Sozialausschuss Teil 2 – Oktober 2014; Weinbergstraße

Punkt 6. Diskussion und Beschlussempfehlung über den Umbau des Flachbaus (Schule)
Ein sehr kompliziertes Thema meinte der Bürgermeister, weil der Flachbau zur FAW gehört. Sicher ist nur, dass die FAW bis 2016 nicht alle Räume benötigt.

Siegfried Wendt, versuchte anhand von Folien die Historie des 1965 gebauten Flachbaus Revue passieren zu lassen. Dabei erfuhren wir, dass alle Stromkabel aus Aluminium bestünden und wenn zwei Geräte gleichzeitig liefen, die Sicherungen herausfielen.

Es geht bei den anvisierten Schulräumen um den hinteren Teil des Flachbaus, wo sich der provisorische Essenraum befand. Dieser Raum könnte durch eine Wand getrennt werden. Zur Zeit werden dort Schultische und Stühle gelagert. Siegfried Wendt fuhr fort. Wenn der Flachbau allerdings richtig fit gemacht werden soll, dann wird es teuer, mehr Räume entstehen dadurch aber nicht. Es müsste mit vier Bauabschnitten gerechnet werden, die zusammen 435 TE kosten würden. Das sei immer noch billiger als ein Neubau von 2,9 Mio. Wenn jetzt aber die günstige Lösung mit Zwischenwand gewählt wird, gebe es ein Problem beim Umbauen, da die Räume dann belegt wären und freigezogen werden müssten.

Henry Henschel (Unser Woltersdorf) schlug die Variante Container vor. Siegfried Wendt erklärte, dass für diese Größenordnung eine Baugenehmigung eingeholt werden müsste und zudem Schulhoffläche verloren ginge, ganz zu schweigen von den entstehenden Kosten. (Anmerkung: ist wie nach 1945, Container für Kindergärten und Schulen).

Michael Hauke (Unser Woltersdorf) wollte erst das Gutachten der BSG abwarten, ehe er eine Entscheidung treffen will. 435 TE könne die Gemeinde ja nicht aus der Portokasse zahlen. Der Bürgermeister plädierte für die 435 TE Lösung. Container können nicht verantwortet werden. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass zusätzliche Räume geschaffen werden müssen.

Jutta Herrmann (DIE LINKE) hatte die Idee. Sie erklärte, dass der Flachbau für die Grundschule zu reservieren sei, die FAW könne sich doch selber ein Gebäude bauen.

Die Situation habe sich seit dem letzten Sozialausschuss nicht verändert, sagte Schuldirektor Stahl, der Raumbedarf bestehe nach wie vor. Den Einzug einer Zwischenwand sieht er als Provisorium, welches ihnen später auf die Füße fällt.

Monika Kilian (CDU/SPD) meinte, es zeichne sich ab, dass ein neues Schulgebäude gebaut werden muss und wolle ebenfalls das Gutachten der BSG abwarten.

Henry Henschel (Unser Woltersdorf) meldete sich, um dann zu erklären, dass er seinen Text vergessen habe. Zwei Redner weiter hatte er ihn in seinen Unterlagen wiedergefunden. Er empfehle die Minimal Lösung. (Anmerkung: Interessant, ich wunderte mich bereits über die wohlgeformten Sätze, vermutete, das Henschel teure Intelligenz einkaufte. Wahr aber nicht so. Ganz profan hat er wohl seine Reden zuvor zu Hause ausgeknobelt. Nachteil der Methode, wenn ich mir immer wieder meinen Text aufsage, auf meinen Einsatz warte, dann kriege ich nicht mehr mit, was die anderen sagen. Das Zustandekommen einiger eigenartiger Reden wurde mir hier verdeutlicht).

Das sah Michael Hauke (Unser Woltersdorf) ebenso und stellte den Antrag die Beschussempfehlung für die GV in diesem Sinne zu ändern lassen. Dem wurde zugestimmt.

Punkt 7. Diskussion Schulwegsicherung
Stefan Grams (WBF) erklärte, dass dieses Thema aufgrund eines Unfalls auf dem Lehrerparkplatz an der Schule auf der Tagesordnung stehe. Der BM mokierte sich über die unvernünftigen Eltern, die Ihre Kinder dort ausladen und dann beim Ausparken nicht aufpassen. Er schlug vor, dort jemand vom SSK hinzustellen, der diese Eltern daran hindern soll auf den Parkplatz zu fahren. Die Einfahrt dazu sei eigentlich gesperrt (Feuerwehrzufahrt). (Anmerkung: Ich würde mal in Erkner nachfragen, wie die das im Kreisel hinbekommen. Da läuft das bombig).

Stefan Grams (WBF) widersprach und meinte dass es nicht verboten sei auf den Parkplatz zu fahren. Jens Mehlitz (WBF) sah die Rettung darin, aus der Vogelsdorfer Straße eine Einbahnstraße zu machen. (Anmerkung: Gute Idee).

Michael Hauke (Unser Woltersdorf) plädierte dafür die Weinbergstraße mit Splitt zu glätten, damit sie für die Eltern befahrbar werde. Rainer Vogel wollte nun die Weinbergstraße auszubauen. Monika Kilian (CDU/SPD) sagte, es gäbe ja ein gutes Konzept für die Schulwegsicherung, der Knackpunkt darin sei aber die Weinbergstraße. Die Anlieger haben sich damals massiv gegen den Ausbau gewehrt. (Anmerkung: Ich glaube, ganz viel zum Frust hat beigetragen, das die Verwaltung damals den Anwohnern die Kosten der Entwässerung des Schulhofes entlang der Weinbergstraße zur Seestraße unterjubeln wollte. Das diese nun keinem mehr trauen, ist doch verständlich, oder).

