Insider Bürgermeister Vogel und die Körnerstraße – Teil 4

Alles begann mit einer Tischvorlage. Tischvorlagen sind Beschlussempfehlungen, die in letzter Minute, wegen ihrer Eilbedürftigkeit, von der Verwaltung an die Abgeordneten gereicht werden. Das bedeutet, keine Zeit zum Einlesen, zum Beraten, sich informieren, Tischvorlagen verlangen von einem Mandatsträger, sich ad hoc zu entscheiden. Dieser Abgeordnete hockt nun auf seinem Stuhl, hat seinen Berufstag hinter sich, sehnt sich nach Erholung. Damit ist nichts, ab 19:00 Uhr soll er konzentriert zuhören, wer schafft das schon beim Genuschel unseres Bürgermeisters und seiner rechten Hand. Müde und genervt vom stundenlangen, eintönigen Singsang der beiden Herren geht der Abgeordnete in die nicht öffentliche Sitzung und beschließt die Tischvorlage, im Vertrauen, dass schon alles stimmen wird. Dazu gehört Vertrauen, unheimliches Vertrauen in die derzeitige Verwaltung.

Bei der Tischvorlage vom 6. Dezember 2011 für die Sitzung der Gemeindevertreter am 15. Dezember 2011 hätten die müden Abgeordneten hellwach werden und jegliches Vertrauen über Bord werfen müssen. Denn hier wurden sie über den Nuckel gezogen, bemerkt hat es keiner von ihnen. Ganz harmlos beginnt der Text, da sollen aus einem Grundstück von 2.111 qm zwei Teilflächen, eine von 522, die andere von 630 qm herausgeschnitten und verkauft werden. Die Gemeinde würde 959 qm behalten. Harmlos plätschert die Rede dahin, eine Partei will nicht mehr kaufen und so hat die zweite Partei ebenfalls ihre Kaufentscheidung für ein Teilstück zurückgezogen und beantragte nun den Kauf des gesamten Grundstücks.

Haben Sie die Falle bemerkt, in die unsere Abgeordneten tappten? Nein? Die Abgeordneten gingen davon aus, dass mit der gesamten Grundstücksfläche die beiden Teilstücke von 522 qm und 630 qm gemeint waren, denn davon war grad die Rede gewesen. Die Einleitung, in der von 2.111 qm als ganzem Grundstück die Rede war, war überlagert von den neuen Angaben. Unsere Gemeindevertreter stimmten zu, aber nicht dem gedachten Verkauf der beiden Teilflächen als ein Grundstück, sondern dem kompletten Grundstück von 2.111 qm. Respekt, der, der diese Falle aufstellte, der verstand sein Geschäft bestens. Rechtlich alles in Ordnung, da gibt es nichts zu beanstanden, aber moralisch, ich weiß nicht. Tischvorlagen, jagt sie in Zukunft zum Deubel, schwammige Begriffe wie „Grundstück“, jagt sie zum Deubel, nur der Begriff Flurstück zählt.

So wurden dann die ganzen 2.111 qm zum Verkauf angeboten. Kaufberechtigt waren nur Herr S und Frau B, kein anderer. Plötzlich trat Frau B von ihrem Vorkaufsrecht zurück und Herr S hätte jetzt die ganzen 2111 qm kaufen dürfen. Herr S lehnte jetzt ebenfalls den Kauf der Teilfläche ab. Hiermit wurden alle Abmachungen nichtig und die 2111 qm würden bei der Gemeinde verbleiben.

Heimlich, gegen den Willen der Gemeindevertreter und gegen den eindeutigen Beschluss, verkaufte unser Bürgermeister Teilflächen aus den Flurstücken weiß, rot, gelb und blau und das Flurstück grün im Ganzen widerrechtlich an seine Frau Anke Albrecht-Vogel. Weitere Teilstücke von den Flurstücken weiß, rot, gelb und blau verkaufte der Bürgermeister ebenfalls widerrechtlich an einen Herrn T. Herr T soll, so erzählte es mir Frau B, ein Sohn von Herrn S sein.

Warum diese Teilkäufe von allen möglichen Flurstücken? Die schwarzen Quadrate sind Häuser und die stehen teils über die Grenze der Flurstücke, teils sind sie Grenzbebauung. Mit der diagonalen Grenzziehung sind alle Grenzbebauungen mit einem Schlag beseitigt. Kleiner Vorteil für Frau Bürgermeister, auf ihrem neuen, schönen Grundstück stehen ganz nebenbei zwei Häuser.

Gleichzeitig neben dem Erwerb des Grundstücks betrieb der Bürgermeister den Ausbau der Körnerstraße. Ist dann alles fertig, was für eine schöne Wertsteigerung für die Familie des Bürgermeisters, das Grundstück ist dann von der preiswerten Kategorie Erholungsfläche zur teuren Kategorie erschlossenes Bauland mutiert. Ach ja, auch die Familie T wird sich über die Wertsteigerung ihres Brockens freuen.

