Ein nicht alltäglicher Job

Die Regierung von Saudi-Arabien veröffentlichte in ihrem Online-Jobportal ein etwas aus den Rahmen fallendes Stellenangebot. Es werden acht Männer gesucht, die mit dem Schwert umgehen können. Sie sollen helfen die zunehmende Zahl von Todeskandidaten abzuarbeiten. Die jetzt amtierenden sechs Henker sind überlastet, schaffen ihr Pensum nicht mehr. So ein Scharia-Henker muss in der Lage sein den Verurteilten zu enthaupten. Bei geringeren Vergehen, reicht’s, wenn er in der Lage ist dem Opfer einen Arm oder ein Bein abzuhacken.

Eine Ausbildung ist nicht notwendig, der Bewerber sollte aber mit dem Säbel umgehen können. Da happert’s im mittelalterlichen Königreich, die jungen Männer haben immer weniger Ahnung, wie man fachgerecht mit dem langen Messer umgeht. Das Gehalt ist nicht so toll, bewegt sich im unteren Segment der Gehaltsskala.

Das Königreich hat von Januar bis Mai 85 Menschen über die Klinge springen lassen. Nicht nur Saudis müssen dran glauben, rund die Hälfte der Opfer sind Ausländer. Ein paar Frauen sind auch darunter.

So richtig nach Schuld oder Unschuld fragen saudische Richter nicht, ein Kopf kann auch abgehackt werden, wenn sich nicht zweifelsfrei beweisen lässt, dass der Angeklagte die ihm vorgeworfene Tat auch beging. So entschied das Oberste Gericht im Februar 2015. Das zweifelssfrei ist auch nebensächlich, bei Gerichten, die auch wegen Hexerei köpfen lässt.
Auch die Ermittlungspraktiken sind goldig. Sperrigen Angeklagten wird das Zusammentreffen mit ihrem Anwalt erschwert. Wer des Abrabischen nicht mächtig ist, wird nie genau erfahren, wessen er beschuldigt wird und für ganz stockige Sünder gibt’s die Folter.

Das Königreich Saudi-Arabien unterhält die besten Bziehungen zur westlichen Welt, auch zu Deutschland. Pecunia non olet, sagte schon der römische Kaiser Vespasian.

  1. Buchhalterin

    Liebe Redaktion von Bernds Journal, ich meine mal, dass nicht alles, was in einem Onlineportal als Glosse oder derart überzogen und provokant satirisch geschrieben steht, auch der Tatsache entspricht.
    Vielmehr meine ich, dass mit dieser abartig eigenartigen „Werbung“ für einen Henker-Job zum Ausdruck gebracht werden könnte, dass andere Länder andere Lebensarten, Sitten, Traditionen, Gebräuche und natürlich auch für das funktionieren einer Gesellschaft andere Gesetze hat.

    Oder – es ist schon eine Kriegspropaganda, weil dieses öl-reiche Land Saudi-Arabien fürchtet, wie das geld-reiche Europa bald mit Flüchtlingen überflutet zu werden, die in ihren Herkunftsländern sich nicht an die Gesetze gehalten hatten und deshalb vor der Strafe geflohen sind.

    Aber auch gerade in Kriegszeiten wird nicht nur Auge um Auge, Zahn um Zahn bzw. mit konventionellen Waffen gekämpft, sondern auch mittels Propaganda und Hetze der Feind eingeschüchtert und abgehalten. Es ist jedenfalls kostengünstiger, besonders wenn es an Kampfmitteln mangelt bzw. ein sinnloses Blutvergießen man vermeiden wollte.

    Wer von den Flüchtlingen (oder auch Touristen) des Arabischen nicht mächtig ist, kann auch den Koran mit seinen Geboten und Verboten nicht lesen. Ist schon mal Pech für den Betroffenen. Kann sich folglich nicht an die strengen Landesgesetze halten und verstößt oftmals unbeabsichtigt dagegen. Demzufolge fällt auch das Urteil gnadenlos aus. Gnadenlos, schon mal wegen der Abschreckung, rein prophylaktisch. Denn vor dem Allahmächtigsten, dem gehobenen Jahwe, dem guten Good, oder wie die Götter in den jeweils heiligen Schriften auch genannt werden, sind alle Täter gleich, so wird’s verkündet. …

    Das ist hier ähnlich. Wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, kann auch weder unsere – den 10 göttlichen Geboten entlehnten – Grundgesetze nicht lesen bzw. unsere darauf aufgebauten deutschen Gesetze nicht verstehen. Schon gar nicht, wenn er aus einem anderen Kulturkreis stammt. Und staunt als Moslem im christlichen Abendlande, wenn das deutsche Gesetz ihn bspw. wegen Ehrenmordes oder Blutrache verurteilt, ihn wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis sperrt, wegen Diebstahls zur gemeinnützigen Arbeit bittet oder wegen Falschparkens sein Sozialgeld kürzt.

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