An apple a day keeps the doctor away

auf Deutsch – ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern. Ich glaube jeder hat den Spruch schon einmal gehört. Der gute Rat wird in unserem Land immer weniger befolgt. Nur 14 Prozent der Frauen und knapp 10 Prozent der Männer halten sich an die Empfehlung. Je jünger, umso seltener greifen sie zu einem Apfel.
Die Deutschen essen immer weniger frisches Ost, so sieht es eine Statistik. Fünf Mal täglich soll der Mensch Obst und Gemüse verzehren, sagen Ernährungsexperten.

Das hört sich alles vernünftig an, beantwortet aber keineswegs die Frage, warum essen so Wenige frisches Obst und Gemüse. Jeder wird dafür eine eigene Antwort parat haben, meine Antwort ist – es liegt am Geld. Wer mit einem geringen Einkommen über die Runden kommen muss, wie viele Rentner, alle Hartz-IV Empfänger, Aufstocker und all die Anderen die Niedriglöhne bekommen, denen fehlts einfach an den Mitteln, um sich gesund zu ernähren.

Nehmen wir mal Äpfel, so ein Kilo, das sind je nach Größe drei bis vier Stück, kosten um die 2 bis 2.50 Euro. Bei einer vierköpfigen Familie ist das Kilo Äpfel an einem Tag sofort weg und reicht noch nicht einmal für diesen einen Tag. Der sich gesund ernähren will, soll fünfmal am Tag Obst und Gemüse zu sich nehmen und so bräuchte unsere Familie, wenn wir bei den Äpfeln bleiben (es vereinfacht die Betrachtung), täglich fünf Kilo davon. Unsere Beispiel-Familie kann jetzt mit Obstkosten von um die 300 Euro im Monat rechnen. Ob sie sich das lange leisten kann? Ich bin der Überzeugung – Nein!

Es gibt ja auch deutlich billigeres Obst, in Tüten zu zwei Kilo abgepackt und auch für um die zwei Euro erhältlich. Ab und zu will ich sparen und kaufe dann so ein Pack. Das Obst ist von schlechterer Qualität, fault schnell und wir müssen immer einen Teil wegschmeißen. Dadurch wird das billige Obst oft teurer als die von Hause aus teurere Ware.

So ist mein Schluss, wer möchte, dass sich die Bevölkerung gesund ernährt, der muss dafür sorgen, dass den Menschen genügend Kapital für eine gesunde Ernährung zur Verfügung steht. Alles andere ist Heuchelei.

7 Gedanken zu „An apple a day keeps the doctor away

  1. Renate

    Bei Aldi (Süd) gibt es Äpfel, die heißen „Pink Lady“, die schmecken ausgezeichnet und halten SEHR lange. Was die kosten, weiß ich jetzt nicht genau, aber bei Aldi ist ja nun mal nichts teuer.
    Also: Pink Lady kann ich nur empfehlen. Knackig, saftig, lecker!

    Lieber Gruß – Renate

    1. Bernd

      Danke schön, liebe Renate, sowie ich nach Bayern komm, werd ich sie probieren. Wir haben hier Aldi-Nord, ob der die Äpfel im Sortiment hat, ich geh mal hin.
      Liebe Grüße
      Bernd

  2. Valentina

    Ich denke, eine staatlich verordnete Obstzuteilung an allen Schulen und in allen Kitas wäre ebenso zielführend wie die staatlich überwachte Zahnarztgehaltsentwicklung, die staatlich geregelte Steuersatz für Gesundheitsleistungen in jeglicher Form, von der Akupunktur für alle, bis Zahnimplantate für alle. Das Ganze für einen Steuersatz von unter 10 % und am besten europaweit steuerrechtlich harmonisiert. Nahezu eine gelungene sozialistische Einschätzung ..

    Im Ernst: ich würde mich freuen, wenn die Rahmenbedingungen für dies und jenes mal an der Realität abgeglichen werden, wenn wir den vergleich hiesiger Regelungen mal mit real existierenden Ländern auf der Welt und deren Steuersätzen vergleichen. Wir jammern und flehen bisweilen auf verdammt hohem Niveau, eine ausgewiesene deutsche Tugend wie ich finde.