Die Dummen sind die Gemeindevertreter, die sich linken ließen und die Bevölkerung von Woltersdorf, die den Schaden davonträgt. Davonkommen lassen sollten wir den Bürgermeister nicht, es ist an der Zeit zu handeln und das muss mit einer Untersuchung durch die Ermittlungsbehörde beginnen.

Mein Gott hat Herr S uns belogen, als wir mit ihm in der Körnerstraße sprachen. Ein bisserl Ehrlichkeit, was hätte es uns an Arbeit erspart. Es war aber nicht ehrlich, weder das Gespräch noch der Verkauf. Wie geht es nun weiter, am 25ten haben wir eine Gemeindevertretersitzung, ich hoffe, dieses Bubenstück wird öffentlich behandelt.

Vogel und die Körnerstraße Teil 11
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Vogel und die Körnerstraße Teil 2
Vogel und die Körnerstraße Teil 1

  1. Lutz

    Wenn man den Fortlauf der Posse Körnerstr. verfolgt, kommen einem ja bayerische Tendenzen in den Sinn. Kann man den heutzutage keinem mehr trauen? Der Begriff “ Voklsvertreter “ erweckt hier den Eindruck der Vetternwirtschaft von Amigo’s in einigen Bereichen. Der Bürgermeister ist in keinster Weise mehr tragbar, auch wenn er glaubt das Vertrauen der Bürger nicht verloren zu haben. Was man nicht hat kann man auch nicht verlieren ! Und wie sollte es auch anders sein Betroffene versuchen immer noch die “ Salamietaktik „, obwohl darüber schon ganz andere gestolpert sind “ Bundespräsident pp. „.
    Langsam bin ich überzeugt, dass bei einer zu erwartenden rechtlichen Prüfung noch mehr ans Tageslicht kommt und dann hoffentlich die Verantwortlichen sich weder freikaufen noch herausreden können.
    Ich erwarte das der Bürgermeister wenigstens soviel Anstand hat und seinen Hut nimmt. Das würde ihn wenigsten davor bewahren mittels Fußtritt aus seinem Amt gejagt zu werden.
    Wer sich wie hier offensichtlich den Eindruck erweckt unter Ausnutzung seiner rechtlichen Stellung persönliche Vorteile zu verschaffen sucht, hat in einer Vertrauensstellung nichts zu suchen !!!
    Es sollte dem Einen oder Anderen nochmals und mit Nachdruck die Definition der Begriffe “ BÜRGERmeister und VOLKSvertreter erläutert werden.
    Klar ist auch, dass hier die Kontrollpflicht der Gemeindevertreter eklatant versagt hat. Ich hoffe das ist allen in Zukunft eine Lehre.
    Wichtig ist, dass nun von Gemeindeseite mögliche Regreßforderungen nicht ungefiltert und ungeprüft an die Bürger der Gemeinde durchgewunken werden. Man muß hier ganz intensiv die Verbindung zwischen Initiatoren, Ingenieursbüro und Baufirma prüfen und hinterfragen. Auch die “ Ausschreibung “ des Bauprojektes Körnerstr. „ ist zu prüfen. Dabei wird man wohl zu dem Ergebnis kommen, dass die Regreßforderung, wenn es denn welche gibt, nur durch einzelne zu tragen ist.
    Insbesondere sollte man die Unterschriftenliste der , welche den Eindruck von Einstimmigkeit der Anwohner erwecken sollte, auf mögliche Manipulationen geprüft werden und die einzelnen Zustimmungen (auch tel. Zustimmung haha ) nochmals hinterfragt werden.
    Die Gemeindevetreter werden nicht daran vorbeikommen auch frühere Projekte unter Federführung des Bürgermeisters nochmals kritisch zu beleuchten! Jegliche Verfehlungen sind gnadenlos der Staatsanwaltsachft zu übergeben und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

  2. Andrea

    Ich hab mal gegoogelt. Unter dieser Adresse findet man die Herren S. und T.
    Link erloschen

  3. Minerva McGonagall

    Es ist noch darauf hinzuweisen, dass Frau Bürgermeister Anke Albrecht-Vogel auch die Chefin der örtlichen Gutmenschen-Partei, Die Grünen, ist.
    So sind sie.
    Immer auf der Lauer für ein gutes Geschäft.
    Mal mit Solarpaneelen, die ihnen Stromkunden zwangsbezahlen müssen und damit eine stattliche Rendite für die planwirtschaftliche „Investition“ liefern.
    Mal mit einer Grundstücksspekulation.
    Mal kämpft man gegen Fluglärm, solange die eigene Immobilie betroffen ist…
    Derzeit soll er ja auf Kreta weilen.
    Muss er bald das Tretboot besteigen, damit er rechtzeitig am Montag wieder im Rathaus sein kann.
    Oder sollte er etwa, sollte er etwa … nein, das können wir nicht glauben … sollte er etwa mit dem Flugzeug … ???

    Minerva.

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