Ein Badesteg legte sich mit einem Frachtkahn an

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Es dauerte, bis wir im Frühjahr 2003 diesen schönen Badesteg aus Edelstahl in das Mühlenflies, das den Hohlensee mit dem Kalksee verbindet, hängen konnten. Unsere Kinder hatten bis gestern viel Freude damit, bis wir mit einem lauten Knall ungebetenen Besuch erhielten.

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Ein gewaltiger Frachter einer polnischen Reederei schipperte gemächlich Richtung Woltersdorfer Schleuse. Beim Versuch die enge Biege unter der Stolpbrücke zu meistern, blieb der Frachter an unserem Badesteg hängen und musste anlegen.

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Gleich nach dem Anlegen stellte die Besatzung fest, ihr Schiff war nicht mehr dicht. Im Bild ist deutlich zu sehen, wie die Lenzpumpe arbeitet.

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Als der Rumpf sich weiter aus dem Wasser hob, war die Bescherung zu sehen, ein großer Riss, der in einem Loch endete, hatte die Bordwand aufgerissen. Das Schiff erhielt bis zur vorläufigen Reparatur ein Fahrverbot.

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Unser Badesteg sah auch anders aus, als wir ihn in Erinnerung hatten. Die Beplankung war geborsten und die Stahlstreben verbogen und verzogen. Dennoch, der solide Steg aus Edelstahl, hatte sich keinen Millimeter in seiner Befestigung gerührt. Wer einen widerstandsfähigen Badesteg plant, dem empfehle ich Edelstahl-Haese aus Woltersdorf. Unser Ersatzsteg wird wieder von Haese sein, der hält, wie zu sehen, viele, viele Tonnen aus.

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Heute wurde das Frachtschiff notdürftig, unter Beteiligung der Wasserschutzpolizei und des Wasser Schifffahrtamtes, für die Fahrt in eine Werft vorbereitet.

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Am frühen Nachmittag war es soweit, die Behelfsabdichtung des Risses war gelungen. Schiff und Besatzung machten sich auf den Weg zur Werft. Ganz toll fanden wir es, dass die polnische Reederei Odra schon heute einen Sachverständigen zur Regulierung des Schadens vorbeischickte und das unaufgefordert. Alle Achtung, von solchem Service können sich deutsche Unternehmen eine dicke Scheibe abschneiden.

  1. blitzmaerker

    „Schiffe versenken“ auf Brandenburgisch. 🙂
    oder aus der Reihe: „Schwerter zu Pflugscharen“ jetzt NEU: „Torpedeos zu Badeleitern“.

    Tip für die MOZ – polnische Binnenschiffahrt sichert Arbeitsplätze im brandenburgischen Metallhandwerk.

    Mensch Bernd, hätteste den Schipper-Jungs ne Tube Silikon jejeben, denn wärnse schneller wieder „Klar-Schiff“ jewesen.

    1. Bernds Journal

      Haben die beiden Seeleute gemacht, die haben versucht Riss und Loch mit irgendeiner Pampe zu verschließen. Erfolglos, das WSA hat ihnen die Weiterfahrt bis zu einer ordentlichen Notreparatur verwehrt. Glück hatten wir auch, das für die Reederei ein Schiffbauingenieur auftauchte, der ihnen verbot die Havarie zuzuschweißen. Ganz, ganz dicht daneben lag der Tank des Frachters voll mit gutem brennbaren Diesel. Hätten die ihren Willen durchgesetzt, wer weiß, vielleicht würde ich dann einen Blog im Himmel betreiben. War schon eine spannende Geschichte mit den beiden Seebären. 🙂

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