1. Bernd

    Etwas über den „Alten Krug“

    Heute Morgen fand ich neben meiner Zeitung einen Beitrag eines unbekannten Bürgers in meinem Briefkasten. Die Ausführungen sind so interessant, dass ich Sie an dieser Stelle veröffentlichen möchte:

    „Kurz zur Geschichte: Der Alte Krug gehörte ursprünglich der Ev. Kirchengemeinde Woltersdorf. 1976 wollte diese sich vom Objekt trennen. Die Gemeinde wollte es kaufen, es wurde eine Wertermittlung in Auftrag gegeben. Direkte Verhandlungen zwischen Kirche und Gemeindeverwaltung waren zu DDR-Zeiten nicht erlaubt, es musste alles über das Staatssekretariat für Kirchenfragen geregelt werden. Um diesen mühsamen und langwierigen Weg zu umgehen, wurden zwei damalige Abgeordnete vom BM beauftragt, die Verhandlungen mit Pfarrer Manz und dem Kirchenrat (u.a. Dr. Brückner, Arch. R. Post) zu führen. Man wurde sich schnell einig und das Objekt konnte noch 1976 beim Staatl. Notariat in Fürstenwalde in Gegenwart vom Pfarrer und den o.g. Kirchenratsmitgliedern einerseits und den beiden Abgeordneten der Gemeinde andererseits angekauft werden. Die Kirchengemeinde erhielt das Geld.
    Hintergrund des Kaufes war, dass im Saal vom Alten Krug eine provisorische Turnhalle eingerichtet werden sollte und wurde: Umfangreiche Werterhaltungsmaßnahmen im Saal, Anbau eines Sanitärtraktes mit Umkleideräumen für Jungen/Mädchen, Toiletten, Duschen. Mit Turngeräten gut ausgerüstet konnte der Schulbetrieb für die Klassenstufen 1 bis 5 aufgenommen werden. In den Nachmittags- und Abendstunden trainierten im Objekt diverse Sportgruppen etc. Der große Garten wurde für den Schulgartenunterricht genutzt.

    Das Geld für den Kauf kam vom Rat des Bezirkes Frankfurt/Oder. Dadurch ging das gesamte Objekt mit der Wende ins Bundesvermögen über. Nicht die Gemeinde ist Eigentümer, sondern der Bund. Die Gemeinde verwaltet das Objekt. Meine Frage: Darf die Gemeinde es auch verkaufen und wer genehmigt dies? Es dürfte wohl auch wieder geraume Zeit dauern, bis alle diese Punkte geklärt sind. Dazu kommen die finanziellen Fragen. Auch als Nichtbaufachmann kann man einschätzen, dass die vom Antragssteller „Independent Living“ veranschlagten Kosten für Kauf, Sanierung, Abriss und Neubau völlig unrealistisch sind. Wer die Bausubstanz vom Vorderhaus (ehem. Gaststätte Walter) einschl. der Straßenstützmauer und Außentreppe kennt, der kann einschätzen: Die veranschlagten Mittel werden allein dafür benötigt, wenn nicht überschritten. Kosten für Abriss (zum Teil Sondermüll) und Neubau kämen mit Sicherheit dazu. Das ganze Projekt dürfte wenigstens 2 Mio. €, wenn nicht noch mehr kosten (ohne Inneneinrichtung!). Ich stimme den Anmerkungen von der sachkundigen Einwohnerin Kerstin Klawonn im Sozialausschuss zu.

    Was muss die Gemeinde anschließend tatsächlich als Monatsmiete zahlen? Und wann kämen die dringend benötigten Kita-Plätze?

    Also liebe Gemeindevertreter – aus meiner Sicht – „Vorsicht“!
    Schön, wenn das verfallene Objekt saniert oder einem neuen weichen würde, aber auf die Schnelle „Kindergarten“? Vielleicht findet sich ein Investor für „Seniorengerechtes Wohnen“? Ruhige Lage und trotzdem im Ortszentrum und noch dazu kein „Kinderlärm“, der eigentlich auch zum täglichen Leben – und ich finde – gerade für die ältere Generation dazu gehört, um länger „jung“ zu bleiben! Ich kann mich jedenfalls der Meinung des Seniorenbeirates nicht anschließen. Höchstrichterliche Entscheidung: Kinderlärm ist von Anwohner zu dulden.
    Der Kindergarten könnte wohl von der AWO schneller und billiger realisiert werden.“

  2. Elsa

    Im letzten Sozialausschuß wurden von der Verwaltung Geburtenzahlen und abgeschlossene Verträge genannt.
    Insgesamt haben 536 Kinder in unseren Kitas einen Platz. Einen Anspruch auf einen Platz haben aber 666 Kinder.
    Wenn wir noch dazu rechnen, daß die Kitas Ausnahmegenehmigungen für eine Überbelegung haben, das sind noch einmal ca. 60 Plätze, die abgebaut werden müssen, dann müßte jeder verstehen, daß wir eine neue Kita benötigen. Natürlich ist auch klar, daß nicht jedes Kind eine Kita besucht, und Kinder nicht bis zu 12 Jahren den Hort besuchen wollen, deshalb müßten 85-90 Plätze reichen.
    Ich weiß nicht, wo Albus auf dem Hortgelände anbauen möchte, zu mal das Gebäude als Schulgebäude zugelassen ist. Und in ein paar Jahren benötigt die Grundschule wieder dieses Gebäude, wenn die starken Geburtenjahrgänge das Grundschulalter erreicht haben.

