Eine VIER fürs Mitteilungsblatt

Wir bekamen diesen Monat mal wieder ein Mitteilungsblatt. Das ist erwähnenswert, weil wir es nicht so oft bekommen. Es wird wohl im Allgemeinen nur bei guten Freunden ausgeliefert. Guten Freunden, was ist ein guter Freund und von wem muss ich guter Freund sein, um es regelmäßig zu bekommen?

Punkt 1. Sei’s drum, werfen wir doch einmal einen Blick in das kostbare Blatt. Sofort ins Auge springt, der Bürgermeister hält sich kurz, verzichtet auf seinen ihm zugestandenen Leitartikel, sehr schön. Obwohl, grad just wäre ein Leitartikel des honorigen Mannes wünschenswert. Der Bürgermeister könnte hier einen anleitenden Fachartikel über den günstigen Erwerb von Gemeindegrundstücken durch Hauptverwaltungsbeamte und deren Angehörige unter Auslassung von Gemeindebeschlüssen lancieren.

Punkt 2. Bekanntmachungen der Gemeinde! Da beruft sich ein unbekannter Schreiber darauf, dass die Internetseite, das Mitteilungsblatt und sonstige Medien der Gemeinde nicht amtlich sind, sondern nur zusätzliche Infos anbieten soll oder kann. Verwiesen wird auf die 7 Bekanntmachungskästen der Gemeinde. An sich schlüssig, wären da nicht die Jahreszeiten. Im Winter, bei Frost sind die Kästen zugefroren, dicke Eisblumen bedecken die Scheiben. Das Lesen der sich hinter den Scheiben befindlichen Aushänge ist dann unmöglich. So sind die Kästen nicht das ganze Jahr uneingeschränkt nutzbar, das muss aber sein, wenn sie denn die einzigen amtlichen Informationsquellen sind.

Punkt 3. Mit Verwunderung sah ich auf Seite 5 eine Miniaturbekanntmachung, in der Grundstücke im Lerchenfeld zum Verkauf angeboten wurden. Verwundert deshalb, weil ich in älteren Ausgaben dieses Blattes partout kein solch Verkaufsangebot für die 5 Parzellen in der Körnerstraße fand. Vielleicht war es auch unnötig Öffentlichkeit herzustellen, da die Käufer sehr, sehr rasch im allerengsten Verwaltungskreis gefunden wurden, siehe Punkt 1.

Punkt 4. Einrichtungen und Vereine! Ganz spannend finde ich es, wie der Bürgermeister hier die einzelnen Vereine darstellt. Bei Vereinen, mit denen er kann, werden die Kontaktdaten korrekt dargestellt, soweit vorhanden: Name, Anschrift, Telefon, Email und Webadresse. Dann gibt es aber noch Vereine, die scheint Vogel weniger oder gar nicht zu mögen, wie den Verschönerungsverein. Da wird auf Deubel komm raus beim Abdruck der Daten gemauert. Der Bürgermeister benutzt auch hier das „neutrale“ Mitteilungsblatt für seine Spalter Spielchen. Ein Beispiel Verschönerungsverein, da lässt Vogel grundsätzlich die Webadresse weg, von der Emailanschrift ganz zu schweigen. Dutzende Male wurden der Herr Bürgermeister und sein zu ihm passender Amtsleiter Hannes Langen darauf angesprochen. Versprochen wurde es immer, „beim nächsten Mal denken wir dran“, gehalten wurde nie etwas. Ob’s daran liegt, dass der Verschönerungsverein nicht zum erlesen Kreis der Vereine passt, die dem Bürgermeister und Hannes Langen passen?

Punkt 6. Es fehlt etwas am Ende des Heftes. Es fehlen die bekannten Anzeigen der Parteien mit ihren Fraktionen. Nun gut, wenn der Bürgermeister die Parteien weglässt, vielleicht aus Rachsucht, dass er auf der Titelseite nicht mosern darf, lachen wir drüber. Das ist eben die neue Kleingeisterei, die seit der Wahl des neuen Bürgermeisters das Handeln unserer Verwaltung bestimmt. Meint Vogel etwa, hier hat er die Parteien so leicht eliminiert, so wird’s auch bei der anstehenden Wahl der Gemeindevertreter ein leichtes sein sie verschwinden zu lassen?

Dennoch, die Fraktionen und die Gemeindevertretung haben hier im Heft zu erscheinen. Es sind durch die Verfassung geregelte Vertretungen der Parteien, die die Bevölkerung im Parlament vertreten. Wer diesen Kontakt zwischen Bevölkerung und Parlament, wie hier, mutwillig verhindert, dem gehört gehörig auf die Finger gehauen. Hier sind die Fraktionen in der Pflicht!

  1. Peter Müller

    Schon toll, dass Woltersdorf neuerdings Grundstücke im Angebot hat.
    Allerdings fehlen Sie auf der Internetseite der Gemeinde immer noch, aber so bleiben sie uns vielleicht länger erhalten.
    Bei der großen Transparenz, die wir uns in der neuen Amtszeit auferlegt haben fragt man sich allerdings, sind das alle? Will Woltersdorf überhaupt seine Grundstücke verkaufen oder noch etwas pokern? Abgesehen vielleicht für ein Altersheim oder eine Kita (in ferner Zeit)kann man sich doch nichts Einschneidendes mehr vorstellen, angesichts prognostizierter leerer Kassen auf Dauer.
    Wie werden die Grundstücke überhaupt verkauft, nach Höchstgebot oder nach Festpreis?
    Warum gibt es keine Liste aller zu verkaufenden Grundstücke, freuen wir uns nicht über jeden Steuerzahler, der unsere leere Kasse mit auffüllt?
    Müssen Gemeindevertreter über jeden Verkauf abstimmen oder nur in bestimmten Fällen?
    Wie viele Gemeindevertreter müssen mindestens bei der Abstimmung anwesend sein?
    Ich glaube, dass kann man noch beliebig ergänzen, doch für den Anfang wären hier schon mal ein paar Antworten gut!
    P.S. Muss ja nicht unbedingt hier sein!
    Peter

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