    Trotzdem, Obst an allen Schulen, für alle Kinder, wäre schon toll !!!

    Die Kitas in Woltersdorf realisieren das übrigens gut, für alle Kinder im solidarischen Ausgleich.

    Liebe Grüße

    Valentina

  3. Marsav

    Hallo Bernd,
    da muß ich Dir zustimmen. Auch ich kaufe sehr selten Obst, weil es mir einfach zu teuer ist. Und außerdem bin ich von den „Supermarkt“-Äpfeln sehr enttäuscht.
    Da ich die letzten beiden Jahre sehr viel mit dem Bus unterwegs war (auch nachts) habe ich festgestellt, dass Äpfel gegen Müdigkeit helfen.
    Das heißt, wenn ich während der Fahrt müde werde, dann greife ich zu einem saftigen, süss-sauren Apfel. Das ist der reinste Muntermacher für mich (einige Kollegen haben das ausprobiert und ebenfalls bestätigt).

    Nur – die Qualität der Äpfel hat ungemein nachgelassen. Obwohl ich immer die gleiche Sorte kaufe (süss-sauer und sehr saftig), sind diese einmal total mehlig, die Schale ist manchmal sehr hart, von süss-sauer keine Spur mehr – oder sie schmecken wie ….. naja.

    Die Preise der Äpfel im Supermarkt sind zwar akzeptabel, aber die Qualität (genau wie Du es beschreibst) lässt zu wünschen übrig. Hatte mal drei Äpfel dabei, als ich nach Hamburg fuhr – auf der Rückfahrt konnte ich den letzten wegschmeißen, weil er zu faulen anfing. (Obwohl erst zwei Tage zuvor gekauft).

    Nun warte ich halt auf die Äpfel aus meinem Garten (gibt dieses Jahr sehr viele!!!). Die sind nämlich genau so, wie ich sie mag.

    Und nun zum Thema gesunde Ernährung!
    Ist Dir schonmal aufgefallen, wie viele Leute mit schlechten Zähnen oder großen Zahnlücken herumlaufen?
    Gerade gestern habe ich eine Frau gesehen, welche dem Anschein nach keine Zähne mehr hatte.
    Wie will diese Frau einen Apfel essen? Was kann sie überhaupt noch essen ausser Suppe und Brei?
    Von Hartz-IV kann sich niemand einen Zahnarzt – geschweige denn einen Zahnersatz – leisten.
    Gerade meine Tochter hat nach der Geburt ihres letzten Kindes Probleme mit den Zähnen. Ein Kostenvoranschlag des Zahnarztes betrug einen Eigenanteil von über 6.000 Euro!!!
    Wer kann sich das leisten, wenn er von Hartz-IV leben muß?

    Da muß man sich doch nicht wundern, wenn diese Leute sich falsch ernähren und dann davon krank werden.
    Die Krankenkassen zahlen sogut wie nichts mehr drauf – müssen dann aber für die Folgen der falschen Ernährung aufkommen. Hier beißt sich doch die Katze selbst in den Schwanz!

    Liebe Grüße
    Roswitha

    1. Bernd

      Liebe Roswitha, einst tourte ich mal durch Australien, da fielen mir die schlechten und fehlenden Zähne der Ausis auf. Eines Tages wurde ich dann aufgeklärt, an den Zähnen kannst du die soziale Stellung eines Einwohners erkennen. Hier ist es dank einer verfehlten Gesundheitspolitik aller Parteien inzwischen auch so.

      10 Euro pro Quartal, 10 Euro Rettungsstation, 10 Euro Zahnarzt, Zuzahlung bei Medikamenten und Behandlungen, Zuzahlen beim Krankenwagen und die Kosten die ich hier vergessen habe. Wie soll das ein Niedriglöhner im Osten Deutschlands aufbringen? Auch in Deutschland sind inzwischen die Zähne der Ausweis für die soziale Stellung.
      Lieben Gruß
      Bernd

      1. Marsav

        Ja, vergessen hast, dass sich kaum noch jemand ins Krankenhaus traut. Meine Mutter war ungefähr zwei Wochen drin und bekam dann eine Rechnung über ca. 129,– Euro.

        LG
        Roswitha

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