  3. Albus D.

    die Lösung mit dem „Alten Eimer“ ist genauso schlecht wie den Plus umzubauen. Auf dem Gelände des Hortes kann ohne Probleme erweitert werden, für die paar benötigten Plätze völlig ausreichend! Den Plusmarkt sollte man an Gewerbe vermieten und mit diesen Steuereinahmen den Kitabau refinanzieren …. aber ich bin nicht vom Fach …
    Ps: wieviel Zusätzliche Plätze benötigen wir , und nicht nur recherisch auf dem Zettel ..?

    1. Bernd

      es werden 85 Plätze und die werden auch gebraucht. Ich bekomme gerade die Zeichnungen, wie die Kita aussehen soll. Heute schaff ich es nicht mehr, morgen werde ich sie hier in diesen Artikel mit einbinden. Schön das Sie mitdiskutieren 🙂

  4. Norman

    moin…..

    Na dann machen Sie, Herr „ALBUS“ doch nen besseren Vorschlag für Kita-Räumlichkeiten die auch bezahlbar für die Gemeindekasse sind!!!!

    MfG

  5. Albus D.

    Den „Piephahn“ sollte man des Ortes verweisen!
    Erst das Waldhäuschen schließen um jetzt unsere Kinder in einen Discounter zu verklappen!!! Welche perönlichen Interessen liegen bei Ideengebern und Entscheidern, den alle Projekte wie“ Kita im plus „und „Sporthalle „spülen mindestens Einem ne Menge Geld in die Tasche… wer kann das wohl sein???

    1. Bernd

      …verklappen – in einem Discounter? Hab ich auch mal gedacht, bis zu dem Tag als Gifhorn seinen Entwurf vorstellte. Einen Entwurf der überzeugt. Die, die ihn sahen, wissen, es wird ein sehr schöner Kindergarten. Darum setze ich mich auch für den Bau ein.

      Geld verdienen ist keine Schande, auch viel Geld verdienen ist nicht zu verdammen.

    2. Minerva McGonagall

      Wenn ich es recht erinnere, musste das Waldhäuschen als Kita geschlossen werden, weil es -unsaniert- nur eine befristete Betriebsgenehmigung hatte.
      Eine Sanierung wäre gemessen an der Zahl der Kinder, die dort hätten betreut werden können unwirtschaftlich gewesen. Zur Erinnerung: dafür gibt es DIN-Normen, die Flächen, Raumhöhen, Sicherheits – und Sanitärstandards verpflichtend vorschreiben.
      Bei zweigeschossigen öffentlichen Gebäuden muss zudem ein Fahrstuhl eingebaut werden.
      Durch den Verkauf des Grundstückes hat die Kommune nicht nur einen unwirtschaftlichen Umbau gespart, sondern auch Geld eingenommen.
      Natürlich könnte man heute sagen: Ein größerer Neubau wäre aus heutiger Sicht eine gute Lösung gewesen: aber eine Kita baut man nicht auf der Basis vielleicht möglicher künftiger Bedarfe, sondern muss wegen der hohen Kosten möglichst nah am Bedarf planen.
      Deshalb ist eine befristet angemietete Kita keine schlechte Lösung, da man in 10 Jahren vielleicht andere Entscheidungen treffen muss.
      Und dann sogar froh sein könnte, kein weiteres Gebäude unterhalten oder vermarkten zu müssen.

      Außerdem scheint Sie die Verdienstsituation des planenden Architekten umzutreiben, vermutlich gehen Sie davon aus, dass es ein Heer von Architekten gibt, die auch allle als Planer in Betracht kämen.
      Im Prinzip ist das auch so.
      ABER für Bauten im öffentlichen Raum sind nicht alle Architekten und Bauplaner zugelassen.
      Wer im öffentlichen Raum als Architekt / BauIng. tätig sein will, benötigt meines Wissens zwingend eine Bauvorlagenberechtigung der Architektenkammer. Die aber ist kostenpflichtig, und Monat für Monat / Jahr für Jahr SEHR teuer.
      Also: nur wer sicher sein kann, dass regelmäßig mit öffentlichen Aufträgen zu rechnen ist, wird auch in eine Bauvorlagenberechtigung investieren. Es kann wirtschaftlich gar nicht anders funktionieren.
      Ich rate Ihnen: recherchieren Sie mal, wie viele Planer im LOS da in Betracht kommen: da werden Sie schnell feststellen, dass die Zahl sehr begrenzt ist.
      Übrigens interessieren sich viele Architekten gar nicht für öffentliche Aufträge, sondern haben viel mehr Spaß am Bau schöner Privathäuser.
      Da sie sich dort mit ihren Ideen eher verwirklichen können und nicht den Ärger mit divergierenden Interessen und knappen öffentlichen Geldern im politischen Raum haben wollen.
      Minerva

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