Immer mehr Schulabbrecher

Aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hat sich ein erschreckendes Bild ergeben. Bundesweit verlassen Jahr für Jahr etwa 58400 Jungendliche die Schule ohne einen Abschluss.

Durch Pisa-Studien wurde unser Bildungssystem immer wieder an den Pranger gestellt. So richtig getan hat sich nichts. Im Gegenteil, Privatschulen schießen wie Pilze aus dem Boden. Jeder, der nur ein bisschen Geld übrig hat oder es sich anderswo einsparen kann, versucht mittlerweile sein Kind auf eine Privatschule zu schicken. Auf der Strecke bleiben die Kinder aus den so genannten bildungsfernen Schichten. Es ist mit unserem Bildungssystem schon kurz nach zwölf. Wir waren einmal das Land der Dichter und Denker, davon sind wir heute Lichtjahre entfernt.

Politiker aller Couleur wacht endlich auf und investiert einmal in unsere Zukunft, in die Zukunft unserer Kinder. Frau Merkel ist immer anderen Staaten gegenüber besonders großzügig, die bekommen mal hier ein Milliardchen und mal dort. Vielleicht sollte dieses Geld in unser Bildungssystem investiert werden, dort wäre es besser angelegt.

Im Grunde genommen ist es gar nicht so schwierig, dass Schulsystem zu verändern. Vorbilder gibt es in den skandinavischen Ländern und auch bei uns aus früheren Zeiten  könnte man lernen.

Die ganze Änderung sollte damit beginnen, Jungs und Mädchen wieder zu trennen. Ich höre schon einen Aufschrei, aber wenn man das Mal näherer betrachtet, kann man nur zu diesem Schluss kommen. Das Lernverhalten von Jungs und Mädchen, belegt durch verschiedene Studien, ist sehr unterschiedlich. Mädchen können von Anfang an über einen längeren Zeitraum still sitzen und konzentriert mitarbeiten. Jungs haben kürzere Konzentrationsphasen, sie brauchen dann Bewegungsmöglichkeiten. Das bedeutet, eine unterschiedlich lange Unterrichtsstunde. Eine drastische Verkleinerung der Klassen auf maximal 10 Schüler und zwar schon in der Grundschule, denn dort wird ja der Wissens-Grundstein gelegt. Es müssen deshalb mehr Lehrer eingestellt werden. Ein Lehrer, der eine überschaubare Klasse unterrichtet, wird auch wieder mehr Freude an seiner Arbeit finden. Das reduziert den Krankenstand erheblich. Kinder mit Migrationshintergrund dürfen in einer Klasse 50 Prozent nicht übersteigen. Also, auf die Schulen verteilen. Ein längerer Schulweg, es betrifft ja hauptsächlich Städte, ist jedem Kind zuzumuten. Ich selber bin in Berlin, mit zweimal umsteigen, fast eine Stunde zur Grundschule unterwegs gewesen. Es hat mir nicht geschadet. Die Quote der männlichen Lehrer muss erhöht werden, da Jungs ein Leitbild brauchen. Das kann eine Frau, gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund, nicht leisten. Mehr Ganztagsschulen, dann fallen die ungeliebten Hausaufgaben nicht so ins Gewicht.

Auch den Eltern kommt in dem ganzen System eine aktive Rolle zu. Enge Zusammenarbeit mit der Schule und dem Lehrkörper. Etwa in der Form von Elterngesprächen vierteljährlich oder nach Bedarf über Leistung und Integration ihrer Kinder im Schulalltag. Eltern von dann noch notorischen Schulschwänzern könnten mit Strafgeldern belegt.

Auch die Bundesländer sind in der Pflicht. Es kann nicht sein, dass das eine Bundesland das Abitur des anderen nicht anerkennt. Das bedeutet, es muss einen einheitlichen Standard bundesweit für alle Abschlüsse geben. Diese Einheitlichkeit kann nur der Bund vorgeben, in dem er die Prüfungen ausarbeitet und die Länder verpflichtet, danach die Abschlüsse zu machen. Wenn alle Stricke reißen, dann sollte die Bildungshoheit wieder von den Ländern weg auf den Bund übergeben, damit ein einheitliches System gewährleistet werden kann.

Über Schulnoten habe ich schon vor längere Zeit einmal geschrieben.