Bauausschuss Teil 1 – Oktober 2014; Berliner Platz

Die Tagesordnung wurde geändert. Punkt 12 fiel unterm Tisch und im Punkt 6 wurde das Wort Beschlussempfehlung gestrichen. Auch zum letzten Protokoll gab es Änderungswünsche. Margitta Decker (Unser Woltersdorf) wollte ihre damals vorgetragenen Wünsche mit aufgenommen haben und hatte sie schon schriftlich fixiert. Edgar Gutjahr (DIE LINKE/Grüne) sah darin kein Problem, aber der Bürgermeister nuschelte, dass die Protokolle nur Ergebnisprotokolle seien, ansonsten müsste dies mit einem Beschluss geändert werden. Edgar Gutjahr nahm das Papier an. Nun konnte das Tagesgeschäft beginnen.

Punkt 4. Bericht des Amtsleiters über aktuelle Aufgaben, Anfragen an den Bürgermeister und Amtsleiter
Diesen Part übernahm Beate Hoffmann. Sie berichtete, dass die Mehrzweckhalle übergeben und eröffnet wurde. Restmängel wurden beseitigt und eine Kontrollabnahme hat stattgefunden. Ebenfalls sei die Maßnahme am Haus der kleinen Strolche erledigt. Bei den Weinbergkids läuft das Umnutzungsverfahren, wobei die Brandschutztüren schon abgenommen wurden. Für Flachbau der Schule liegt die Ausbaugenehmigung vor.

Der Sanierungsteil Weinberg- bis Seestraße sei erledigt, es müsse nur noch die Pflanzung von Bäumen als Ausgleichspflanzung erfolgen. Auch der Rest der Weinbergstraße bis Am Werk wurde fertiggestellt. Die Vollsperrung der Schleusenstraße Richtung Buchhorster Straße wird noch bis zum 28. Oktober bestehen. In der Puschkinstraße wurden Betonplatten ausgetauscht, sodass nun keine Gefahr mehr bestehe. Die Baumpflege in der Berliner Straße gestaltet sich wegen der Oberleitung der Straßenbahn als schwierig und das eingegangene Angebot sprenge das vorhandene Budget. Deshalb können diese Arbeiten erst 2015 vorgenommen werden. Die Planung für den Zugang zum Bauersee kommt voran und wird im nächsten Bauausschuss vorgestellt.

Karl-Heinz Ponsel (Unser Woltersdorf) bemängelte, dass Frau Hoffmann von der Mehrzweckhalle gesprochen habe, das sei doch nur eine Sporthalle. Edgar Gutjahr klärte auf, dass es immer noch eine Mehrzweckhalle sei, man müsse nur nachrüsten. Karl-Heinz Ponsel stellte nun noch den Antrag, dass im nächsten Bauausschuss eine Kostenrechnung für die Kita Weinbergskids vorgelegt werden soll.

Ulf Brümmel (DIE LINKE/Grüne) fragte nach dem Stand am Ahés-Pfuhl. Vogel sagte, er wisse nicht, wie es weitergehe, da die Arbeiten einst wegen schnell steigender Temperaturen abgebrochen werden mussten.

Wilhelm Diener (FDP/EB) fragte nach den maroden Überfahrten im Berghofer Weg. Ob da schon etwas angedacht sei. Beate Hoffmann erklärte, dass ihr in diesem Jahr die Mittel dafür fehlen, aber im nächsten Haushalt mit eingestellt wurden. Der Bürgermeister ergänzte, dass die Verwaltung dem Straßenbau hinterherhinke.

Punkt 5. Information und Diskussion über die Vorbereitung von städtebaulichen Maßnahmen / Seniorenresidenz am „Berliner Platz“
Edgar Gutjahr erklärte, dass ein Vertreter der Gesellschaft anwesend sei, um das Projekt vorzustellen und bat um Rederecht für die Firmenvertreter. Dieses wurde gewährt.

Stefan Andreas Becker, Architekt von ACM-Architektencontor Magdeburg AG stellte das unter KT-Projekt Woltersdorf GmbH & Co KG firmierendem Projekt vor. Als Erstes erklärte er, dass sie kurz vor einem Grundstückskauf stehen. Weiter, dass es bereits erfolgreiche Abstimmungen mit Herrn Langen im Vorfeld gab. Es ging um den Kauf zweier Grundstücke Berliner Platz auf der rechten Seite. Das eine Grundstück habe 7000 qm, das zweite 690 qm.

