Müllkippe Wartehäuschen

Die Wartehäuschen an der Straßenbahnlinie sind mit den Jahren ein Stück aus dem Tollhaus geworden, wenn nicht müssen wir in Schilda wohnen. Als Schildbürger kann ich damit gut leben, als Woltersdorfer wird’s da kritisch.
Dieses oben abgebildete Dreckhäuschen der Straßenbahn wurde an der Berliner- Ecke Fasanenstraße gebaut. Vor ganz vielen Jahren war es bestimmt ein nützliches Schmuckstück für die Gemeinde und die Straßenbahn. Eben vor vielen Jahren, jetzt ist es nur noch eine vollgesiffte Müllecke mit gelblich, gleich Bernstein, schimmernden Urinstein an den Wänden. Aus dem Ekelbau steigt dem Besucher sanft der Geruch von abgestandener Pipi in die Nase.

Ich frage mich, wer möchte sich da im Inneren wohl aufhalten? Die Frage sollten unsere Gemeindevertreter beantworten und vielleicht mal einen Gang zulegen. Ich weiß, da kann man keinen Ruhm ernten, sich nicht profilieren, dennoch auch in Schilda ging’s langsam, ganz langsam vorwärts, vielleicht, mit ganz viel gutem Willen und Aufbietung aller Energien klappt es ja auch „in unseren schönen Woltersdorf“ (Dauerzitat Brauer).

Vor ganz schlappen 11 Jahren fing es an, da wandte sich eine Familie I. an die Gemeinde und erbat Abhilfe. Das Vertrauen der Familie I in die Fähigkeit unserer Gemeindevertreter wird wohl nachhaltig angekratzt sein, schließlich liegt das Schreiben seit 11 Jahren auf Halde in unserem schönen Rathaus. Langsam und bedächtig gingen 7 Jährchen ins Land, die Gemeinde reckte und streckte sich. Sieben ist eine Glückszahl, wir haben 2012 und einige Aktivitäten erschütterten Schilda, wie: 11 Aktionen, Telefonate, Schreiben an Straßenbahn, Zeitung und Gemeinde. Alles versandete im Nirvana von Woltersdorf nahe Schilda. Dann ein neuer Anlauf, ganz zähe Vertreter der Gattung -nerviger Bürger- legten 2013 mit 5 Aktivitäten nach. Unter den -nervigen Bürgern- auch die Familie I, mein Respekt. Nun musste eine kleine 15 her, heißt die 365 Tage von 2014 waren der Ruhe vorbehalten. Neues Spiel, neues Glück, 2015 kamen wir auf 3 Versuche, das Schicksal der vollgesechten Wartehütte zu klären. Die 3 Anläufe müssen alles Nieten in der Rathaustombola der verpassten Gelegenheiten gewesen sein. Nichts, rein gar nichs passierte.

Jetzt, wir haben 2016, wir haben eine neue Bürgermeisterin und wir haben auch einige neue, jüngere, noch nicht desisolierte Abgeordnete. Vielleicht klappt’s ja in diesem Jahr, das abgewirtschaftete Häuschen einer neuen Bestimmung zuzuführen.

Woltersdorf Wartehäuschen
Wir haben da noch ein Wartehäuschen der Straßenbahn am Ernst-Thälmann-Platz, da hat vor einem Jahr ein pfiffiger Bürger sein gut erhaltenes Kanapee hineinbugsiert. So als Gag, für ein paar Monate OK. Den Sperrmüll eines Woltersdorfers über Jahre beherbergen? Nein, das geht zu weit. Vielleicht klemmt sich unsere Bürgermeisterin mal ans Telefon und lässt den Diwan dahin bringen, wo es hingehört. AUF DEN SPERRMÜLL!