Führers unseres Dorfes.

Ähnlich lief die Gründungsversammlung des Vereins „Kulturhaus Alte Schule“ im Hummelchen ab. Damals, als ich etwas bemerken wollte, bekam ich von Ulrike Stengel, damals kannte ich sie noch nicht, einen Vogel gezeigt. Beleidigung oder geheimes Erkennungszeichen des Vogel Clans, ich weiß es nicht. Oder der ersten Bürgerversammlung zur Gründung eines Seniorenbeirats. Auf Nachfrage erzählte mir damals der Star Protagonist T. ganz arglos, ja er habe am Abend zuvor mit dem Bürgermeister und Hannes Langen geübt. Ist ja klar, so ne Show braucht Vorbereitung. Immer das gleiche Spiel mit schlechter, durchschaubarer Regie.

Hier wurde dazwischen gebuht, das Wort abgeschnitten, einer – ich – bekam die bürgermeisterliche Wutkeule in Form von Redeverbot aufs Haupt geschlagen. Es war eben eine völlig demokratische Versammlung, nach dem Demokratieverständnis eines Rainer Vogels.

Eines aber, dafür sollten sich alle schämen, besonders der Bürgermeister und Hannes Langen. Da versuchte eine Frau, die Gattin eines Sachkundigen Bürgers, einer beim BM unbeliebten Partei etwas zu sagen. Vom ersten Wort an wurde dazwischen gegröhlt, besonders von ganz hinten im Saal. Keifend forderten die grauhaarigen Greise und der Schnauzbart, sie, die Frau solle ihren Namen nennen, nur vom Mikrophon aus reden. Der Bürgermeister zeigte sein beliebtes Haifischgrinsen, wie immer, wenn ihm etwas besonders gut mundet. Hier, bei den Nichtfreunden des BM, galten die Anonymisierungsregeln nicht mehr. Hier sollte eine anständige Frau eingeschüchtert werden, nur weil ihr Mann einer dem BM missliebigen Partei angehört. Pfui Teufel, Herr Bürgermeister, zumindest in dem Moment als der Mob zuschlug, hätten sie eingreifen müssen. Sie berufen sich doch sonst so gern auf ihr Hausrecht.

5 Gedanken zu „Nachlese zur Bürgerversammlung

  1. Auahahn

    Hallo Herr „Peter Müller“, wenn Sie auch bei der Woltersdorfer Bürgerbeeinflussungsversammlung waren, dann könnten Sie gewiss mit Ihrer objektiven Beobachtungsgabe doch auch die Frage von Herrn Wohlers und auch vieler Leser beantworten, wer denn die Frau mit dem Baby auf der Versammlung zu babyschlafender Zeit war ?
    Das ist nämlich insofern wichtig zu wissen, um rein sachlich zu erkennen, ob die politische Strategie unseres BMs wieder mal eine TV-reife Shows mit Komparsen und Claquateuren war oder eine psychologische Kriegsführung gegen unbequeme Abgeordnete der anderen Parteien und skeptische, wachsame Woltersdorfer Bürger, auszuschließen sei.
    Dass Familie Wohlers-Bandelier mit viel Engagement ihre unbezahlte Freizeit einsetzt, um in ihrem kostenlosen Journal Erlebnisse, Wortprotokolle und mit Sach- und Fachverstand auch subjektive Wertungen zu äußern, kann man gar nicht oft genug lobend erwähnen. Wo hat man schon so eine geballte Ladung an belegter Wahrheit, gepaart mit ungetrübtem Menschenverstand und Lebenserfahrung ? – Keinesfalls in zusammengefassten Sachthemen-Protokollen oder gar zensierten Zeitungsartikeln, welche Sie vielleicht als „Objektivität“ und „Sachlichkeit“ in diesem privaten, unparteilichen Journal zu Unrecht erwarten.

    Und wenn Sie auch meine Meinung interessieren sollten, kann ich nicht über alle unsere Abgeordneten sagen, dass sie immer die Interessen von uns Bürgern vertreten haben, wenn sie, (übermüdet so kurz vor Feierabend der späten Versammlungsstunde noch schnell) eine vom BM Vogel galant rüberschobene, unbekannte Tischvorlage, abnickten, wo es um Bewilligung großer Geldsummen oder um Beschlüsse ging, die in den Fachausschüssen anders beurteilt worden wären. Oder einige sich haben gegen die Interessen der Bürger, ehrfürchtig von seiner Eminenz ohne weißen Kittel, einlullen ließen. Es gibt nämlich viele hierachie-ergebene Menschen, die haben mehr Ehrfurcht vor der Uniform, dem weißen Arztkittel, dem Lehrer“stock“, dem besserwissenden und herrschsüchtigen Vorgesetzten, dem talentierten Künstler, Gauckler und Blender etc., statt sie seine Bildung, Fachkompetenz, Korrektheit, Unbestechlichkeit, Offenheit, Fairness, Menschlichkeit, Gerechtigkeits- und Wahrheitsliebe etc. zu schätzen wissen.

