Sozialausschuss 09. 2016 – Teil 4; heikle Vereinsförderung

Punkt 7. Beschlussempfehlung über die Anträge zur Vereinsförderung 2017
Stefan Grams wies darauf hin, da die Anträge vorliegen, könne darüber diskutiert werden, damit sie am Ende des Jahres dann beschlossen werden können.

Jelle Kuiper stellte fest, dass der Verein „Bewegtes Leben“ hier erstmalig in der Liste erschien. Er fragte sich, ob das ein Woltersdorfer Verein wäre oder ob der Sportverein nicht diese Sparte bereits abdeckt.
Stefan Grams erklärte, dass dieser Verein eine Abspaltung von SEIMITSU wäre. Was er nicht ganz verstehen könne, sei die Antragshöhe. Der Verein hat zur Betreuung von 10 Woltersdorfer Kindern Nutzungszeiten für die Halle in Höhe von 927,20 Euro bei Frau Altmann geordert. Also wesentlich weniger als beantragt
Monika Kilian signalisierte Zustimmung zur Förderung von SEIMITSU mit 2.000 Euro. Michael Hauke interessierte sich dafür, wie hoch die Nutzungsentgelte für SEIMITZU sind und hörte, dass Anmeldungen in Höhe von 3.900 Euro für das Jahr vorlagen.

Nun kam der Förderliebling der Gemeindevertreter, der SV 1919 Woltersdorf und Monika Kilian nahm ihn sofort auseinander. Sie suchte, wie jedes Jahr, vergebens im Haushaltsplan die Aufstellung der Einnahmen vom Kreissportbund und den Sponsoren und fragte sich, wieso diese nirgends erscheinen. Es gibt Erfahrungswerte, die dort eingesetzt werden können.
Stefan Grams sah das auch so und monierte zusätzlich, dass jedes Jahr eine korrekte Auflistung der Mitglieder fehle. Die möchte er nachgeliefert bekommen. Auch könne er keinerlei perspektivische Aktivitäten des Vorstandes erkennen, von der Förderung herunter zu kommen. Im Gegenteil, je mehr Mitglieder, desto höher der Antrag auf Fördermittel. Das alles wäre nicht so ganz schlüssig.

Steffen Niedersätz interessierten die Einnahmen aus der Bandenwerbung. Dabei müsse doch zumindest ein kleiner Gewinn herauskommen und nicht nur plus-minus null.

Es wurde Rederecht für Stefan Richter, Vorsitzender des SV 1919 beantragt und genehmigt.

Stefan Richter holte tief Luft und erklärte, dass er spontan beantworten wolle, was er so gehört habe. Zur Bandenwerbung erklärte er, dass das Geld, nämlich 2.800 Euro, von festen Werbepartnern komme und gleich wieder ausgegeben wird, deshalb wäre Einnahme und Ausgabe identisch.
Steffen Niedersätz hakte nach, wieso Einnahme und Ausgabe identisch wären. Stefan Richter erklärte, dass sie das Geld 1:1 ausgeben würden z.B. für Trikots, dass wäre wie Bandenwerbung. Genauso verhalte es sich mit den Zuschüssen vom Landkreis. Die würden 1:1 an die Trainer weitergeben. Auch die Reisekosten für die Mannschaften gingen 1:1 an diese. Deshalb sei es nicht relevant für die Buchhaltung. Das Gleiche geschehe mit Sponsorengeldern. Da aber alles variiere, Spendengelder, Zuschüsse vom Landkreis und auch die Bandenwerbung könne er so etwas für 2017 nicht aufstellen.

Monika Kilian schlug verzweifelt vor, wenn es so nicht für 2017 gehe, dann könne es doch auf der Grundlage von 2015 gemacht werden. Stefan Richter erklärte, dass das in den Mitgliedsversammlungen bekannt gegeben werde, aber es sind alles nur Planzahlen, die im neuen Geschäftsjahr nicht genutzt werden können. Jelle Kuiper meinte nur, da der Eindruck entstehe, dass der Verein wächst, sollte die Förderung verringert werden. Stefan Richter widersprach. Mit dem Wachsen des Vereins würden auch die Kosten wachsen.

