Das Leid der Benes Dekrete

Juni 45, der Krieg war zu Ende. Das Ende des langen Krieges war da, nur nicht für alle. In der tschechischen Stadt Postoloprty trieb Wut, Hass und die Aussicht auf leichte Beute die Tschechen um. Ihre Nachbarn, die Sudetendeutschen vergingen vor Angst. So kam es in Postelberg zu einem Exzess, auf den die Mehrzahl der Tschechen wohl noch heute stolz ist.

Hauptmann Vojtéch Cerný, Offizier der tschechischen Armee, und der tschechische Polizist Bohuslav Marek waren im Juni 1945 in Postoloprty stationiert. Wie jeden Tag trieben schwerbewaffnete Tschechen die verhassten Deutschen: Männer, Frauen, Kinder zusammen, um Rache zu nehmen und sich am Besitz Ihrer Opfer zu vergreifen. Rache für das Leid, dass ihnen von der deutschen Armee und SS angetan wurde.

Hauptmann Cerný und der Polizist Marek waren von den neuen Machthabern gut auf die Behandlung der Deutschen eingestimmt worden. In London hatte der spätere Präsident Benes bereits im Oktober 1943 im Radio verlauten lassen: „Den Deutschen wird mitleidlos und vervielfacht heimgezahlt, was sie in unseren Ländern begannen haben.“ Sergej Ingr, Militärbefehlshaber verbreitete über die britische BBC: „Schlagt sie, tötet sie, lasst niemanden am Leben.“

In aller Herrgottsfrühe des 6. Juni 1945 wurde ein deutsches Arbeitskommando aus der Kaserne getrieben. Unter die Männer mischten sich fünf Jungens: Horst, Hans, Eduard, Walter und Heinz. Weshalb die fünf, zwischen 12 und 15 Jahre alten Jungen mitliefen, weiß keiner. Sie wurden entdeckt und in die Kaserne zurück geschleppt. Der Polizist Marek, human wie er war, wollte sie nur auspeitschen lassen, Hauptmann Cerný wollte mehr, er wollte Blut sehen. So befahl er die fünf Kinder zu erschießen. Die Soldaten der tschechischen Armee hielt die Menge in Schach und das tödliche Drama begann. Die fünf Jungen wurden blutig gepeitscht und anschließend, schön langsam, erschossen. Einen von ihnen hatten sie nur verwundet, er bettelte um sein Leben, wollte zur Mutter. Auch den Letzten brachten sie kaltblütig um.

Die Kinder waren nicht die Einzigen, die dort in diesen Tagen nach Kriegsende von den Tschechen ermordet wurden. So an die 2000 Sudetendeutsche haben sie dort in aller Ruhe ermordet. Jeden Tag trieben die Tschechen an die 250 Deutsche zusammen und führten sie zur Exekution. Sie mussten ihre Gräber selber ausheben und wurden dann von Angehörigen der tschechischen Armee abgeschlachtet. Strafe brauchten sie nicht zu fürchten, Deutsche zu ermorden war in der Tschechei in. Der tschechische General Spaniel hatte ihnen ja befohlen: „Säubert die Gegend von den Deutschen. Je weniger von ihnen übrig bleiben, umso weniger Feinde werden wir haben.

Die Taten sind nie ganz in Vergessenheit geraten, nur sprechen möchten die Bewohner von Postoloprty auch heute noch nicht darüber. Ist ja auch verständlich, in die Häuser der Ermordeten zogen die tschechischen Einwohner von Postoloprty ein. Kein tschechisches Gericht hat sich je der beiden Kindermörder Cerný und Marek angenommen, wozu auch, wegen einiger toter deutscher Gören.

Die Tschechische Republik ist Mitglied der EU. Die Hassdekrete Ihres Präsidenten Benes sind noch immer in Kraft, die Tschechen möchten sie nicht missen. Die deutsche Regierung hat wie alles, auch die Benes-Kröte anstandslos geschluckt. Nur, frage ich mich, wie sollen Tschechen und Deutsche unter solchen Voraussetzungen mit einer gemeinsamen Verfassung in einer Europäischen Union zusammenleben? Die Tschechen als Helden, die Deutschen als Mörder in Sippenhaft für ewige Zeiten!

Ich hätte gerne, dass das es ein Abschied von diesem Thema ist. Aber den kann es nicht geben, solange die andere Seite nicht ihre Schuld eingesteht.

  1. Mario

    „wie sollen Tschechen und Deutsche unter solchen Voraussetzungen mit einer gemeinsamen Verfassung in einer Europäischen Union zusammenleben“

    Ich denke, das kann funktionieren weil aus meiner Sicht alle Seiten (nicht nur die Deutschen oder die Tschechen) die Taten ihrer Väter und Großväter lieber ungeschehen machen würden.
    Die gemeinsame Verfassung ist allerdings ein anderes Thema, eins, an das ich nicht glaube.

    1. Bernd

      Wenn die Tschechen die Taten Ihrer Altvorderen lieber ungeschehen machen würden, dann würden sie Ihre Vergangenheit aufarbeiten und die Rache Dekrete von Benes aufheben.

  2. renate

    Es gab vor vielen Jahren einen Fortsetzungs-Bericht im Spiegel über die Gräueltaten der damaligen Zeit. Ich weiß noch, wie mir damals die Tränen über die Wangen liefen über die unglaublichen Schilderungen – die mir meine Mutter übrigens bestätigt hat. Denn sie war mitten drin gewesen und hat es glücklichen Umständen zu verdanken, dass sie verschont wurde. Denn damals wurden sehr viele Frauen vergewaltigt, egal, wie alt oder wie jung sie waren.

    „Böse“ waren alle am Krieg Beteiligte. Es gab keine Helden oder nur sehr wenige…

    1. Bernd

      Die Mutter meines HD hat solche Erlebnisse mit Polen und Russen hinter sich. Sie hatte versucht sich umzubringen. Nie im Leben war sie mehr bereit einem Angehörigen dieser beiden Nationen zu begegnen.
      LG Bernd

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