    Dennoch stimme ich Ihnen zu, dass man JEDE gesellschaftliche, unbezahlte Tätigkeit in Politik, in Vereinen, in Gemeinschaften und im eigenen Umfeld anerkennend, höher und viel dankbarer bewerten könnte. Na ja, wenn sie keinen allzu großen Schaden angerichtet haben.

    Der BM und die ihm untergebenen Gemeindeangestellten bekommen aber ihre Arbeitszeit sehr gut bezahlt. (Wie hoch ist denn inzwischen das Einkommen von BM und Gemeinde-Amtsleitern gestiegen, weiß das einer zu beantworten ?) Da kann man schon Höchstleistung wie im Privatbetrieb erwarten. Wer es nicht zufriedenstellend packt, ist halt ungeeignet und muss wieder gehen, um höheren Schaden für die Bürger zu verhindern. Das ist unausweichlich, da hilft kein nachträgliches Tricksen, Winden und Winseln.

    Und deshalb nochmals vielen, aufrichtigen Dank der Familie Wohlers-Bandeliers für ihr Mammut-Wortprotokoll samt Anmerkungen und Eindruckschilderungen, objektiver könne nur noch eine Filmdokumentation sein !

    1. Bernd

      Dear Auahahn, nun muss ich Sie bremsen. Ganz wichtig für mich und die Entwicklung dieses Blogs ist Kritik – Kritik, mit der ich etwas anfangen kann. Also Peter, lassen Sie sich nicht abschrecken. Meine Email: sepiatinte at web.de

      Die junge Mutti, die dem BM die Kita durchdrücken helfen sollte, siehe den im Moment neuesten Artikel: „Wer war die mit dem Baby“, dort die Links drücken und Sie finden die Mutti im Vorstand der Partei „Die Linke“ von Berlin-Neukölln (jedenfalls z.Z. der Aufnahme) und auch den Zweiten, einen VON, der sich wie ich hörte besonders als Flughafengegner verdient macht. So ist eben Politik, mal sauber, mal schmutzig.

      Mit dem Abnicken auf die Schnelle, jeder Vorgang ist anders. Besteht keine Eile, schicken unsere Abgeordneten den Kram zurück an die Verwaltung. Manchmal hängen aber auch vertragliche Fristen dran und dann müssen sie auch mit schlechten, sprich Tischvorlagen, zähneknirschend vorliebnehmen, hier muss der BM sich verbessern.

      Zum Gehalt eines BMs – für nichts in der Welt würde ich, für die paar Mark, diesen Job übernehmen. Macht der BM einen guten Job ist er unterbezahlt, im Vergleich zur Wirtschaft. Macht er einen schlechten Job, ist er deutlich überbezahlt – z.Z. in Wdf der Fall. Dennoch auch Dr. Vogel ist vielleicht lernfähig, warten wir’s ab.

  2. Minerva McGonagall

    Der Größte Bürgermeister aller Zeiten hatte ins Rathaus „eingeladen“.
    Wollt Ihr den totalen Bürgerkrieg ??? Jaaaaaaa !!! schrie der einbestellte Mob:
    Grüne Herren, Menschen aus „Kultur“verein, vielfliegende Bonusmeilen-Flughafengegner, ein Mittelstandsverein (der nur bescheidene knapp 5% der ortsansässigen Gewerbetreibenden hinter sich vereint – ein lärmendes Minderheitenclübchen).
    Für die Inszenierung hat unser Therapeut tief in die Psycho-Trickkiste gegriffen:
    er selbst ist das Opfer einer Verschwörung der Mehrheit der Gemeindevertreter gegen ihn.
    Aber wir wollen mal nicht übersehen, es gibt auch welche, die ihm unter die Arme greifen: die SED-PDS-Linke und natürlich der NPD-Mann. Die verstehen sein Problem und haben auch Lösungen anzubieten.
    Wären die einen oder anderen an der Macht, dann gäb‘s das nicht – dass legitimierte Abgeordnete einfach so eine eigene Position (ich nenne das mal politische Haltung) haben und die nämliche in ihrem Abstimmungsverhalten einfach so zum Ausdruck bringen – UNERHÖRT.
    In beiden deutschen Diktaturen hatte man das besser im Griff. Die einen haben kurzerhand ein Ermächtigungsgesetz erlassen, das machte das Parlament überflüssig.
    Die anderen haben gleichgeschaltete Blockparteien unter dem Begriff „Nationale Front“ installiert. Passenderweise haben auch die 68-er Vögel vom „Scheincharakter des Parlamentarismus“ gesprochen und begeisterten sich für Mao (bei dem wurde kurzer Prozess gemacht – wer nicht spurte, musste eben ohne Kopf zurechtkommen: 70 Mio. Tote – das kann sich sehen lassen) und das kommunistische Nordkorea gilt noch heute als Ziel linker Spinner.
    Sollten wir dem Bürgermeister nicht empfehlen, seinen Wohnsitz dorthin zu verlegen ? Kein Fluglärm, endlich die autofreie Stadt, unbefestigte Radwege allerorten, ein sparsamer Lebensstil, kein Wachstum mehr , dafür schwelgen alle im Glück der großen Volksgemeinschaft, keine Lebensmittel im Müll (ok, auch keine im Bauch), endlich kann man mal nach Herzenslust Vegetarier sein, Energieplanwirtschaft (kein Strom in der Dose), endlich würden alle zu ihm aufschauen, der ökologische Fußabdruck minimal – das wäre richtig gut für’s Klima.

