Anwohner in Sorge, wo sind ihre Eingaben geblieben? Teil 2

Das bevorstehende Bauleitplanverfahren bringt Sorgenfalten in die Gesichter der Anwohner. Insbesondere, weil einer der Beteiligten, Wolfram Schnieber, mit seiner während des Bauleitplanverfahrens durchgeführten Waldernte das Ergebnis des Abwägeverfahrens beeinflussen könnte. Kahlschlag im Krähenwinkel

Die Art und Weise, wie da Tatsachen neu gestaltet wurden, machten mich neugierig. Ich wollte wissen, was sind das für Leute, die in diesem Verfahren dominieren.

Da finden wir die Dipl-Ing. Gundula Haß, vom a.r.s-Planungsbüro und wir finden Dietrich Joecks, den Ex-Bauamtsleiter von Woltersdorf. Beide waren in den 90er Jahren im öffentlichen Dienst, beim Stadtplanungsamt Bernau beschäftigt. Schnieber hatte in Bernau zu der Zeit die Firmen, Star Verwaltungs GmbH und Perfekta GmbH.

Dann haben wir noch Wolfram Schnieber, der seit vielen Jahren mit Gundula Haß zusammenarbeitet. O-Ton Schnieber: „Ohne gute und engagierte Profis geht nichts! Mit Frau Haß vom a.r.s. Planungsbüro aus Bernau haben wir eine anerkannte Spezialistin…“ In Wolfram Schniebers Firmenimperium befindet sich die Star Verwaltungs GmbH und die Perfekta Baubetreuungs GmbH, beide mit Sitz in Bernau.

Diese DREI aus Bernau finden wir in Woltersdorf wieder, alle um ein Projekt bemüht, wo die Firma Venture MK 2000 als Investor auftritt. Bevollmächtigter von Venture MK 2000 ist Wolfram Schnieber. Gundula Haß als Planerin im Auftrag von Venture MK 2000 und Dietrich Joecks, damals, als verantwortlicher Bauamtsleiter.

Die Beteiligten haben wir nun sortiert und beim Sortieren stellte sich eine einzige Frage ein. Die Frage möchte ich hier an dieser Stelle an die Gemeindevertretung und Verwaltung von Woltersdorf richten.

Wie kommt es, dass die gesammelten Abwägeunterlagen, wie z. B. die der Unteren Naturschutzbehörde, diverse Umweltämter, das Amt für Forstwirtschaft, das Straßenbauamt, die der Ver- und Entsorgungsträger, die der Nachbargemeinden und ganz, ganz wichtig die Einreden und Zuschriften der Anwohner zum Abwägen, einer Person/Firma übergeben wurden, die in diesem Bauleitplanverfahren eindeutig Partei ist. Zur Erinnerung, Frau Haß werkelt im Auftrag von Venture MK 2000 GmbH mit Wolfram Schnieber als Beauftragten, die dort ihre ureigensten Interessen durchsetzen wollen und diese Interessen kollidieren mit den Vorstellungen der Anwohner.

Alle wissen, das geht so nicht, das ist nicht statthaft, das ist gegen das, was der Gesetzgeber will. Wolfram Schnieber, O-Ton: „Im Rahmen einer sog. Abwägung beschließt dann die Gemeindevertreterversammlung, der Bauausschuss und zum Schluss die Hauptausschusssitzung darüber, welche Punkte in den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans als Auflagen aufzunehmen sind.“ (Anmerkung: Die Reihenfolge ist nicht ganz richtig, die Sache schon).

Der gewaltige Berg an abzuwägendem Material von Behörden (ca. 30-40 sogenannte „Träger öffentlicher Belange“) und die Eingaben der Anwohner sind den Abgeordneten bisher nicht einmal zugegangen. Wie wollen sie bis zum 15. Mai diese Unterlagen durcharbeiten, in den Fraktionen beraten? Wollen sie es überhaupt? Nein! Dann bleibt nur, wieder dem Wort des Bürgermeisters, seines neuen Bauamtsleiters Hannes Langen und der von einer beteiligten Partei bestellten Planerin zu vertrauen.

Ein Abwägeverfahren, in dieser Art durchgeführt, das kann wohl auch nur in Woltersdorf passieren. Das Ergebnis für nichtig zu erklären dürfte nicht schwerfallen.

