Vom Taxifahrer verprügelt! Wahr oder nicht wahr?

Diese Woche aus den Medien aufgegriffen

Wahr oder nicht wahr

Ein Schriftsteller, Binyavanga Wainaina, aus Kenia behauptet, er sei von einem Taxifahrer in Berlin verprügelt worden. So steht es auf seiner Facebook-Seite. Er habe ein Taxi gerufen, mit dem er erst zu einem Arzt und dann weiter zum Flughafen wollte. Weil er die Adresse nicht schnell genug herausbrachte, soll der Taxifahrer ausgerastet sein, seine Tasche aus dem Fenster geworfen haben, ihn aus dem Wagen gezerrt und verprügelt haben. Seine Nachbarn in Charlottenburg hätten ihn trotz seiner Hilferufe nicht geholfen. Zur Polizei ist er nicht gegangen, er bevorzugte die BBC, Facebook und andere kenianische Medien.
Ist’s wahr oder ist’s eine Story? Arztbesuche können dauern, lange dauern. Wer zum Arzt geht, wird da kaum ein Taxi warten lassen, um später zum Flughafen zu gelangen. Dass ein Taxifahrer, wegen gar nichts des Fahrgasts seine Tasche aus dem Fenster feuert, dann aussteigt, das Auto umrundet und den in der Zeit ruhig abwartenden Fahrgast aus dem Wagen zerrt, verprügelt und sich dann von dannen macht, während wohl anwesende Nachbarn dem gelassen zuschauen. Tja und dann bleibt nicht einmal Zeit für einen Anruf bei der Polizei. Aber dann, weit weg, da wird in den Medien losgelegt. Für mich hat die Geschichte zu viele Haken und Ösen.

Türkei

Derzeit liegt die Türkei u.a. mit Ägypten, Israel, Syrien, Irak, Iran über Kreuz. Eine Kursänderung sei notwendig, sagt Regierungssprecher Kurtulmus. Mehr Freunde, weniger Feinde, sollen es sein, schrieb der Kolumnist Abdulkadir Selvi und nahm Bezug auf dem Premier Yildirim.
Nun auch noch die Armenier-Resolution. Erdogan ist von Merkel enttäuscht, sie hätte das Menetekel verhindern sollen. Sie hat’s ihm versprochen, sagt er. Zumindest sie, Merkel, und ihr Außenminister Steinmeier waren bei der Abstimmung über die Resolution absent. Ob Merkel abwesend war, um sich keine Schelte von Erdogan einzufangen? Steinmeier war sicherlich unter Zeitdruck, die neue Schleimspur zu Putin braucht viel Pflege.

Terror

Bundesinnenminister de Maizière möchte, das Käufer von Prepaid-Karten fürs Handy sich ausweisen.
So vor rund dreißig Jahren kaufte ich Prepaidkarten, aber ich bekam nirgends eine ohne mich auszuweisen. Warum hat die Regierung da etwas Sinnvolles abgeschafft, wahrscheinlich der ungesunde Behördendrang alle Nase lang etwas ändern, on es Sinn macht oder nicht, egal, wir ändern eben mal.

In Tagesspiegel schrieb Frau Ingrid Müller am 4. Juni über gefühlte Sicherheit. Nach dem sie sich über Terror, IS, Sicherheit, Geheimdienst und Polizei ausgelassen hat, kam sie auf den Punkt: Zu einfach machen es sich diejenigen, die schamlos Angela Merkels Entscheidung vom letzten Sommer, die syrischen Flüchtlinge nicht abzuweisen, als Erklärung nehmen. Einige Zeilen später wird Frau Müller richtig nett: Wir wollen offen über die Ängste reden. Verunsicherte haben ein Recht, ernst genommen zu werden. Auch Hetzern hierzulande sollten wir es nicht so einfach machen.

Soweit im gängigen Stil des Tagesspiegels, der stark an einer Vereinheitlichung der Meinungen krankt. Der Tagesspiegel sieht wohl seine Hauptaufgabe darin, der Regierung Meinung dem Leser solange zu verdeutlichen, bis auch der Letzte es für seine eigene Meinung hält.
Frau Müller will über Ängste reden, mit Leuten, die äußern sie ihre wahren Gedanken und Gefühle damit rechnen müssen, erst einmal als schamlose Schwätzer eingestuft zu werden. Falls sie nur verunsichert sind, haben sie ein Recht, ernst genommen zu werden. Im gleichen Atemzug sagt Frau Müller, auch Hetzern sollten wir es nicht zu einfach machen.

Abbaggern ist OK

Ein Pfarrhaus im Landkreis Spree-Neiße hat sich eine Solaranlage aufs Dach gesetzt. Ohne Baugenehmigung, die wurde verwehrt, weil das Gebäude denkmalgeschützt ist. Jetzt mussten die Kirchenleute in Atterwasch sie vom Dach holen, weil sie das Erscheinungsbild des Pfarrhauses verhunzt. In Anbetracht, dass ab 2025 das Dorf für die Braunkohle abgebaggert werden soll, eine wirklich klassische Behördenentscheidung. Solaranlage aufs Dach geht nicht, aber abreißen ist völlig in Ordnung. Irgendwo auf dem Behördenweg muss das logische Denkmal-Denken arg gelitten haben.

Grundeinkommen in der Schweiz

Rund 80 Prozent der Schweizer lehnten in einer Volksabstimmung den Plan eines Grundeinkommens von steuerfreien 2260 Euro monatlich ab. Das Grundeinkommen befreie die Menschen von Existenzängsten und bringe Marktwirtschaft und Menschlichkeit zusammen.
Da fragten sich die 80 Prozent Schweizer wohl sehr besorgt, wer denn morgen die Brötchen backt, die Zeitung bringt und die Mülltonne leert. Bei dem Einkommen für nichts und dem menschlichen Drang nach Müßiggang ist die Sorge wohl nicht von der Hand zu weisen. Dennoch, es wäre ein spannendes Schauspiel über den Untergang einer Volkswirtschaft geworden.

  1. Herr Troll

    Das Sommerloch ist da. Ist denn nichts berichtenswertes am Nabel der Welt, also in Woltersdorf, passiert, dass so randständige Themen wie die Weltlage behandelt werden müssen?

    Kein neues, vermutlich bodenloses, Schlagloch? Keine Grünglas-Flaschen im Braunglas-Sammelbehältnis? Keine 5 Minuten Verspätung bei der Straßenbahn? Garnix?

    Na dann ist ja alles in Ordnung, was außerhalb unserer Gemeinde vorgeht, kümmert mir nämlich nich.

    #Und wird die Welt auch untergehn, dies Woltersdorf wird fortbestehn.#

    1. Bernds Journal

      Wo wird Woltersdorf wohl weiterbestehen, wenn die Welt untergegangen, sozusagen futsch ist. Wo wird der Ort anlegen, dass Universum gibt’s ja ,nach BSI, nicht mehr. Rutscht unser Dorf durch ein Schwarzes Loch in ein Paralleluniversum, in ein Paradies oder gehen wir zur Hölle. Lieber Woltersdorfer Astrologe, der anonym mit falscher Emailadresse kam, wo werden wir stranden, im Grünglas-Flaschenbehälter des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Von einem dortigen Internetanschluss haben Sie ja die Woltersdorfer Flaschenlage gedeutet. Schade, dass Sie so ängstlich aus dem anoymen Dunklen orakeln, haben Sie einen Grund für die Geheimniskrämerei?

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