Unser Woltersdorf pinselte Unglaubliches

Vergessen haben sie mich, in meinem Briefkasten fand ich keinen Flyer und auch kein Info-Heft der Unglaublichen von „Unser Woltersdorf“. Oder war’s Absicht, sollte ich das Geschreibsel nicht bekommen? Bin ich doch einer der wenigen, die das Gesülze aufmerksam lesen. Ich machte mich auf die Strümpfe, um an den monatlichen Münchhausen zu kommen. Meine Nachbarin hat’s ungelesen in die Mülltonne befördert.So ging’s weiter, bis zur Hochstraße. Infoheft in die Tonne, ist ja unerträglich, hörte ich. Fündig wurde ich doch, ein Anwohner bündelt sein Papier fein säuberlich für eine Sammelstelle. Der Gute schnürte das Bündel noch einmal auf und ich zog hochbeglückt mit dem arg zerknitterten Blättern von dannen.

Gelohnt hat sich die Jagd nimmer, der Inhalt der Schwarte wird immer unverdaulicher, sie gibt aber tiefe Einblicke in das Wesen der Verfasser. Wollen wir es ganz kurz machen, Askell Kutzke lass ich weg. Wieso? Nach seinem misslungenen Versuch mit gefakten Bildern von der Straßenbahn, Sie erinnern sich? Nein, Ausgabe 02/14 Seite 12 ist mir der Wahlkandidat von „Unser Woltersdorf“ keinen Buchstaben mehr wert. Einzig, wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, selbst wenn er auch die Wahrheit spricht. Ich hab das Sprichwort für mich persönlich auf gezinkte Bilder übertragen.

Von dem Rest der mauen Truppe ist einzig Karl-Heinz Ponsel erwähnenswert. Wieso? Ponsel ist der Einzige, der sich wirklich redlich zu vielen Sitzungen bemühte, der Rest des Vereins, vergessen wir’s. Wie gesagt, Herr Ponsel pinselte eifrig in seine Kladde und ich wartete auf das Elaborat seiner Bemühungen. Dann, eines Tages war’s da, ich konnte seine Analyse in der MOZ lesen. Da wollte Ponsel die Finanzen in geordnete Bahnen lenken, wohin und wie hat er nicht gesagt, vielleicht weiß er’s nicht so genau. Ist auch schnuppe, die Gemeinde hat sechs Millionen Euro Guthaben dank dieser Gemeindevertretung. Geordnet wird der Batzen regelmäßig von unserem Kämmerer und das wird wiederum vom Landkreis durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft. Also, hier hat Herr Ponsel danebengepinselt.

Danebengepinselt hat Wahlkandidat Ponsel von „Unser Woltersdorf“ auch mit seiner nächsten Behauptung, dass dem Bürgermeister von den Gemeindevertretern verboten wurde, seine unglaublichen Ergüsse im Mitteilungsblatt zu veröffentlichen. Herr Ponsel pinselte da in der MOZ wenig sachkundig vor sich hin. Wollen wir’s einmal gerade rücken: Dem Bürgermeister wurde von der Gemeindevertretung aufgetragen, ein Redaktionsstatut für das Mitteilungsblatt zu erarbeiten. Bis zur Fertigstellung des Redaktionsstatutes wurde ihm jede Veröffentlichung seiner Unglaublichkeiten untersagt. So ein Redaktionsstatut ist in weniger als eine Stunde möglich, gedankt sei es Google. Der Bürgermeister hat bis heute kein Redaktionsstatut auf den Tisch gelegt. Da kann ich getrost sagen, seine Unglaublichkeiten wollte er gar nicht im Mitteilungsblatt veröffentlichen. Ein generelles Verbot bestand niemals.

Einen Ponsel sollten wir uns noch gönnen, in dem Extrablatt der unglaublichen Gesellschaft, pinselt Ponsel doch ein Mal die reine Wahrheit: „Vergrämung von potentiellen Investoren“, nach Duden heißt es zwar -potenziellen – aber egal, ist eben ein von Ponsel gepinselter Text. Weiter pinselt Ponsel: „potentielle Investoren haben es in Woltersdorf schwer, dies konnte man zuletzt auch beim Thema ‚Springeberg‘ feststellen……“Wir“ [Unser Woltersdorf] „finden: Investoren wollen Geld verdienen, wenn es geht viel Geld…“ Richtig, Herr Ponsel, da haben Sie die Katze aus dem Sack gelassen. Wenn die Investoren viel Geld verdienen, wird doch auch für einige Woltersdorfer genug vom Tisch der Investoren fallen. Der Rest der Woltersdorfer kann sich an den abgeholzten Wäldern, den jetzt verödeten Flächen erfreuen. Danke für Ihre Aufrichtigkeit, Herr Ponsel.