Krieg um Kabul und kein Ende in Sicht

Die Luft ist bleihaltig für ausländische Truppen in Afghanistan. Unsere Bundeswehr igelt sich in Feldlagern ein, sehr zum Verdruss ihrer amerikanischen Kollegen. Die Deutschen sollen endlich kämpfen und sich nicht feige verstecken, so die Männer aus anderer Länder Streitkräfte.

Gerade das ist es, was die deutsche Bevölkerung nicht will, es ist nicht ihr Krieg. Es ist ein Krieg des Parlaments in Berlin, welches sich keinen Deut darum schert, was das Volk will. Der Widerwille wird sich steigern, wenn sich bei einer Änderung der Strategie von der Defensive zur Offensive, die Anzahl der aus Afghanistan kommenden Särge vervielfacht.

Uns wird gesagt, die Soldaten sind im fernen Afghanistan, um den Afghanen Demokratie und Freiheit nach westlichen Muster zu bringen. Wollen die Einheimischen das überhaupt, können die mit diesen Begriffen aus einer anderen Welt überhaupt etwas anfangen? Glauben die Soldaten der vielen dort eingebundenen Länder, dass sie den Afghanen etwas Gutes bringen?

Afghanistan wird von Hamid Karsai, Chef einer korrupten Regierungsclique geführt, die obendrein den Makel hat, sich nur durch Wahlfälschung an der Macht gehalten zu haben. Haji Kafta, Ältester eines Sippe der Paschtunen sagt:“Wir haben nicht die geringste Hoffnung, dass die afghanische Regierung auch nur das Geringste für uns tut. Wir haben gar kein Vertrauen in sie.“ Wenn die Einheimischen ihrer Regierung nicht über den Weg trauen, wie sollen dann unsere Soldaten an ihre Mission glauben?

Unsere Regierung glaubt aber fest und treu an Hamid Karsai und verdoppelt die Entwicklungshilfe. Karsai wird es freuen, es sei aber die Frage erlaubt, wieviel Promille davon kommt bei denen an, für die es bestimmt ist? Ganz toll finden unsere Regierenden ein Aussteigerprogramm für Taliban, das kostet selbstverständlich auch viele Euros. Ob sich einer der Koranschüler (Taliban) mit Dollars und Euros kaufen lässt? Wohl eher nicht, religiös motivierte Krieger sind nicht käuflich.

Die Spitze der Taliban hat die Seifenblase auch schon angestochen. Sie wollen den „Heiligen Krieg“ gegen alle Invasoren, womit auch die Soldaten der Bundeswehr gemeint sind. „Keinen Frieden für Eindringlinge“, beinhaltet aber auch die Botschaft, wir werden euch töten. Schöne Aussichten sind das nicht.