Silke Schindler schlug vor, da es in jedem Jahr die gleichen Fragen gebe, diese doch schon mit einzuarbeiten, das würde Zeit sparen. Stefan Richter jammerte, wie er denn Fördermittel berücksichtigen könne, die er noch nicht beantragt, geschweige denn bekommen habe. Er berief sich wieder darauf, dass diese Fördermittel für den Haushalt nicht relevant wären, da sie 1:1 durchliefen. Stefan Grams merkte an, dass der Sportverein, wie jedes Jahr, eine große Glaskugel wäre und Stefan Richter sich auf den Standpunkt zurückziehe, dass er es nicht kann.
Er macht noch den Vorschlag, dass der Sportverein mal seine Sektionen durchforsten solle und vielleicht unterschiedliche Beitragssätze einführen könnte. Stefan Richter jammert etwas von Hartz IV Empfängern, die so hohe Beiträge nicht bezahlen könnten. Außerdem wäre in der letzten Zeit schon eine 100 prozentige Beitragserhöhung durchgeführt worden, mehr ginge nicht. Stefan Grams meinte noch, dass es zwar klar wäre, dass der Verein gefördert würde, es komme nur noch auf die Höhe an und die bestimmt der politische Raum.

Nächster Kandidat, die Erkneraner-Woltersdorfer-Karnevalsgesellschaft (EWG), bei dem sich Monika Kilian wunderte, dass der Antrag über zwei Jahresperioden liefe. Einmal 2016 und für zwei Monate im Jahr 2017. Es gehe eigentlich nur um das Jahr 2017, also zwei Monate. Es wurden 1.500 Euro beantragt, gebraucht werden aber 6.400 Euro, sie fragte sich, was mit dem Rest wäre. Sie hatte gehört, das der Verein eine zweite Förderung von Erkner erhalten habe und fragte, ob es da noch weitere Förderungen gibt. Da kein Vertreter des Vereins da war, gab es auch keine Antwort. Der Gemeindevertreter der FDP, Wilhelm Diener als Ex-Senator der EWG, hätte vermutlich die Summen bis aufs I-Tüpfelchen deuten können, zog es aber vor, den Mund versiegelt zu halten.

Dasselbe war dem erstmaligen Antrag von „Bewegtes Leben“ zu entnehmen. Auch er läuft über das Jahr 2016 bis 2017. Die Fördersumme von 1.500 Euro für 10 Kinder aus Woltersdorf wurde als zu hoch empfunden.

Der Rheumaliga wurden die 300,00 Euro Jubiläumszulage bewilligt.

Das Kulturhaus „Alte Schule“ hatte einen Förderantrag für Betriebskosten von 10.000 Euro gestellt. Stefan Grams bat darum, dass über keine Vertragsdetails gesprochen werde, da das dann in einen nicht öffentlichen Teile gehöre. Der Vertrag liefe noch bis Mai 2017. Margitta Decker ging davon aus, dass diese Verlängerung vom Kulturhaus „Alte Schule“ beantragt werde und damit wäre der Fördervertrag korrekt, da die Summen drinstehen.

Monika Kilian beantragte, dass vom Kulturhaus das Nutzungskonzept mit den geänderten Bedingungen vorgelegt werde, da hier keine Veranstaltungen und Vermietungen mehr stattfinden, müssten die Betriebskosten eigentlich sinken und sich nicht erhöhen.

Eine Beschlussempfehlung wurde nicht ausgesprochen.

Nun kam noch die Auflösung der Einsparungen bei der Mittelzuwendung für die Freiwillige Feuerwehr von Jenny Loponen. Es wurden 5.700 Euro eingespart und auf der anderen Seite 10.280 Euro mehr ausgegeben, so dass sich daraus eine Mehrausgabe von 4.580 Euro ergab.