  1. Angelika

    Hallo Bernd,
    mit :“ ist doch alles bestens“
    meinte ich natürlich, dass nichts bestens ist.
    Was soll denn hier schon bestens sein?
    Es wird versucht, die Anwohner hinzuhalten, man scheut sich auch nicht, die Unwahrheit zu sagen, alle schauen zu, wie der Schnieber den (seinen) Wald verwüstet, keiner der Gemeindeverwaltung hat soviel Rückrad, dem Ganzen Einhalt zu gebieten.
    Ich frage mich, nachdem ich die Akten der o.g. Firmen gesichtet habe, warum eigentlich niemanden von der Verwaltung aufgefallen ist, dass aus der PERFEKTA Baubetreuungs GmbH plötzlich die Venture 2000 geworden ist.
    Wenn eine Firma Insolvenz anmeldet und der dort tätige Mitarbeiter bemerkenswerterweise auch für die neue Firma tätig ist, dann wie gehabt weitermacht, nur mit einer anderen Firmierung, sollten doch alle Alarmleuchten brennen.
    Eine Gemeindeverwaltung hat die oberste Pflicht, sich Partner, mit denen sie zusammenarbeiten möchte, genauestens anzusehen, denn sie ist in erster Linie ihren Bürgern gegenüber verpflichtet.

    Noch eine Anmerkung zum Planungsbüro .

    Auftraggeber scheint ja die Venture 2000 mk GmbH zu sein, auch das hat die Verwaltung billigend in Kauf genommen, wie soll denn Frau Haß objektiv die Einwendungen der Anwohner und auch die Stellungnahmen der Behörden verarbeiten? Diese Konstellation ist für mich unvorstellbar.
    Aber der eigentliche Skandal ist, dass Bauamtsleiter und Bürgermeister uns, den Anwohnern ganz locker sagen, die Unterlagen befänden sich bei der Planerin.
    Wann gedenkt das die Verwaltung, daran zu arbeiten???
    Im Übrigen die Auslegung des „Vorentwurfs zum B-Plan“ war unvollständig, da schließe ich mich den Ausführungen des Herrn Wall an.
    Man sollte versuchen das Verfahren noch einmal von vorn beginnen, vollständig und mit allen Unterlagen.
    Ps.:
    Herr Peter J. K. Lewin kommt natürlich auch aus Wandlitz.
    Angelika

  2. Bernd

    @Angelika: „Ist doch alles bestens,…“ Nein! Es ist nicht alles bestens. Ein unabhängiger Planer wäre bestens. Frau Gundula Haß plant aber im Auftrag von Venture MK 2000 und ist somit Partei. Gibt es nicht das Sprichwort, dessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. Was soll für die Anwohner dabei herauskommen, ohne unabhängigen Gutachter? Richtig! Ich nehme an, das was der Auftraggeber des Planers erwartet.

  3. Angelika

    Hallo Bernd,
    habe Ihren Ausführungen noch etwas hinzuzufügen .nämlich den Geschäftsführer:
    Herrn Peter Joachim Klaus Lewin.
    1.) Herr Lewin löste am 14.02.2005 die damals 83-jährige Geschäftsführerin der
    PERFEKTA Baubetreuungs GmbH ab und wurde der neue Geschäftsführer.
    Am 21.12.2009 wurde die Gesellschft auf Grund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens aufgelöst.

    2.) Herr Lewin wurde am 21.06.2010 zum Geschäftsführer der Firma Venture 2000 mk GmbH bestellt.

    3.) Herr Lewin wurde am 09.02.2005 zum Geschäftsführer der Firma Star Verwaltungsgesellschaft mbH
    bestellt.

    Nachzulesen in „Unternehmensregister“

    Dann möchte ich noch eine Anmerkung zu dem „Abwägungsprozess“ im Bauleitverfahren machen.
    Ich beziehe mich auf ein Schreiben des Amtleiters, Herrn Langen vom 25.01.2013 wo er, ich zitiere wörtlich:
    „Als nächster Schritt in dem oben genannten Bauleitverfahren sieht das Baugesetzbuch die
    Prüfung und Würdigung aller eingegangenen Anregungen und Hinweise vor.
    Diese Aufgaben übernimmt die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Fachplaner“.

    Ist doch alles bestens, wäre dann nur noch die Frage an die Verwaltung, wie man denn ohne Unterlagen
    arbeiten kann???
    Einen schönen Abend
    Angelika

  4. G. Eggers

    Die Abwägungsunterlagen gehören zweifelsohne ins Rathaus, das Planungsbüro könnte sich ggf. eine Kopie ziehen.
    Ich werde in den nächsten Tagen im Amt vorsprechen und um kurzfristige Einsicht in die Unterlagen ersuchen.

    Bin gespannt, was ich vorfinde.

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