Bürgerversammlung oder Bürgerkrieg – Teil 1

Zwei Blöcke Stühle von vorn bis ans Ende des Saals, getrennt durch einen schmalen Gang, dort stach, wie ein Schaschlikspieß ein Mikrophon auf einem Stativ in den Raum. An der einen Wand zusätzlich zwei Mal sechs Stühle, durch eine Lücke, quer aufgestellt, als erwarte der Hausherr viele Gäste. In Front zu den Sitzgelegenheiten, deren erste Reihe fürs Volk gesperrt war, der Schreibtisch für den Gastgeber, bestückt mit zwei Mikrophonen. In der Lücke zwischen den Querstühlen, ein Tischlein für die Presse gepresst. Mittendrin ein Grüppchen Menschen, die Frau des Gastgebers mit ihren Seelenstützen.

Wir verzogen uns in den zweiten Block, ganz in die Ecke, nah dem Mikrophon und warteten gespannt auf das, was hier in wenigen Minuten ablaufen sollte. Die Ersten kamen, Die Linke, eng aneinandergerückt stelzten sie hinter ihrem schnauzbärtigen Führer in den Hintergrund, in dem Block, den die Dame des Gastgebers als Signal belegt hatte, blieben in geschlossener Formation, wie das Hühnervolk aneinander kleben. Dann tauchten im Gänsemarsch, dicht an dicht, wie ein Spähtrupp, – Kamerad geh du voran, ich deck deinen Rückzug – des Bürgermeisters allerliebste Freunde die Kameraden vom Mittelstandsverein auf, angeführt von ihrem Führer Wilhelm Diener und ließen sich auf die querstehenden Sitze fallen. Kurz drauf rauschte des Bürgermeisters Elite in den Saal, das Volk vom „Kulturhaus Alte Schule“, die nie wissen wie ihr Verein sich nennt, mal so und mal nur „Alte Schule“ mittendrin im Gewusel ihre Führerin Katrin Fleischer. Linke, Kulturhäusler, der Diener Trupp und seltsamerweise viele Besucher, die nie zuvor gesehen wurden umrahmten die Gattin des Grabenbauers, der alle seine Freunde als Stütze seines entwicklungsfähigen Selbstbewusstseins lud. Die anderen Gäste saßen bunt gemischt zwischen den verschiedenen Waffengattungen des Grabenbauers, nur von der CDU war weit und breit nichts zu sehen.

Seltsamer Name, Grabenbauer als Bezeichnung für einen Bürgermeister, wieso? Ich dachte der Titel passt so gut zu ihm, seit er im letzten Mitteilungsblatt einen privaten, heiligen Krieg gegen SPD und WBF eröffnete (Was bezweckt er damit) und die CDU sorgfältig außen vor ließ. „Fragen an den Bürgermeister“, nannte sich die Veranstaltung. Das es etwas ganz anderes werden sollte, zeichnete sich schon Stunden zuvor ab, prahlte doch der Häuptling von Die Linke bei der Rheumaliga: „Heute Abend gehen wir mit stolzgeschwellter Brust nach Hause“, somit war’s klar wie Kloßbrühe was der ganze Rummel bedeutete.

  1. Ingo

    Lesen bildet, MOZ lesen nicht unbedingt. Vergleich des Artikels -Woltersdorf sauer über Dauerzank – und hier stehenden wörtlichen Aussagen. Das ist der Nachweis für eine von Vögeln beherrschte Zeitung. Muss man Vogelsprachrohre kaufen, wenn man kein Vogelliebhaber ist.

  2. Christian Steiffen

    Lieber Bernd,

    Da ja schon alle Waffengattungen vertreten sind stellt sich mir die Frage, wer ist dann da die Geheime Polizei? Umso mehr ich das alles beobachte, als geheimer Kriegsberichterstatter wird mir immer klarer, das es sich zu einem zähen Grabenkrieg entwickelt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ladeschütze C. Steiffen

    Ps.: wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.

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