Betreiberkonzept Eichberg

1. April 2012 Aus Von BerndWohlers

Für den Eichberg gibt es ein neues Betreiberkonzept, ein Freund aus Berlin schickte es mir. Das europaweit agierende Konsortium Tycho Brahe hat sich in den 73 Meter hohen Berg verguckt und möchte mit Fördermitteln auf dem 14 Hektar großen Gelände peu à peu eine Jugendherberge mit angegliederter Sternwarte errichten. Falls die Planungen rechtzeitig zum Abschluss kommen, soll nach der Rekultivierung des Eichbergs, spätestens im März 2015 der erste Spatenstich erfolgen.

In Planung ist eine Jugendherberge mit 74 Betten, Erlebnisspielplatz, Spielwiese, Beachvolleyball und vieles mehr. Für astronomische Kurse wird es zwei Seminarräume, einer für 80 und ein weiterer für 40 Personen geben. Angestrebt sei auch ein barrierefreier Zugang. Die Kosten werden für die Teilnehmer bei acht bis zehn Euro pro Tag liegen.

Zeitgleich mit der Jugendherberge wird der Bau der Vereinssternwarte beginnen. Der Eichberg wird wegen seiner Nähe zur Stadt, die dennoch ein abgelegenes, komfortables Beobachten ermöglicht, favorisiert. Der Berg musste folgende Bedingungen erfüllen: Dunkelheit, Ferne von größeren Industrieansiedlungen, passende Grenzgröße im Zenit, Horizonthelligkeit, Rundumsicht und eine gute Verkehrsanbindung. Es werden zwei Teleskope errichtet, ein Spiegelteleskop, dessen Primärspiegel einen Durchmesser von 508 mm (20 Zoll) und einen Sekundärspiegel von 191 mm hat. Die Brennweite des Systems beträgt 3454 mm, dies entspricht einem Öffnungsverhältnis von f6.8. Der parabolische Spiegel wird mit Quecksilber bedampft und eignet sich optimal für die Astrophotografie. Neben dem Spiegelteleskop wird es einen Refraktor mit einer Objektivöffnung von 152 mm (6 Zoll) und einer Brennweite von 1300 mm geben.

Die Straßenbeleuchtung muss in einem Umkreis von fünf bis sieben Kilometern auf Niederdruck Natriumdampflampen umgestellt werden. Im Nahbereich, um Woltersdorf, von zwei Kilometern bleibt die Straßenbeleuchtung aus und wird erst um Mitternacht wieder zugeschaltet. Als problematisch, aber lösbar, gilt das Abregnen des für den Betrieb des Spiegels benötigte Dihydrogen-Monoxid (DHMO). Die sogenannte Hydroxylsäure ist als Hauptbestandteil des sauren Regens anzusehen. DMHO wird in der Wissenschaft gerne benutzt, da es ein konkurrenzlos billiges Universallösungsmittel darstellt. DHMO dient vielfach als „Trägersubstanz“ für eine unbekannte Anzahl weiterer Giftstoffe. Die Einleitung von DHMO ins Abwasser wurde bislang gesetzlich nicht verboten, obwohl keine Technologie existiert, die es aus dem Abwasser entfernt. Dennoch sind die Behörden bislang nicht bereit, die Konzentration von DHMO im Abwasser systematisch zu messen.

Ist doch schön, wenn die all ihre Bauprobleme gelöst haben, können wir Sterne gucken gehen.

Sternwarte Eichberg