Ärger mit dem Schornsteinfeger

1. März 2012 Aus Von BerndWohlers

Anne* aus Woltersdorf bekam Besuch, Besuch von Marlows Schornsteinfeger. Marlow ist hier Bezirksschornsteinfeger aus Schöneiche und jetzt kam sein Feger zur Tür rein und Annes Freund machte eine Bemerkung über Monopolisten und ihre uns vom Gesetz aufgezwungenen, überflüssigen Dienste. In Anbetracht dessen, dass eine Firma für Heizungswartung Tage vorher alles prüfte und der Schornsteinfeger sich nur dessen Arbeit ansieht, nicht so ganz von der Hand zu weisen.

Marlows schwarzer Mann, rüffelte los, machte seinen Job und Tage später kam ein Mängelbericht von Marlow. Der Raum, in dem die Heizung steht, ist zu klein und an der Heizung selber, so seine Empfehlung, könnte ein Zusatzteil eingebaut werden. Komisch, fast zwei Jahrzehnte, so lange steht die Heizung unverändert, war alles in Ordnung, nun, nach den spöttischen Worten, nicht mehr. Dabei wurde die Anlage doch von einem Schornsteinfegermeister abgenommen und fast zwanzig Jahre lang jährlich von einer Armee von Schornsteinfegern abgenommen, auch von Marlows Firma, und für in Ordnung befunden.

Das war im November 2010 und im Januar 2011 ließ Anne einen Schlitz in die Tür zum Heizungsraum sägen, dem Gesetz und Marlows Willen war Genüge getan. Das zweite Begehr von Marlow aus Schöneiche mit der Abgasüberwachungseinrichtung für die Heizung, daraus wurde nichts, Marlow wusste da noch nicht, das Teil ging nicht an dem Typ Heizung anzubauen.

Anne schrieb dem Bezirksschornsteinfegermeister einen Brief, komm zu uns und nimm ab. Wer nicht kam war Marlow aus Schöneiche. Was kam war ein Brief vom Landratsamt** in Beeskow, mit der Nachricht, wenn Anne nichts macht, wird es richtig böse. Anne schrieb dem Amt und der Schornsteinfegerinnung: ich hab dem Marlow doch schon lange über die Behebung des Mangels benachrichtigt und wenn der nicht kommt, kann sie auch nichts dafür. Keine Antwort, null Reaktion, Tiefschlaf beim Landratsamt und bei der Innung der Feger.

Jetzt kam wieder Post vom Landratsamt in Beeskow, 200 Euro soll Anne zahlen, weil sie angeblich den Mangel immer noch nicht behoben hat, auch wenn sie in Widerspruch geht, erst mal Kohle her, so etwas bringt nicht mal ein Gericht. Annes Freund rief die Telefonnummer vom Landratsamt an, Frau Gro.***, die Sachbearbeiterin war an der Strippe. Das der Mangel schon seit einem Jahr behoben ist, geht sie nichts an, erklärte die nette junge Dame, sie kann sich nur auf das berufen, was ihr der Bezirksschornsteinfegermeister sagt, was Anne und ihr Freund dagegen sagt, sei für sie nicht relevant. Das Marlow benachrichtigt wurde und nicht kommt geht sie, Fau Gro. auch nichts an, das sei Annes Problem. „Sehen sie zu wie sie das regeln, sie braucht Marlows Schein, wie Anne das anstellt sei ihr Ding.“ Obendrein, behauptete Marlow gegenüber dem Amt, er habe die Frist zur Mangelbeseitigung verlängert, was nicht stimmt. Verlängern kann er eine Frist nur, wenn er sich überzeugt hat, dass bisher nichts geschah. Wäre er gekommen, hätte er gesehen, der Mangel ist nicht mehr da. Anne bat auch nicht um eine Fristverlängerung, war doch alles seit einem Jahr fertig. Für Frau Gro., alles Schnuppe, nur was Marlow sagt, ist richtig, was die anderen dagegen sagen, juckt sie nicht die Bohne. Tolles Amt, da in Beeskow!

Nach dem Brief, der nicht fruchtete, eine Email an Marlow. Die Email konnte nicht zugestellt werden, die Adresse auf dem Briefkopf stimmte nicht. Eine weitere Mail an die Innung, Herrn Augusta: bitte sagt dem Feger Bescheid, wir bekommen ihn nicht. Die Innung rührte sich nicht. Dann noch den Widerspruch ans Landratsamt in Beeskow, die sowieso nur dem Schornsteinfeger glauben und nimmer dem Betroffenen, wie Frau Gro. sagte.

Anne telefonierte mit Marlow und nach gehörigen Bitten, wobei er sich aufplusterte: „Ich bin doch nur um ihre Gesundheit besorgt und ich muss hoheitliche Aufgaben wahrnehmen“ kam er endlich nach einem Jahr, einem Brief, einer Email und einem Telefonat. Der Mann stelzte zur Heizung, sah, der Mangel ist nicht mehr und ging, aber nicht ohne noch einmal seine hoheitlichen Aufgaben darzustellen, wobei er auch nicht vergaß, darauf hinzuweisen: schließlich sei er der Musterschüler des Innungsmeisters Augusta gewesen. Stunden später schmiss er ein Attest über die erfolgreiche Mängelbeseitigung in Annes Briefkasten.

Anne und ihr Freund fragen sich, war’s das, war das die Rache eines der sich gekränkt fühlte und wusste, das Landratsamt in Beeskow ist immer an seiner Seite? Anne suchte und fand einen freien Schornsteinfeger, er ist sehr preiswert, hier zwei Webseiten:

Eineinhalb Jahre später:
Ärger mit dem Schornsteinfeger Teil 2

Freie Schornsteinfeger Wahl den hatte Anne genommen, hat prima und preiswert geklappt.

Freie Schornsteinfeger

* Der Name wurde geändert
** Aktenzeichen 04648-11-41
*** Name wurde abgekürzt