    Besonders für das in Woltersdorf.
    Für die Klima-Verbesserung in Woltersdorf schlägt er Mediation vor: Papi gibt den ungezogenen Gören noch eine Chance, sonst geht’s ab ins Umerziehungs-Lager.
    Das stelle man sich mal im Bundestag vor: die Kanzlerin rät der SED-PDS-Linken und den Grünen zur Mediation, damit sie nicht mehr so viel Mist produzieren. Zwerg Gysi würde mit dem Fuß aufstampfen und bockig werden, und Claudia Roth würde vor Empörung knallrot (oder knallgrün ?) im Gesicht werden und die Haare würden noch ein bisschen mehr die Farbe von Pommes Frites annehmen. ..
    Was muss noch gesagt werden?
    Zu Herrn Lipka : Ein Lob für die Arbeit von Wolfgang Höhne ? Hat Lipka nicht jahrelang erfolglos die Kommune verklagt oder irre ich mich da?
    Zu Frau Fleischer: Konstruktive Zusammenarbeit ? Die stramme gelernte Freundschafts-pionierleiterin, die ihre Berufsbezeichnung mit Dipl.-Pädagogin angibt, darf sich aus gutem Grunde nicht Lehrerin nennen (es gibt mehrere Gerichtsurteile in dieser Sache), im öffentlichen Dienst würde sie nur nach gründlicher Überprüfung arbeiten können. Deren Geschäft war in der DDR-Diktatur nicht die Konstruktive Zusammenarbeit, sondern Indoktrination, Drill, Drangsalierung und Gehirnwäsche. Diese Leute haben Bildungswege und Biografien von Menschen zerstört.
    Zu Frau Brauer: Neuwahlen ? Frau Brauer, seien Sie bloß vorsichtig, das ging schon mal schief !
    Zur jungen hilflosen Mutter: Warum ein Umzug aus dem Multi-Kulti Neukölln ins spießige Woltersdorf ? Sollen die Kinder nicht länger gemeinsam mit den Neuköllnern lernen und „bilingual“ aufwachsen ?

    Hier ist was los.

    Minerva McGonagall

  3. Peter Müller

    Hallo Bernd,
    jetzt muss ich mich doch mal melden, obwohl ich lieber im Untergrund geblieben wäre!
    Ich war auch bei der Versammlung und bis Teil 3 kann ich Dir ziemlich gut folgen,
    doch ab Teil 4 geht der Frust doch etwas zu sehr mit Dir durch und lässt Objektivität vermissen.
    Deine Seite ist wichtig für Woltersdorf, bringt sie uns doch ein Großteil der Informationen, die der Bürgermeister uns versprochen hat.
    Es ist auch nicht besonders verwerflich, wenn Deine persönlichen Emotionen durchscheinen, doch solltest Du den Weg zur Sachlichkeit nicht zu weit verlassen.
    Als wichtigste Erkenntnis für mich ist, dass man, wenn man schon unzufrieden ist, vielleicht doch die eine oder andere GV Versammlung besuchen sollte, um halbwegs informiert zu sein und die „Hinterzimmer Mentalität“ des Bürgermeisters zu verhindern.
    Stützen wir doch ein bisschen unsere Abgeordneten, die sich Ihre Arbeit bestimmt nicht aus Profilierungssucht ans Bein binden und hinterfragen „Neuwahlen Forderer“ was sie unseren gewählten Abgeordneten konkret vorwerfen.
    Die Argumentation der Frau Kilian in Bezug auf den Kitabau war jedenfalls ziemlich einleuchtend und zeugt von einem verantwortungsvollen Umgang mit diesem heiklen Thema.
    Beste Grüße
    Peter
    P.S. ich vermisse die Stimme von Herrn Rechenberg!

    1. Bernd

      Hallo Peter, richtig folgen kann ich nicht. Teil 4 ist fast bis unten Wortprotokoll, wo da ist der „vorhandene“ Frust durchgegangen?
      Gruß Bernd

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