Merkels Schleimspur

Denkwürdiges ist im Gange. Der Spiegel beschäftigt sich mit geeigneten Zeitpunkten, wann man sich aus der Öffentlichkeit ins Private zurückzieht. Aufhänger ist der Abschied von Bastian Schweinsteiger. Zwölf Jahre hat er auf dem Rasen für sein Land gekämpft. Wäre er länger geblieben, das wusste Schweini, hätte er weder sich noch seinem Land einen Gefallen getan. Er hatte das richtige Gespür, wann der richtige Augenblick gekommen ist.
Von da schreitet Autor Markus Feldenkirchen rasch zu Angela Merkel und fragt, was die Kanzlerin von ihrem Lieblingskicker lernen kann.

Das war eine klare Ansage, 51 Prozent ihrer Landsleute möchten sie nicht mehr als Kanzlerin. Ich möchte sie auch auch nicht mehr. Dabei war sie einst beliebt, wie kein anderer Kanzler. Warum ist sie so tief abgefallen bei ihren Deutschen. Der erste Schritt zum Abgrund war wohl die Bankenrettung, in den guten Jahren strichen die Geldhäuser fetteste Gewinne ein, die Verluste, die sie beim Zocken erlitten, wurden sozialisiert, heißt die Gesamtheit der Bürger wurde zum Zahlen der Zeche herangezogen. Die gefeierte Helferin drängte es zu weiteren Hilfsaktionen und musste nicht lange warten, Merkel durfte Griechenland retten. Wo sind die Milliarden für Athen geblieben? Beim griechischen Volk kam nichts an, dem geht’s schlechter denn je. Inzwischen verfielen und verfallen in Deutschland Straßen, Brücken und Schulen, um nur einiges herauszugreifen.

Ganz groß konnte Merkel dann beim Atomunglück in Fukushima den nächsten Schritt zur Weltrettung machen. Sie setzte den Atomausstieg durch. Da muss sie der Heilige Geist der CDU verlassen haben, denn Deutschland hatte mit die modernsten Kernkraftwerke der Welt. Bei unseren Nachbarn laufen die Atommeiler weiter und die denken nicht daran sie abzuschalten, auch wenn sie weniger sicher sind als die abgeschalteten deutschen Mailer. Die gewaltigen Kosten hat die Kanzlerin sozialisiert, die tragen wir und lassen unsere Infrastruktur verfallen.

Angela Merkels Flüchtlingspolitik hat Deutschland mit seinen Nachbarstaaten über Kreuz gebracht. Die Kanzlerin hat ihren Kopf durchgesetzt und mit ihrem „Wir schaffen das“ etwas geschaffen, das einmalig ist. Die AfD dümpelte damals bei vier Prozent und wäre wohl bald verstorben. Nach der Vitaminspritze liegt die AfD jetzt ganz oben, Tendenz steigend. Ein Kanzler darf eben nicht impulsiv nach Gefühl und Herz abstimmen.

Innenpolitisch hat sie es geschafft, das die Einkommensschere zwischen Reich und Arm immer weiter auseinanderklafft, was auch nicht gerade zum sozialen Frieden einer Nation beiträgt. Der Frust wird sich eines Tages seine Bahn suchen, wie die Lava eines explodierenden Vulkans sich seine Bahn sucht.

Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), sagt, dass Geldpolitik nicht dafür da ist, den Sparer glücklich zu machen. Einlagenzins und Leitzins auf Null sind sein Weg die südlichen EU-Länder zu sanieren, auf Kosten aller EU-Staaten. Bezahlt wird die Zeche unter anderen auch hier von Kleinsparen, die etwas fürs Alter beiseite legten. Rentenfonds und Bausparkassen, ebenfalls Anlagewege um fürs Alter vorzusorgen sind auf einmal keine Option mehr. Die ganze Euro-Retterei wäre ohne die Zustimmung von Angela Merkel nicht möglich gewesen. Auch hier hat sie die Aussichten des sogenannten kleinen Mannes auf einen finanziell abgesicherten Lebensabend vernichtet.

All das Negative, das Merkel über Deutschland brachte, wäre zu ertragen, Deutschland hat schon Schlimmeres überstanden als Angela Merkel. Unerträglich ist aber ihr Schleimen bei Putin und Erdogan. Merkel und ihr geschwätziger, nie etwas erreichender Außenminister Frank-Walter Steinmeier bieten einen unerträglichen Anblick, wenn sie immer wieder auf der ausgetretenen Schleimspur zu den Beiden langschlittern.

Der Höhepunkt der anbiedernden Merklinischen Schleimerei und Anbiederei bei Erdogan ist wohl ihre Aussage, sie halte, wie der Bundestag selbst, die Armenienresolution für rechtlich nicht bindend. Deutschland lenkt ein, verkündete bereits am Freitag die regierungstreue türkische Zeitung „Star“. Pfui Deibel, nie hätte ich mir vorstellen können, dass eine deutsche Kanzlerin sich so tief vor dem türkischen Sultan in den Dreck schmeißt und ihrer gesamten Nation diese Schmach antut.

Angela Merkel sollte über ihren Abschied nachdenken, in Templin ist es doch auch schön und dort kann sie in Ruhe im ukermärkischem Sand schleimen. Nur uns soll sie in Ruhe lassen, wir wollen uns nicht den Rücken vor einem Erdogan, vor einem Putin verbiegen.