Brief an die Gemeinde – Ausbau Schleusenstraße

Gemeinde Woltersdorf
Bau- und Planungsamt

Grundhafter Ausbau Schleusenstraße

Bezug nehmend auf das Informationsmaterial zur Anliegerversammlung am 13.11.2017 und der Gemeindevertretersitzung am 16. 11.2017 hat sich die Bürgerinitiative Schleusenstraße folgende Standpunkte erarbeitet:

Am 16.11.2017 ist von der Mehrheit der Gemeindevertreter der grundhafte Ausbau der Schleusenstraße beschlossen worden – gegen den Willen der Anlieger und trotz ihres Widerstandes. Die Verantwortung, dass der städtebauliche Charakter des Schleusenbereiches im Zuge dieser Maßnahme unwiederbringlich zerstört wird, tragen die Verwaltung der Gemeinde Woltersdorf und die Gemeindevertreter. Die Bürgerinitiative Schleusenstraße distanziert sich von diesem Beschluss – auch im Namen jener Woltersdorfer und Woltersdorf-Besucher, die das historische Ambiente unterschriftlich erhalten wollen.

Entgegen dem Gemeindevertreterbeschluss fordern wir:
Keinen grundhaften Ausbau
Erhalt des vorhandenen historischen Großpflasters
Erhalt der Granitbordsteine
Großpflaster für Grundstückszufahrten
Kostenauflistung für die Entwässerungsmaßnahmen in der Gartenstraße, Hans-Knoch-Straße und im Sanierungsgebiet Schleusenstraße
Gleichbehandlung der Schleusenstraße mit der Werderstraße.

Zu 1:
Die Schleusenstraße ist im Gegensatz zu vielen anderen Woltersdorfer Straßen eine hinreichend befestigte Straße, die nach dem Bau neuer Gleisanlagen zu reparieren ist.

Zu 2:
Unsere Bedenken in Bezug auf Asphaltierung des Abschnittes der südlichen Schleusenstraße mit der vorhandenen Kopfsteinpflasterung (Zerstörung des prägenden Ortsbildes im Schleusenbereich, unweigerliche Erhöhung des Verkehrsaufkommens, der Fahrgeschwindigkeit und der Emissionen, Bedrohung des Baumbestandes und Straßenversiegelung trotz zu erwartender Klimaverschlechterung) wurden von den Planungsbüros, vom Bau-/Planungsamt der Gemeinde Woltersdorf und der Mehrzahl der Gemeindevertreter unverständlicherweise missachtet.

Zu 3:
Granitbordsteine sind haltbarer und entsprechen dem historischen Charakter des Schleusenbereichs.
Sie sind bereits vorhanden während gesichtslose Betonbordsteine erst käuflich erworben werden müssen.
Das Argument der Planungsfirma, Autofahrer könnten an den seit Jahrzehnten vorhandenen Granitbordsteinen die Autoreifen beschädigen, können wir nicht gelten lassen.

Zu 4:
Das Großpflaster auf den Grundstückszufahrten passt besser als Betonpflaster zum Bernburger Pflaster des Gehweges. Außerdem ist Granit wesentlich haltbarer als Beton. Es ist an verschiedenen Grundstückszufahrten in der Schleusenstraße vorhanden. Für die weiteren Grundstückszufahrten könnte das Großpflaster verwendet werden, das zwischen den Straßenbahngleisen aufgenommen werden muss.
Zur Erinnerung: bei der Sanierung der Seestraße und der Berliner Straße (südlicher Straßenabschnitt) wurden alle Grundstückszufahrten mit großen Granitsteinen gepflastert. Warum sollte das in der Schleusenstraße nicht möglich sein?

Zu 5:
Wir vermissen in den Planungsunterlagen die Kostenauflistung für die vorzunehmenden Arbeiten, die mit den Entwässerungsvorhaben Schleusenstraße zusammenhängen. Wir fordern Sie auf, diese öffentlich zu machen.

Zu 6:
Wir akzeptieren nicht die Ungleichbehandlung der Anlieger der Schleusenstraße und der Werderstraße. Wenn in der Werderstraße eine Straßenreparatur vorgesehen ist, dann sollte das auch in der Schleusenstraße nach der Gleiserneuerung möglich sein.

Mit freundlichen Grüßen
Elke Leetz, Rüdiger Pflanz
(Sprecher der Bürgerinitiative Schleusenstraße)

  1. U. B.

    Danke an Bernd, dass Sie den Brief an die Gemeinde Woltersdorf veröffentlicht haben, danke auch an die Verfasser dieses Briefes. Stimme in allen Punkten zu.
    Bin gespannt, wie die Reaktion der Gemeinde ausfallen wird und ob den Forderungen entsprochen wird.
    Da bis jetzt ja kaum im Interesse von Anliegern beschlossen wird, habe ich wenig Hoffnung. Aber vielleicht gibt es noch Wunder.
    Es reicht doch eine Straßen-Reparatur, hauptsächlich von der Blumenstr. bis zum Krankenhaus. Der andere Teil der Schleusenstr. ist doch in einem guten Zustand, bis auf Reparaturen.
    Das historische Pflaster, was noch über 100 Jahre halten wird, muss nicht durch hässlichen Asphalt ersetzt werden, was noch mehr zur Schnellstraße führen würde. Es wird ja jetzt schon gerast.

Kommentare sind geschlossen.