Kahlschlag an der Schleusenstraße


Amtsleiterin Marsand, Es muss eine ziemlich heile unberührte Waldfläche umgewandelt werden.
Einige Minuten später: Entgegen allen bisherigen Äußerungen erklärte nun Kerstin Marsand, dass da wohl einige Bäume gefällt werden müssen, damit die Besonnung gewährleistet werden kann.

Bauausschuss Juni 2017 – Teil 1; Märchenstunde Hospiz

  1. Alte Woltersdorferin

    Mein Kommentar vom 11. April 2018 um 16:11 wartet noch auf Freischaltung.
    Ich schrieb: „Warum fällt mir gerade beim Anblick dieses natur-zerstörenden Kahlschlages so nahe der Straßenbahn-Schienen, der amerikanische Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ ein ?“

    Ich möchte mal womöglichen Missverständnissen wegen der Erwähnung von „Schienen“ der Straßenbahn zu Gleisen der Eisenbahn vorbeugen. Wir Frauen denken da vielleicht etwas sensibler beim Blick in Vergangenheit und Zukunft. Hören quasi oftmals die „Flöhe sich zu Tode husten“. Meinen alles anders, als robuste Männer verstehen.
    Also, ein Jahrhunderte altes, einst unberührtes Wald- und Gartengrundstück, direkt neben dem Alten-Krankenhaus (upps!, jetzt Geriatrische Klinik), direkt am Wanderweg zu Schleuse, zu einladenden Gartenlokalen, zu erholsamen Wald- und Seen-Spaziergängen, … ist dem radikalen Kahlschlag und der Mutterboden-Umpflügung gewichen. Mit Vertreibung aller ungeziefer-vertilgenden, singenden, artenreichen Vögeln, die hoch oben in den Bäumen gerade zu nisten und brüten begannen. Ihre arten-erhaltende Balz ist ja nun vorbei. Die zu erwartenden Freuden-Spende beim Anblick und Lauschen des Gezwitschers den genesenden Alten auf dem einen Nachbargrundstück, wie auch den Anwohnern der umliegenden Grundstücke ist auch vorbei.
    Hinzu kommt noch die Sorge dieser Anwohner der Schleusenstraße um die oktroyierten Kosten der Straßenerneuerung wegen der kompletten Schienen-Erneuerung der Straßenbahn und Sorgen um den Werteverfall einer stinkenden asphaltierten Straße mit Baumfällungen duftender (und den Bienen Nektar spendender) Linden-Bäume.
    Eine zerstörte Natur-Umgebung und dicht besiedelte Nachbarschaft mit hohem Straßenlärmaufkommen nicht nur unter der Einflugschneise, sondern nun auch wegen der abwärts rasenden Fahrzeuge, wird zu der sinkenden Lebensqualität der Anwohner beitragen. Im Falle von Zwangsvertreibung durch Zwangsverkauf, wegen der asozial-oktroyierten, unnötigen Straßensanierungskosten (denn die Straße war ja schon einmal von den Grundstückseigentümern bezahlt worden) sinkt ja auch der Verkaufswert. Und wie schnell ist das Geld in einer beengten Senjorenheimkammer aufgebraucht. Wer nicht vorher schon aus Kummer rechtzeitig das Zeitliche gesegnet hat, kann sich ja dann gleich im benachbarten Hospiz in die Tropensonne legen. Denn um dort unter den sauerstoffspendenden, natur-schattigen, hohen Laubbäume ins Jenseits hinüber schlummern zu können, müsste man schon betagt wie der alttestamentarische Urvater Abraham werden. Doch wer würde diese Grundstücke neben einem Hospiz (für Reiche und/oder Berliner) , nahe einer gut ausgelasteten Geriatrischen Klinik, mit ständigem Auf- und Abfahrten noch kaufen wollen ? Und wenn der Woltersdorfer Friedhof wegen der forcierten Massenansiedlungen bald an seine Kapazitätsgrenze reichen wird, bliebe ja noch das gegenüberliegende Grundstück zum Einkauf, gleich neben dem neu eingeweihten Mahnmal der Weltkriegsgefallenen. Zum Friedhof gegenüber vom Alten- und Siechenhaus hat mans auch nicht mehr so weit zu stillen Beisetzung in ruhiger Lage.
    Doch was hat die brutale Veränderung von Woltersdorf und den Anwohnern der Woltersdorfer Schleuse nun mit meiner o.g. Assoziation zum Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ zu tun ? Was mit einem brutalen, die Altsiedler nacheinander abknallenden Western, indem in einer baumlos-öden Landschaft die Errichtung einer neuen Siedlung, mittels neuer Menschen, entlang der Eisenbahn-Schienen, seitens einiger mächtigen Finanziers geplant war ? (Quasi ein Bevölkerungsaustausch vom Indianer über die zugewanderten Altsiedler zu den in Massen anreisenden Neusiedlern eines glorreichen, vorbildlichen Amerikas.)
    Nun denn, so erinnere ich mich noch der entscheidenden Worte eines der Filmdarsteller, warum vor der Landbesetzung zuerst die Verkehrswege geschaffen werden müssen: Weil die neuen Ansiedler dann überfallartig, in großen Scharen von ganz alleine angereist kommen werden. Und neue Ansiedler bringen mit Wachstum auch neues Geld. – Na, für wen wohl in der neuen Schleuser Straße ? – Aber vielleicht höre ich doch nur die sprichwörtlichen Flöhe husten.

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