Kommentar: Unser Sportverein und sein Vorsitzender Stefan Richter machten wie jedes Jahr einen schlechten Eindruck. Wie immer konnte Stefan Richter kaum etwas beantworten, weil er es momentan nicht im Kopf hat. Da frage ich mich, wieso er immer mit einem Kopf kommt in dem die Sektion Sportverein gelöscht ist. Ganz schlimm muss es mit der Buchhaltung des Vereins bestellt sein. Nach Stefan Richter gehört alles, was eingenommen und sofort in Gänze ausgegeben wird, nicht aufgezeichnet. Stefan Richter betont, der Verein habe nur eine Einnahme, die Mitgliedsbeiträge. Alle anderen Einnahmen wie Bandenwerbung, Spenden, Fördergelder vom Land und vom Sportbund werden eins zu eins ausgegeben und sind deshalb nach Stefan Richters Finanzlogik keine Einnahmen. Aus seiner Sicht verständlich, wie gewonnen, so zerronnen. Das gehört nicht in eine Gewinn und Verlustrechnung. Der Verein erscheint mir eine Fundgrube für eine Steuerprüfung. Wer hier auch nur einen Euro, ohne vorheriges Durchforsten der Vereinsbuchhaltung, gibt, handelt meiner Meinung nach grob fahrlässig. Dem Verein ist zu empfehlen, die Beiträge für Erwachsene zu erhöhen und eine Beitragssatzung mit geringeren Beiträgen für ALG II Bezieher, Rentner und andere Bedürftige zu erarbeiten und sich einen Buchhalter zu suchen.

Die Erkneraner-Woltersdorfer-Karnevalsgesellschaft (EWG) wurde letztes Jahr von Woltersdorf gefördert, sogar ein Betrag für das Jahr zuvor wurde genehmigt. Dabei kletterte die Fördersumme im Laufe der Monate ohne irgend etwas Schriftliches immer weiter in die Höhe. Schließlich war der Gemeindevertreter Wilhelm Diener bis kurz vor dem damaligen Förderantrag Senator in der EWG. Ich vermute er gab den Posten auf, um in der Gemeindevertretung für die EWG abstimmen zu können, was als Mitglied der EWG nicht möglich gewesen wäre.
Ganz egoistisch finde ich, das die EWG sich auch von der Stadt Erkner noch einmal fördern ließ. Doppelförderung, verpönt und verboten. Andere Vereine in Erkner bekamen fast nichts oder gingen leer aus. Peinlich für die Stadt Erkner, diese Doppeförderung ging an einem Verein, der nicht einmal in Erkner ansässig war. Die Vereinsfördersatzung von Erkner verlangt aber ausdrücklich, dass der Verein, der gefördert werden will, in Erkner ansässig sein muss. Die ganze Fördergeschichte um die EWG im letzten Jahr empfand ich nur als eklig, ganz im Gegensatz zu Woltersdorfs Gemeindevertretern und Erkners Stadtverordneten. Na ja, sind ja nur nicht selbst verdiente Steuereinnahmen. Mit fremden Geld lässt es sich eben prima wirtschaften.

Ein Verein „Bewegtes Leben“ taucht erstmalig an den Fressnäpfen der Gemeinde auf. Verständlich, fördert doch die Gemeinde Woltersdorf auch die Mutter des Vereins „SEIMITSU“, obwohl SEIMITSU kein Woltersdorfer, sondern ein Berliner Verein ist. Ob „Bewegtes Leben“ auch ein Berliner Verein ist, wurde uns verschwiegen. Hier ist es interessant zu erfragen, wo die Fördergelder ausgegeben werden, in Woltersdorf oder in Erkners Sporthalle.

Der Verein „Alte Schule“ will 10.000 Euro Steuergelder bekommen, wofür, liegt für die Öffentlichkeit völlig im Dunklen. Hier wurde alles zuvor in nichtöffentlicher Sitzung abgehandelt. Die Öffentlichkeit sollte wohl nicht allzu viel mitbekommen. Eigenartig berührt mich dabei das Engagement der Bürgermeisterin, die ja eigene Bilder in der Alten Schule ausstellte und die Leiterin der AltenSchule und die Bürgermeisterin auf Du und Du stehen. Die liebe Margitta und die liebe Kati werden es schon richten. Na ja, wir sind in Woltersdorf allerhand gewohnt, das es aber schlimmer als zu Vogels Zeiten wird, ist mir doch unheimlich.

Armes Woltersdorf, arme Steuerzahler, arme Bürger.

Teil 4/4