Der Drehorgelspieler von Köpenick



Bei einem Gang zum Rathaus in Köpenick sahen wir davor dies selten gewordene, altvertraute Bild eines Leierkastensmannes und hörte die ebenso selten gewordene, altvertraute Musik, die erklang, wenn der Künstler die Kurbel seiner
Drehorgel mit Schwung in Bewegung brachte. Einmal angesprochen, verwandelte sich der Drehorgelspieler, Herr Liebenow, in ein Altberliner Lexion. Nebenbei erfuhr ich dann, dass er mit seinem Leierkasten oder Drehorgel auch auf Festen und Veranstaltungen spielt. Da kam ich auf den Gedanken, mach den Mann mit seiner schönen Musike doch einmal ein bißerl über die Grenzen von Berlin hinaus bekannter. Ist doch mal was anderes, ein etwas selteneres Erlebnis, einen Drehorgelspieler für sein Fest zu buchen, der obendrein noch so interessant über Gott und die Welt plaudern kann.
Als preußischer Gardist macht er bei Bedarf auch Führungen durch die Altstadt von Köpenick. Darüber kann ich noch nichts erzählen, aber im Frühjahr, wenn’s wieder wärmer wird, werde ich den Gardisten mit seinem Leierkasten mit der Cam auf den Leib rücken. Solche aussterbenden Originale müssen für die Nachwelt konserviert werden.
(Nun habe ich gegen mein Prinzip -keine Werbung- verstoßen. Ich hoffe, ihr verzeiht es mir, ich habe es mir schon verziehen.