Dänenball

Unser dänisches Urlaubsdomizil in Jütland – Blavand -, liegt am Rande eines 6000 ha großen Geländes, bestehend aus Heide, kleinen Wäldchen und einem 24 Meter hohen Berg. Es gibt auch einige Siedlungen, eine Ansammlung von Häusern und Kirchen, eigenartiger Weise haben alle keine Fenster und Türen. Die Wege um diese merkwürdigen Ortschaften sind von schweren Kettenfahrzeugen durchwühlt. Kein Mensch ist zu sehen, kein Hahn kräht, kein Hund bellt, keine Katze schleicht über die Straßen.

Hier wird das Leben von roten Bällen bestimmt. An allen Straßen, die in das verwunschene Land führen, stehen Masten mit roten Bällen. Ist der Ball oben an der Spitze seines Mastes zu sehen, erwacht hier alles für kurze Zeit zum Leben. Tag und Nacht scheppern weithin hörbar Kettenfahrzeuge durch die ausgestorbenen Dörfer. Tag und Nacht donnern Kanonen und tack, tack, tack antworten Maschinengewehren, selbst am Sonntag übertönt das Kriegsgerät die nahe Kirchenglocke.

Haben die grün gewandeten Männer genug Krieg gespielt, verschwinden sie wieder, still und leise, kaum einer sieht sie kommen oder gehen. Der Letzte der geht legt einen Schalter um und all die roten Bälle sinken langsam nach unten. Jetzt dürfen wir wieder Maronen sammeln in der Landschaft, deren Haut bis vor Kurzem von den Ketten geschunden wurde.