Der Aussichtsturm wurde saniert


Der Aussichtsturm auf dem Kranichsberg wurde saniert. Erstmals wurde der Auftrag nicht mehr an die Firma vergeben, die den Turm über Jahrzehnte gut in Schuss gehalten hat. So machte ich mich vor gut einer Woche auf den Weg, um mir ein Bild vom Schaffen der neuen Firma zu machen. Unser Gebäudemanager hatte nach Beendigung der Arbeiten, wie ich hörte, keine Mängel festgestellt, so erwartete ich aufs angenehmste überrascht zu werden. Die Überraschung war perfekt und ich perplex, bot sich der Turm doch in einem eigenartigen Kleid dar.

Schon von weitem waren die hellen Bretter zu sehen, die mittig an den Seiten angebracht und nicht einmal gänzlich durchgezogen waren. Eine Blende für die Stoßfugen der Querbretter dachte ich, sah aber bald, die Fugen wurden damit nicht verdeckt. So konnte sich mir die Funktion der Blenden nicht erschließen, aber schön hässlich sieht ’s aus, finde ich. Weiter waren noch einige Bretter ausgewechselt worden, keiner hat sich der Mühe unterzogen, diese farblich an die vorhandenen Hölzer anzupassen.

Einige Male stiefelte ich um den Turm herum. Bei jedem Mal fragte ich mich mehr, was hat unser Gebäudemanager da abgenommen, wie konnte er solches nur abnehmen? Nehmen wir die Nordwand für alle anderen, sie ist auch in dem kleinen Filmchen zu sehen. Die Farbe muss sehr dünn auf den Pflanzenbewuchs (Algen, Moose) der Holzwand aufgespritzt worden sein. Die Pflanzen sind, jedenfalls oberflächlich, abgetötet worden und vergraut. So sieht die Wand und alle anderen auch aus, scheckig, hässlich. Mein Empfinden sagt mir, dieser Pflanzenbewuchs hätte vor dem Spritzen entfernt werden müssen. So ist das für mich nichts weiter als „Ungenügend“. Je höher der Besucher blickt, umso ungenügender wird die ausgeführte Arbeit. Überall unzählige kleine, große und riesige Flächen die keine Farbe abbekommen haben.

Unter der Tür im Turm lief mir das Wasser in den Kragen, das Winkelblech über dem Eingang ist nicht abgedichtet. Eine Zahnpastatube voll Silikon hätte gereicht und es wäre behoben. Im Turm watete ich durch eine große Lache Wasser, soweit zur Abdichtung.

Gerne hätte ich mir nach so viel „Ungenügend“ noch das sanierte Dach angesehen. Leider, das Gerüst war schon abgebaut und eine Drohne hab ich auch nicht, mal sehen, vielleicht lässt mich ja der WVV im Frühjahr mal einen Blick durch die Dachluke riskieren.

So ganz allein bin ich nicht mit der Enttäuschung über den Zustand der Arbeiten am Turm. Ein anderer schickte mir diese Mail.

  1. Bernd

    Eine böse Zunge meinte mir gegenüber, die an den vier Seiten des Turms aufgenagelten, steil in den Himmel ragenden, Bretterbahnen haben symbolische Bedeutung. Sie stellen Runways in alle Himmelsrichtungen dar, die den Bürgermeister allzeit erinnern sollen, bei der Bürde seines Amtes nicht die heiligen Startbahndemos zu vergessen.

  2. Christian Steiffen

    Mensch da waren ja richtige Fachfirmen am Werk da kann ich mich ja als Tischler nur drüber totlachen.

    Für Fehler und Schrift Haftet der Stift 🙂

Kommentare sind geschlossen.