Im Rahmen des B-Plans müsse allerdings ein Voraberschließungsverfahren durchgeführt werden. Es soll hier ein viergeschossiges Pflegeheim mit 120 Betten entstehen, sowie drei Würfelbauten mit barrierefreien Wohnungen. Herr Becker weiter, dass schon morgen der Notartermin sei und es einen Vorpachtvertrag mit dem Träger des Pflegeheims gibt. Dann kam er auf sein Unternehmen zu sprechen und zeigte anhand einer Grafik, dass die Firma letztes Jahr 26,32 Mio. Umsatz machte und 92 Mitarbeiter beschäftigt. Als Referenzobjekte nannte er unter anderen: ein Pflegeheim in Brandenburg, Objekte in Merseburg und Rostock. Abschließend bat er die Abgeordneten um ein positives Votum für das Projekt.

(Anmerkung: Eine Webseite der Firma ACM-Architektencontor Magdeburg AG fand ich nicht. Dafür aber die Firmenauskunft und da steht geschrieben, Zitat: „Die letzte Eintragung bzw. Veränderung im Handelsregister der Firma ACM Architektencontor Magdeburg Aktiengesellschaft, HRB 111195 wurde am 21.06.2012 vorgenommen. Es handelt sich um Insolvenzen, Termine.“ Mir fiel besonders das Wort Insolvenz auf, erinnerte mich an die große Pleite der Baufirma ABC beim Bau des FAW-Schulbaus. Da sollte man genauer hinschauen. Auch das Konstrukt, der für den Bau in Woltersdorf gegründeten KT-Projekt Woltersdorf GmbH & Co KG macht mich nicht glücklich. Co KG nennen sich viele Firmen. CO KG bedeutet aber auch, bei einer Pleite der Firma, ist da nichts zu holen.)

Karl-Heinz Ponsel schien etwas irritiert und fragte, wie lange die Firma schon im Gespräch mit Herrn Langen sei. Herr Becker erklärte, seit dem 4. April 2014 und der Erstkontakt erfolgte im Februar 2014. Ponsel fragte dann nach dem Betreiber des Pflegeheims und bekam die Auskunft, es sei die Alexa Seniorendienste GmbH, Uhlandstraße 181-183 in 10623 Berlin. Weiter wollte Ponsel wissen, wer die Gewerbesteuer kassiere, Woltersdorf oder Berlin. Das konnte der Befragte nicht beantworten, nahm aber an, da das Stammhaus in Berlin sei, dass Berlin kassiere. Es wurde um Klärung gebeten.

Wolfgang Höhne (WBF) wies auf den bestehenden B-Plan hin und gab zu bedenken, dass die dortige Bevölkerung sicher Probleme mit der Höhe der Bauten und der Parkplatzsituation haben werde. Er schlug vor, dass der alte B-Plan über die vorgestellte Skizze gelegt werden sollte. Der Firmenvertreter erwiderte, es werden nur 18 Parkplätze benötigt. Erfreulich wäre, dass an die 75 Arbeitsplätze geschaffen würden.

Wilhelm Diener störte sich an der Optik der Betonklötze und meinte, wenn das Dach abgeschrägt würde, sehe die ganze Sache doch etwas gefälliger aus. Architekt Becker entgegnete, dass das aus wirtschaftlichen Erwägungen und einem sehr scharfen Heimgesetz nicht ginge, da die Räume im Dachgeschoss zu klein würden und die Bettenzahl reduziert werden müsste, was wiederum die Rentabilität des Hauses schmälern würde.

Stefan Bley (CDU/SPD) fragend, ob es richtig sei, dass Herr Becker und sein Kompagnon morgen zum Notar gingen und heute, ein paar Stunden zuvor ein OK von den Gemeindevertretern wolle. Herr Becker eierte etwas rum und murmelte das es hier Bedarf gibt und deshalb schon einmal das Grundstück gekauft werden müsse. (Anmerkung; immer, wenn beim Gespann Vogel, Langen, Gutjahr unaufschiebbare Eile ins Spiel kommt, frage ich mich, wieso, wieso so überfallartig, wieso unaufschiebbar, wieso ohne ausreichende Zeit zum Nachdenken und beraten. Ganz viele WIESO und keine Antwort. Transparente Arbeit der Verwaltung und Gemeindevertreter sieht, für mich, anders aus. Irgendwie riecht es, nein es stinkt etwas zum Himmel).

