Offener Brief an Landrat Zalenga

protestplakat


Gleiserneuerung der Woltersdorfer Straßenbahn GmbH

Sehr geehrter Herr Zalenga,

wir, die Unterzeichner dieses Briefes, sind Anlieger in der Schleusenstraße Woltersdorf.
Die Woltersdorfer Straßenbahn GmbH plant und bereitet vor, die Gleise in der Schleusenstraße komplett zu wechseln. Die dafür benötigten Mittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro werden zu 100 % vom Landkreis aus Steuermitteln bereitgestellt. Der größte Teil der Gleise wurde jedoch erst vor ca. 15 Jahren erneuert. Die Gleise liegen bereits in einem modernen Gummi-Granulat-Bett. Der genaue Zeitpunkt der Arbeiten wird uns von der Geschäftsleitung der Woltersdorfer Straßenbahn GmbH vorenthalten. Ebenso verweigert sie die technische Begründung für den Einbau einer sogenannten Gleisnutentwässerung sowie die Benennung der technischen Normen, die einen Gleiswechsel notwendig machen. Seit 1 ½ Jahren versuchen wir Anlieger, persönlich und schriftlich Antworten zu erhalten. Vergeblich! Auch in der Anliegerversammlung am 25.08.2016 wurden diese Fragen nicht beantwortet.

Die Woltersdorfer Straßenbahn GmbH hat es seit ca. 15 Jahren versäumt, notwendige Reparaturen an der Auspflasterung des Gleisbettes vorzunehmen, so dass hier ein erheblicher Reparaturbedarf entstanden ist, der unserem Verständnis nach jedoch keine komplette Gleiserneuerung alle paar Jahre erforderlich macht.

Nach unserer Einschätzung sollen hier Steuermittel in Millionenhöhe verschleudert werden. Ist Ihnen dieser Vorgang persönlich bekannt und unterstützen Sie bzw. der Landkreis diese Handlungsweise?

Für die Gemeinde Woltersdorf als Baulastträger entstünden in Folge der Gleiserneuerung Tiefbauarbeiten, für die wiederum öffentliche Mittel gebunden würden. Diese Gelder könnten nutzbringender eingesetzt werden, so z. B für den dringend notwendigen Neubau einer Schule und eines Kindergartens in Woltersdorf und für Instandsetzungsarbeiten.

Der Ausgangspunkt für all das ist unsere über 100 Jahre alte Straßenbahn. Die Bereitstellung der 1,7 Millionen Euro durch den Landkreis für die Straßenbahn verlangt nach einem umsichtigen Umgang mit den Steuermitteln. Wir als Steuerzahler erwarten, dass auch nur die Arbeiten durchgeführt werden, die unbedingt notwendig sind.

Im Bauausschuss und in der Gemeindevertreterversammlung soll im September 2016 über die Vorplanung abgestimmt werden.

Sicher können Sie bei der Woltersdorfer Straßenbahn GmbH klären, worauf sich deren Planungen begründen und ob die Mittelanforderung rechtens ist.

In Erwartung Ihrer Antwort danken wir Ihnen im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Rüdiger Pflanz
Elke Leetz und Siegfried Kober
Dieter und Angela Hausdorf
Johanna Goerke und Sibylla Ponizil
Renate Schönefeld
Gerhard und Gudrun Rengel
Klaus Manzel
Gebr. Wurster

  1. Neuer

    „Entrüstung ist ein erregter Zustand der Seele, der meist dann eintritt, wenn man erwischt wird.“
    Zitat : Wilhelm Busch

  2. Friedrich

    Sehr interessant der Artikel in der MOZ und das dargestellte Verhalten von Frau Victor.
    An dieser Stelle hätte Frau Victor ja einmal die Karten auf den Tisch legen können- hat sie aber nicht.

    Fakt ist, dass für jedermann sichtbar die Pflasterung zwischen den Gleisen schadhaft ist und genau da sind die Gleise abgesackt. Eine einfache Reparatur wäre doch mal eine Maßnahme, Frau Victor.

  3. Ulrich Schenk

    Sehr geehrter Hr.Wohlers,
    heute erschien in der MOZ ein Auszug des offenen Briefes und die Reaktion
    von Frau Viktor.
    Wir, meine Familie und ich, danken Ihnen für die realistische und ehrliche Be-
    richterstattung über verschiedene Themen, die uns Woltersdorfer betreffen.
    Einige der wenigen Grundlagen, die uns ermöglichen, eine eigene Meinung zu
    bilden.
    Nochmals herzlichen Dank

    Renate und Ulrich Schenk

  4. Manske

    Bemerkenswert, dass die preiswerte Reparaturvariante nicht einmal geprüft wurde.

    Es sollte unbedingt untersucht werden, inwieweit unterlassene Reparaturen den Schaden überhaupt erst verursacht haben. Sollte dies zutreffen, dann sollten die Verantwortlichen persönlich haften.

    Skandalös, wie hier mit Steuergeldern umgegangen wird.

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