Der Woltersdorfer Verschönerungsverein wurde 130


Petrus meinte es am 31. August nicht so gut mit dem Verschönerungsverein. Von früh an kam’s reichlich vom Himmel. Ungeachtet des Wetters kamen zahlreiche Helfer, wie die Feuerwehr und Vereinsmitglieder mit ihren Angehörigen. Eine riesige Remise verwandelte sich in die Bühne.Drei gewaltige Zelte wurden aufgestellt und überall Stehtische und Bänke verteilt. Gegen zehn Uhr stand alles und wir konnten uns bei einem kleinen Imbiss erholen.

Ab 13:00 Uhr ging es los. Drei Shuttlebusse warteten an der Schleuse auf Fahrgäste. Die Fahrzeuge wurden uns freundlicherweise von der AWO, dem Flugplatz Schönhagen und der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung gestellt.

Kaum zu glauben, es fanden weit über einhundert Menschen den Weg empor zum Turm. Unter ihnen auch der Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger mit Gattin. Auch unser Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, an der Feier teilzunehmen. Unsere Gemeindevertreter sind in der Mehrzahl wohl wasserscheu, bis auf Heinz Vogel vom Woltersdorfer Bürgerforum mit Gattin und Monika Kilian von der SPD, mochten sie dem Verschönerungsverein nicht gratulieren. Tja, so ist das eben in – Unser Woltersdorf.

Gisela Schuldt, Vorsitzende des Vereins, begrüßte die Gäste und hob deutlich hervor, dass Jörg Vogelsänger immer eng mit dem Woltersdorfer Verschönerungsverein verbunden war und ist. Sie freute sich über das Kommen des Bürgermeisters. Weiter dankte sie für die zahlreichen Spenden von Firmen und Privatleuten. Ihr besonderer Dank galt der Sparkasse Oder-Spree, die den Verein schon seit Ewigkeiten unterstützt. Auch der Bäckerei Vetter galt ihr Dank, die sich mit zwei Torten an der Geburtstagsfeier beteiligte. (Eine Torte ist im Video zu sehen).

Minister Jörg Vogelsänger dankte ebenfalls für die Einladung und betonte gleichzeitig, dass ohne das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder, es hier und heute keinen Aussichtsturm, kein Museum oder kulturelle Veranstaltungen geben würde. Der Bürgermeister schloss sich den Worten seines Vorredners an und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass den Mitgliedern des Vereins die Kraft nicht ausginge.

Das Festprogramm wurde von Kindern der Freien Schule Woltersdorf eröffnet. Sie erzählten, in passenden Kostümen, die Geschichte Woltersdorfs. Der Applaus war ihnen sicher und ein Dankeschön des Vereins auch.

Nach den einleitenden Reden übernahm Hans-Joachim Scheitzbach die Regie, wie immer gewürzt mit kleinen Anekdoten und Bemerkungen. Locker plaudernd kam er zum heutigen Thema, die Kaffeehausmusik vergangener Tage. Schwungvoll begann er mit dem Stück „Gold und Silber“ von Lehár. Anschließend konditorten wir „In einer kleinen Konditorei“ von Fred Reymond. Danach wurde es klassisch. Die griechische Sopranistin Evi Metaxaki sang die Arie der Lauretta „O mein geliebter Vater“ aus der Komischen Oper „Gianni Schicchi“ von Puccini. Das Publikum war total begeistert. Danach wurden „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß überreicht.

Die Sängergruppe „Audite“ aus Schöneiche erfreute das Publikum mit klangvollen Volks- und Heimatliedern, wie das „Ännchen von Tharau“ und „Am Brunnen vor dem Tore..“ Die danach folgende Pause wurde von dem Posaunenchor der St-Michaels-Kirche überbrückt, während das Team der Liebesquelle fürs leibliche Wohl sorgte.

Weiter ging es mit Hans-Joachim Scheitzbach und Brahms „Ungarischer Tanz Nr. 5“. Die Opernsängerin Evi Metaxaki brachte dann „Meine Lippen die küssen so heiß“ aus der musikalischen Komödie „Giuditta“ von Franz Lehár. Sie war gut, sehr gut und wurde mit anhaltendem Applaus um eine Zugabe gebeten. Diesem Wunsch kam sie nach, mit dem Lied von Eliza Doolittle, „Ich hab`getanzt heut Nacht“ aus My fair Lady.

Alles Schöne geht einmal zu Ende, so auch die Geburtstagsfeier des Verschönerungsvereins. Hans-Joachim Scheitzbach ließ die Kaffeehausmusik mit „Heinzelmännchens Wachtparade“ von Kurt Noack und „Glühwürmchen, Glühwürmchen flimmre“ von Paul Lincke ausklingen.

Inzwischen hatten sich die Wolken ausgeregnet, einige Sonnenstrahlen fanden ihren Weg zu uns. Trotz der etwas widrigen, nassen Umwelt, war es eine gelungene Feier des Woltersdorfer Verschönerungsvereins anlässlich seines 130jährigen Bestehens.