Margitta Decker war überrascht, dass es einen Bebauungsplan gibt, und würde gerne wissen, was dieser B-Plan überhaupt aussage. Zudem gehöre der B-Plan zu den Unterlagen. Edgar Gutjahr hielt ihr entgegen, dass es bereits aus dem 1. Bauausschuss ein Grobkonzept gibt, und auch der B-Plan läge in der Verwaltung und könne jederzeit dort eingesehen werden. (Anmerkung: Ein Grobkonzept wurde dort keinesfalls vorgestellt. Dort sagte Gutjahr, Zitat:“er stelle den Antrag die Beschlussvorlage der Fraktion LINKE/Grüne, erst einmal hintanzustellen und den neuen Interessenten, der am Berliner Platz altersgerechtes Wohnen plant, anzuhören. Er würde dieses Projekt Springeberg vorziehen“ und ließ über den Antrag der LINKEN/Grünen, Zurückstellung von Springeberg und Anhörung Berliner Platz abstimmen. Dieser Antrag wurde damals abgelehnt.“ Siehe Bauausschuss August Teil 2 mehr passierte nicht.

Herr Becker erklärte, dass der B-Plan vor 20 Jahren entstand. Jelle Kuiper gab Herrn Becker zu verstehen, dass er lediglich einen positiven Eindruck der Ausschussmitglieder mitnehmen könne, mehr nicht. Auch Reinhardt Hildebrandt (FDP/EB) meinte, dass damals lange um den B-Plan gerungen wurde und jetzt solle da eine halbe Stadt entstehen. Wolfgang Höhne wies noch einmal darauf hin, dass der B-Plan zu den Unterlagen gehöre. In dem B-Plan seien 25 Prozent als Grünfläche ausgewiesen. Der B-Plan war immer die Grundlage für alle die dort gebaut haben.

Teil 2 folgt

  1. G. Eggers

    In der Vergangenheit mußte ich leider feststellen, dass die Woltersdorfer Verwaltung zum Teil leichtsinnig mit potentiellen Investoren verhandelte.
    Bervor künftig überhaupt weiter mit der Firma ACM-Architektencontor Magdeburg AG gesprochen wird, erscheint es aus meiner Sicht zwingend erforderlich, zunächst einmal eine Schufa-Auskunft über die Firma einzuholen und bei der Durchführung des Projektes ggf. auf eine Bankbürgschaft zu drängen.

    Darüber hinaus kann es sicher nicht schaden, wenn die Verwaltung dem Bauauschuss einen aktuellen Handelsregisterauszug vorlegt. Diese werden inzwischen bequem per Post zugestellt und kosten um die 20 Euro.