Henry Henschel (Unser Woltersdorf) fand, dass nun genug gejammert sei und stellte eine Prioritätenliste auf. Priorität A sei die Sicherung Weinbergstraße/Seestraße, Priorität B der Übergang Rüdersdorfer Straße in der Höhe der Gärtnerei Ertel, Priorität C die Vogelsdorfer Straße, im vorderen Bereich. Jens Mehlitz (WBF) empfahl, sich doch einmal an die Verwaltung zu wenden, da lägen jede Menge Pläne seit Jahren vor, die letztendlich alle am Geld gescheitert seien. (Pläne, die die Jahressteuern unzähliger Bürger auffraßen. Aber Planer müssen unterstützt werden).

Michael Hauke (Unser Woltersdorf) warf eine neue Idee in die Runde. Er könne sich vorstellen, die Rüdersdorfer Straße in Höhe der Gärtnerei Ertel als dreißiger Zone auszuschildern oder solche Querbalken auf die Straße zu nageln, durch die die Geschwindigkeit reduziert wird. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass das eine Landesstraße und die Hauptverkehrsader sei.

Nun wurde das Wort Verkehrskonzept in die Runde geworfen. Siegfried Wendt merkte noch an, wenn es mehr Schulräume gebe müssen auch mehr Parkplätze geschaffen werden. Stefan Grams (WBF) forderte den Bürgermeister auf sich darüber Gedanken zu machen. Vogel knurrte nur, das sie eine kleine Verwaltung seien. Er forderte, dass im Bauausschuss unbedingt der Ausbau der Weinbergstraße vorangetrieben werden müsse. Stefan Grams (WBF) fragte Dr. Bronsert, ob er vielleicht auch eine Meinung zu dem Probleme habe. Worauf Dr. Bronsert (FDP/EB), der eingenickt schien, hochschreckte und die Problemlösung in einem Zebrastreifen sah. (Anmerkung: tja, wenn es so einfach wäre, scheint Dr. Bronsert (die/der Linke CDUler) sollte sich doch einmal ernsthaft mit dem Thema befassen).

  1. Blade Runner

    >>Bedauerlicherweise wurde der in grauer Vorzeit als Trasse für Straßenbahnschienen geplant<<

    Hallo Bernd,

    kann man darüber mehr erfahren? Das klingt interessant!

    Gruß

    Blade

  2. Bernd

    Ich halte es schon für eine gute Idee, mehr nicht. Ideen, auch solche, die nicht durchführbar sind, gehören auf den Tisch, nennt sich Mind mapping. Das die Weinbergstraße als Einbahnstraße in die Gegenrichtung dienen soll, ist eher ein schlechter Scherz. Es gibt Millionen von Einbahnstraßen, die keine Parallele in die andere Richtung haben und es funktioniert.
    Die Vogelsdorfer Straße durchgehend und großzügig auszubauen, wäre deutlich besser. Da bietet sich ja auch der breite Seitenstreifen an. Bedauerlicherweise wurde der in grauer Vorzeit als Trasse für Straßenbahnschienen geplant, falls, ja falls dort in weiter Ferne eine Straßenbahn fahren soll.

    Passieren wird sowieso nichts, die Gemeinde ist dank exellenter politischer Führung gar nicht in der Lage so ein aufwendiges Projekt zu realisieren. Wir steuern dank der weit vorausschauenden Politik des Bürgermeisters in Fragen, wie Kitas und Schulen in ein finanzielles Sturmtief. Also ruhig Blut.
    Herzlichen Gruß, Bernd

    PS: Zitat:“…wurde der Ausbau der Weinbergstraße gekippt (Eben wegen den erheblichen Akzeptanzschwierigkeiten bei den Anwohnern)…“ Irrtum, ganz großer Irrtum. Die Weinbergstraße ist nach wie vor im Schulwegesicherungskonzept drin. Ihr hattet nur Zeit tief Luft zu holen, mehr nicht.

  3. Martin Gensert

    Wenn dann die Vogelsdorfer Straße eine Einbahnstraße sein soll, wo soll dann der Gegenverkehr rollen.?Etwa über die Weinbergstraße?
    Es ist immer einfach, etwas zu befürworten, wenn man nicht selbst betroffen ist.
    Die Vogelsdorfer Straße ist breit genug, um mit wenigen Mitteln die bereits befestigte Straße so auszubauen, dass auch zwei Busse aneinander vorbeifahren können.
    Mittlerweile habe ich den Eindruck dass sich alle (und ich meine nun wirklich alle, auch den WBF und auch Sie Herr Wohlers) mal fragen sollten, wofür sie überhaupt stehen.
    Noch vor nicht allzu langer Zeit, wurde der Ausbau der Weinbergstraße gekippt (Eben wegen den erheblichen Akzeptanzschwierigkeiten bei den Anwohnern)
    Nun ist die Wahl vorbei und alles ist vergessen.
    Ich denke mal, dass mit allen diese Bürgerbewegungen, heißen sie nun WBF oder unser Woltersdorf oder andere ausschließlich irgendwelche Selbstdarstellungskomplexe abgebaut werden sollen.
    Wichtig ist, bevor hier irgendetwas kurzfristig und kopflos zu entscheiden ist, dass Konzepte, wie Straßenbau oder Kindergarten oder Schule oder Gewerbe nachhaltig zu entwickeln sind.
    Also sich die Frage zu stellen: was will ich eigentlich und wie, wo und in welchem Zeitrahmen. Das macht gute Kommunalpolitik nämlich aus. Nur können anscheinend nur wenige diese Frage glaubwürdig beantworten, auch wenn sie ständig irgendwelchen Müll herumgackern oder publizieren.

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