Campingplatz am Flakensee

Schon auf dem Weg zum Campingplatz kamen mir Autos mit Wohnanhänger entgegen. Die An- und Abreisekarawanen rollten. Der Parkplatz des Campingplatzes voll bis zum Stehkragen. Also, das Auto neben der Rezeption hingestellt und losmaschiert. Viele freie Flächen gab es nicht mehr. Unterwegs traf ich auf den Eigentümer, Herrn Stachinski. Er erzählte mir, dass gestern und heute rund 40 Wohnwagen und Zelte abgereist wären. Er musste sogar welche abweisen, da der Platz total ausgebucht war. Toll für Woltersdorf, endlich ein Platz im Ort, wo ich die sehnlichst erwünschten Touristen finde.


Urlauber aus Dänemark, die ihre Zelte abbrechen. Die Nächsten warten schon auf den Platz, bei dem Wetter und dem Flakensee vor der Tür, kein Wunder. Weiter hinten weht die Fahne Norwegens. Dann tauchten ganz hinten zwei große Zelte auf. In dem einen Urlauber aus Tschechien, in dem anderen Niederländer. Auch Bulgarien und Schweden zeigen Flagge, Campingplatz international. Deutsche Urlauber, aus allen Bundesländern, sind auch da und nicht wenige. Der Platz ist randvoll.

Mich interessierten die Dänen. Fahre ich doch jedes Jahr nach Dänemark. Ich wollte wissen, wie es ihnen hier gefallen hat und sie erklärte mir, dass sie ganz begeistert sind von den vielen Seen und dem schönen naturbelassenen Campingplatz mit den hohen Bäumen und dem großen Sanitärgebäude.

Ein Stückchen weiter traf ich auf ein Urgestein. Sie zeltet schon seit 1953 auf dem Platz. Zuerst, als sie noch mit ihrem Mann alleine war, in einem kleinen Zelt. Dann kam der Junge und es wurde ein Familien-Zelt angeschafft. Heute lebt sie in einem schönen Wohnwagen mit Vorzelt und gemütlich angelegtem kleinen Garten. Es sei einfach schön hier und es gebe so viele Erinnerungen an die Zeit als sie noch jung war, strahlt sie mich an. Sie verriet mir ihr Alter, sie wäre 87 Jahre jung. Ob der Campingplatz zum hohen Alter beigetragen hat? Herr Stachinski gabelte mich wieder auf und klagte sein Leid. Das mit dem neuen Rezeptionsgebäude käme nicht so richtig in Gang. Dabei wäre die bebaute Fläche kleiner als jetzt, denn es wird das, was so verstreut rumsteht, analog zu dem Sanitärgebäude in die Höhe gebaut. Es zeigte mir die bröselnden Fundamente und meinte irgendwann fiele ihm das Dach auf den Kopf. Undicht ist es schon. Ob die Gemeinde den Campingplatz los werden will, zu viele echte Touristen?

Dann eilte er wieder nach vorne, die nächsten Urlauber rollten ein. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Ein Ehepaar fragte nach, ob es einen Wohnwagen oder Bungalow bei ihm mieten könnte. Herr Stachinski meinte, keine Bungalows aber Wohnwagen mit Vorzelt und zeigt dem Ehepaar einen Mietwohnwagen. Es gebe auf dem Platz neun Wohnwagen verschiedener Größe zu mieten. Lediglich die Bettwäsche müsse mitgebracht werden. Alles andere wäre vorhanden. Das Paar zog zufrieden ab und auch ich trollte mich nach Hause. Auf der Fahrt fragte ich mich, warum behindert die Gemeinde eigentlich massiv den einzigen Ort in Woltersdorf, wo man buchstäblich keinen Schritt gehen kann, ohne über Touristen zu stolpern. Da bezahlen sie hohe Gebühren an einen Tourismuswerbeverein, um endlich Touristen zu bekommen, aber bekämpfen den Campingplatz, der ganz viele Touristen nach Woltersdorf bringt. Kann mir das mal einer erklären?