Neues vom Hofnarren

Hier ist Platz für einen Gastautor

Der Hofnarr erzählt
wieder eine kleine Fabel aus der Gegend von den Seen vor Berlin.

Da erzählt man mal eine kleine Geschichte aus der Gegend in unserer Nähe wo manches Mal recht wunderliche Dinge geschehen – die so hier bei uns natürlich nie passieren würden – und dann? Dann regt sich jemand ziemlich auf, weil das alles einmal schwarz auf weiß festgehalten wurde, und zwar wahrheitsgemäß! Aber, na klar, wenn man selbst ein angespanntes Verhältnis zur Wahrheit hat, dann kann man schwarz auf weiß nur schwer ertragen. Aber so isses nun mal, auch im Narrenstaate ist das Leben kein Ponyhof.

Aber man trifft ja bei diesem schönen Wetter auch viele Leute draußen bei Feiern, auf Festen und bei anderen schönen Anlässen und kommt ins erzählen. Da heißt es dann: „Haste schon gelesen? Die Geschichte ist so lustig, wir haben uns prächtig amüsiert, selten so gelacht, alles haben wir auch so erlebt, hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung“

Na, dann will ich wieder mal was zu Papier bringen.
Es galt also einen Geburtstag zu feiern, an die vier Jahrzehnte bestand der kleine Narrenstaat und hatte viel überstanden. Schöne Zeiten, unruhige Zeiten, stürmische Zeiten und auch gewendete Zeiten. Und dann kamen die neuen Zeiten! Alles musste ja anders, besser werden. Die Kassen waren auch etwas leerer weil mal vergessen wurde den Antrag für die Vereinsförderung der Stadt pünktlich abzugeben, kann ja mal passieren wenn man alles allein und besser machen will. Trotz der leeren Kassen musste natürlich geklotzt werden, kleckern kam nicht in Frage.

Das fing schon bei der Idee an, es musste eine große Gala werden, ein einfaches Geburtstagsfest reichte natürlich nicht aus. Und natürlich im größten Saal der Stadt, sozusagen eine Stadthalle. Ui, die ist verdammt groß, schafft man es so viele Menschen zu mobilisieren? Wenn man an die letzte Session denkt, da war das schon nicht so dolle mit der Gästeschar. Und dann der Termin, gleich am Anfang des neuen Jahres musste es sein. Ob gerade Weihnachten und Silvester war, die Geldbörsen vielleicht etwas geleert waren, der Monat mit den ganzen Forderungen für Steuern und Versicherungen stand an, so en Kram, der interessierte nicht. Vernünftige Gegenargumente wurden abgeschmettert denn der Präsident hatte es ja schon entschieden! Und wir wissen ja noch: Der Präsident hat ja immer Recht!

Ok, leere Kassen und eine große Gala, wie passt das zusammen? Egal, der Termin stand und nun ging es an die Planung und Umsetzung. Einladungen mussten raus, unbedingt in farbenfrohen Umschlägen, da die im Briefkasten so schön leuchten sollen 🙂 Das die dann nach dem Öffnen gleich in der Ablage P landen, wem interessiert’s! Für den kurzen Auftritt der Narrenvereinigung in diversen Briefkästen ist es das wert. Wer nichts hat, der braucht sich um solch Kleinkram nicht zu kümmern. Der Kartenverkauf lief schleppend und dann kam das große Glück. Es wollte jemand seine persönliche Feier gleich mit auf dieser Gala feiern und verlangte so viele, viele Karten. Zusammen mit den Karten, die an die verschiedenen Ehrengäste und die Vereinsmitglieder verschenkt wurden, kam dann eine schöne Zahl zusammen. Der halbe Saal sah dadurch einigermaßen gefüllt aus.

Das Wort Gala weckt ja auch gewisse Erwartungen, na ja. Der Stargast wurde vom dem, der seine persönliche Feier mitfeierte mitgebracht, einige Gäste waren dann stundenlang damit beschäftigt die Angler für die Saalwette beizubringen – auch eine schöne Sache wenn man sich als Gast auf eine Gala freut und dann ewig am Telefon hängt oder sogar durch die Gegend fährt um eine Wette für den Verein zu gewinnen! Auf die Einlösung dieser Saalwette wartet die Stadt noch heute. Das heißt, der Hofnarr nicht, denn der darf da nicht auftauchen, der Präsident will ihn da auf gar keinen Fall sehen. An diesem Tage, wenn dieser Tag denn jemals kommt, darf er also seine Brötchen und seinen Kuchen nicht dort kaufen. Hat der Präsident gesagt und der hat ja immer recht.

Übrigens, die Kasse wurde durch diesen Abend noch etwas leerer, der Narrenstaat durfte noch eine Saalrunde für das Feierkind schmeißen, noch ein hoher, dreistelliger Eurobetrag wurde wohl damit fällig!

Nun mal wieder Schluss für heute, aber keine Angst, der Hofnarr hält weiter die Ohren und Augen auf, wenn er was Neues hört, dann wird er sich wieder melden.

Der Hofnarr

  1. Julia

    Aber Hallo, was ist denn das? Ein Kunde auch wenn er abgesetzter Hofnarr ist darf seine Brötchen holen!
    Was glaubt der Präsident wer er ist? Hat er für ein solches Verbot die Erlaubnis des Bäckers? Worauf begründet dieser Mensch das?
    Eine interessante Konstellation.
    Grüße

  2. jan

    Unglaublich, was man so hört. Jetzt soll der Präsident alle offenen Rechnungen allein bezahlen.
    Gespannt warten alle auf das,was sich Mitgliederversammlung nennt, um zu hören wie Herr Präsi sich aus der Affäre zieht.
    Beim Heimatfest zog er sich auch das Unverständnis des Bürgermeisters zu, als er nicht fähig war, das Boot rechzeizig zum Start zu bringen(lassen).
    Aber er glänzte wieder mit einer enorm großen Truppe beim Umzug. Leider ist nicht bekannt, wie die Futterstation gegen den Betreiber besucht war. Falls jemand Erfahrungen gemacht hat, wäre es interessant zu hören. Spez. Hygenie, Steuern, Einnahmen und Beschaffung.
    Man hört sich.

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