  2. Auahenne

    zu Punkt 5: „Der Firmenvertreter erwiderte, es werden nur 18 Parkplätze benötigt“, ist m. E. nur eine abwärts geschätzte Zahl.
    Allein schon für die 75 Arbeitsplätze würden ca. 75 Parkplätze gebraucht werden. Dann kämen ja noch die vielen Besucher und Angehörigen pro Pflegebett hinzu. Also addieren wir zu den 75 noch ca. 120 Parkplätze hinzu, wenn die sich nicht alle vor die Grundstückseinfahrten der anderen Einwohner oder auf die engen Geh- oder Radwege stellen sollen. Das wären statt der angegebenen 18 schon mal 195 real benötigte Parkplätze. Hinzu kommen dann noch die ständigen Transport-, Zulieferer- und Dienstleistungsfahrzeuge, die alle nicht nur parken wollen, sondern auch das Verkehrsaufkommen auf unseren beschädigten und dem Verfall preisgegebenen Straßen erhöhen. Mal abgesehen von dem Baulärm und Staub einer Großbaustelle, käme dann ab er der zusätzlich Dauerstraßenlärm hinzu, den jedes errichtetes und genutztes neues Gebäude noch mit sich bringt. Ja ist das nicht alles für ein ca. 7.500-Einwohnerdorf ein paar Nummern zu groß ? Wollen die Woltersdorfer jetzt die Ablage von Groß-Berlin werden ? Sollen die alten Hausbesitzer jetzt so nach und nach aus ihren Häusern verjagt und in Heime entsorgt werden, oder wer soll da einziehen ? Hat denn das kleine Woltersdorf soviel Pflegeheimbedarf ? Hat denn das kleine Woltersdorf soviel ausgebildete, arbeitsuchende, deutschsprechende Facharbeitskräfte für ein deutsches Pflegeheimes ? Oder rechnet man vielleicht, wie schon im Moloch von Berlin und anderen Großstädten üblich, mit den angelockten, unterbezahlten, fremdländischen, sprachunkundigen „Fachkräften“ in den dennoch unbezahlbaren Altenheimen ?
    Doch warum muss es denn so ein überdimensionierter Massenabfertigungs- und Entsorgungsbetrieb in einem kleinen, noch rest-idyllischen Dorf sein ? Nur, weil man den Brandenburgischen Arbeitskräften einen niederen Tarif als den Westberlinern bezahlen braucht ? Aber dennoch die Pflegeplätze für Ostdeutsche mit den sinkenden Ostrenten nicht bezahlbar sein wird.

    Aber, auch das abgeholzte Wäldchen am Springeberg oder das illegal gerodete Wäldchen am Stolper Kiesweg dürften als sog. “kleineres” Bauplan-Übel keinesfalls “durch die Hintertür” in Bauland umgewandelt werden ! Solche vom Gemeindeamt geduldeten/unterstützen Freveltaten der Naturzerstörung wären ja für die hier lebenwollenden Kinder und Enkel irreparabel.

    1. Minerva McGonagall

      Naja, es wären ja nicht alle 75 Mitarbeiter 24 Stunden und 7 Tage die Woche da.
      Bestenfalls ein Drittel.
      Und ob es überhaupt zu so vielen Arbeitsplätzen käme, sei mal dahingestellt.

      M.

  3. Anon

    Super Bericht, danke dafür! Hast du eventuell auch die Möglichkeit Bilder von der geplanten Bebauung zu veröffentlichen?

    Es ging um den Kauf zweier Grundstücke Berliner Platz auf der rechten Seite.

    Wo ist denn die rechte Seite? Die Nordseite beim Netto?

    Wilhelm Diener störte sich an der Optik der Betonklötze und meinte, wenn das Dach abgeschrägt würde, sehe die ganze Sache doch etwas gefälliger aus.

    Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden, aber wer Satteldächer für grundsätzlich ästhetisch ansprechend hält… nunja.

    1. BerndWohlers Beitragsautor

      Ich kann nur wiedergeben, was die Herrschaften vortragen. Eine genauere Ortsbeschreibung gab es nicht. Die haben sie ja in den Unterlagen, wir die Zuhörer dagegen haben nichts, bekommen nichts, nicht einmal ausreichende Informationen. Ein Bild habe ich auch nicht Grund, siehe Satz 1. Ich habe den Artikel um einen Absatz und zwei Links erweitert, vielleicht schaust Du da noch einmal hin.

  4. Minerva McGonagall

    Mit Grundstücken sind Vogel und die Kommunisten immer schnell dabei.
    Die Kommunisten haben da eine gewisse Übung,
    schließlich haben sie auch zu Ost-Zeiten gern Immobilien in Woltersdorf und andernorts verschoben.
    Begünstigt wurden auch damals stramme Genossen
    und der ein oder andere Stasi-Oberst…
    oder wer sich sonst dem System angedient hatte oder als sog. „Kulturschaffender“
    bei Laune gehalten werden sollte.
    Die Seilschaften sind nach wie vor da –
    und vergesst nicht: nach der Wende haben sich die Stasi-Leute auch gern im Immobilienbereich breit gemacht, denn da hatten sie einen ziemlich guten Überblick.
    Was ist das für ein Senioren-Unternehmen ?
    Wer steckt dahinter ?
    Warum wird kein örtlicher Anbieter befragt,
    wo man Erfahrungen hat und sich ein Bild machen kann, wie die arbeiten ?
    Ist das auch schon wieder so eine linke Mauschelei ???

    M.

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