Ein Hartzler und sein Amt – Teil 4

In einem Amt kommt ein Antrag an, er wird geprüft, bearbeitet und entschieden, jedenfalls sollte es so sein. Das Amt, von dem ich hier erzähle, ist das Jobcenter Strausberg. Der Antragsteller ist unser bis vor kurzem obdachlose Uwe aus Rüdersdorf. Uwe hatte einen Antrag auf Erstausstattung gestellt und nun wollte das Amt wissen, was hast du und was brauchst du. So klingelte am 21. September ein Prüfer des Amtes an Uwes Tür und prüfte die vorhandene Leere der Wohnung. Eine vom Prüfer gewünschte  Bescheinigung über einen geliehenen Gartentisch und anderen Kram ging mit Fax an’s Amt. Still wurde es danach, kein Bescheid kam mehr, keine Nachfrage, rein nichts. Uwe dachte, „immer hab ich die A…karte gezogen, warum dauert das so lange, ich hab doch nichts, nichts außer einer leeren Wohnung.“

Heute, zwei Monate später, machten wir uns auf die Socken zum Jobcenter Strausberg. Anstellen, Ausweis zeigen, warten. Freundlich eröffnet uns dann eine Angestellte: „Sie müssen endlich ihren Antrag stellen, die Bescheinigung ist auch schon in der Akte.“ Uwe schnappte nach Luft: „Sagen Sie mal junge Frau, wie kann denn der Prüfer zu mir kommen, er weiß doch ohne Antrag nicht, dass es bei mir etwas zu prüfen gibt.“ Die junge Frau dachte nach und erkannte nach einer Weile die Logik des Vortrags. „Ja, dann ist der Antrag verloren gegangen und Sie müssen einen neuen ausfüllen.“ Uwe hat sich noch einmal durch die Blätter gewühlt und alles ausgefüllt, nur jetzt war er klüger als beim ersten Mal und ließ sich die Abgabe quittieren.

Ämter, die Unterlagen verbummeln, den Bürger dann hängen lassen, ihre Fehler auf seinen Buckel laden, dass darf nicht sein in einem Deutschland, wo auf jedem Amtsschreibtisch ein Computer steht? Da wird schlampig gearbeitet, da ist es notwendig den Laden neu zu organisieren, denn Uwe ist kein Einzelfall.