Bauausschuss Februar 2017 – Teil 8; Die Mehrzweckhalle

Punkt 12: Überlegungen zur Nachrüstung einer Belüftungsanlage in der Sporthalle auf dem Gelände Sport- und Freizeitanlagen Woltersdorf


Jelle Kuiper fand, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, über die 2013 nicht in die Sporthalle eingebaute Lüftungsanlage zu sprechen.

Kerstin Marsand ist der Meinung, dass, wenn es keine Anregungen aus den Reihen der Fraktionen gegeben hätte, diese Anlage untergegangen wäre, da die am 13. Februar 2013 erteilte Baugenehmigung nach 6 Jahre ihre Gültigkeit verliert. Es wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, zum Nachrüsten.

Ohne Belüftungsanlage sind Veranstaltungen bis 199 Personen möglich, darüber hinaus nur mit Anlage. Die Kosten, nur für den Einbau der Belüftungsanlage, werden mit 150 TE angesetzt, denn die Vorrichtungen wurden beim Bau der Halle durch den Architekten Gifhorn berücksichtigt. Weitere Kosten werden entstehen, da die komplette Ausstattung wie Fußböden, Tische, Bestuhlung und Raum für die Lagerung fehlen. Das nächste Problem entsteht, wenn in der Halle Großveranstaltungen stattfinden, muss für den Auf- und Abbau ein weiterer Tag hinzu gerechnet werden, sodass die Halle drei Tage für Vereine, Sportveranstaltungen oder Schulsport ausfällt. Ein weiteres Manko der Halle, die schlechte Anbindung an Bus oder Bahn. Das habe bereits dazu geführt, dass Veranstaltungen abgesagt oder gar nicht erst angefragt wurden.

Synke Altmann erklärte anhand ihrer Präsentation die jetzige Situation der Halle. Für das Jahr 2017 gebe es für fünf Großveranstaltungen Ausnahmegenehmigungen. Synke Altmann nannte drei davon, Schulfasching, Einschulung und das Musiktheater Nobel-Popel. Dazu komme im ersten Schulhalbjahr noch eine Buchungsauslastung von über 85 Prozent. Auch die Nachfrage nach Stunden für Training oder Sondernutzung zeigt steigende Tendenz, denn es kommen immer mehr Vereine dazu, wie z.B. Badminton, Basketball oder Fremdnutzung, durch Vereine aus anderen Gemeinden. Synke Altmann stellte nun ihre Sicht vor.

Für eine Nachrüstung spreche, dass damit der Bau der Mehrzweckhalle vollendet wäre und Veranstaltungen bis 500 Personen möglich wären. Ebenso die Preisgestaltung. Je schneller nachgerüstet wird, desto geringer werden die Baukosten, die im Moment bei 150 TE liegen.

Nachteile sieht Synke Altmann darin, dass weitere Anschaffungen wie Bodenbelag, Tische, Stühle, Licht und Lagermöglichkeiten. Die Halle habe eher den Charakter einer Sporthalle, da es an Stromversorgung, Cateringbereich und Abstellflächen fehle. Ein weiterer Nachteil wäre der Ausfall von zwei Tagen für Schulsport und Sportveranstaltungen. Die nächste Frage wäre dann die Personalfrage, da das momentane Personal dann nicht ausreiche. Allein nur für die Verlegung des Bodenbelages werden zwei Personen gebraucht. Dann kommen noch die Vorschriften. Laut VStättVO (Veranstaltungsstättenverordnung) wird bei über 199 Personen ein ausgebildeter Veranstaltungsleiter (z.B. Bühnenmeister oder Meister für Veranstaltungen) gebraucht. Weiter spricht die Infrastruktur, Anbindung an die Nahverkehr und Parkplatzmangel, dagegen.

Dann kam Synke Altmann noch einmal auf die Kosten zu sprechen, die zusätzlich zu den 150 TE für die Anlage, auf die Gemeinde zukämen. Für 500 verbindbare und feuerhemmend imprägnierte Stühle plus Stuhlwagen muss mit 10.795,00 Euro gerechnet werden. Der Bodenbelag aus Nadelfilzplatten kommt auf 32.010,00 Euro. Hinzu kommt noch ein Verlegenetz mit 1.946,00 Euro, zwei Transportwagen für die Platten von 1.928,10 und die Tische für Bankett bringen es noch einmal auf 14.190,75 Euro. Unterm Strich müssen auf die 150 TE noch einmal 61.887 Euro aufgesattelt werden. Die ganze Aktion kostet dann 211.887 Euro. Geld, das anderweitig dringender gebraucht würde, denn in der Turnhalle Vogelsdorfer Straße wurde im Januar 2017 der Hallenboden begutachtet mit dem Ergebnis, dass er stark defekt und verletzungsgefährdend wäre und bis 2018 unbedingt saniert werden müsse. Die Kostenschätzung beliefe sich auf 70 TE. Mit dem Kinderspielplatz auf der Sport- und Freizeitanlage sehe es auch nicht besser aus. Im Jahr 2015 wurden bereits die Schäden vorgestellt, die weiter vorangeschritten sind. Für diese Instandsetzung wurden nun 49 TE geschätzt. Der Kunstrasenplatz mit einer 100 prozentigen Nutzung muss ebenfalls längerfristig erneuert werden, ebenso die Tartanbahn mit einer Haltbarkeit zwischen 2 bis 5 Jahren. Die Kostenschätzung für den Kunstrasenplatz kommt auf 250 TE und die Tartanbahn auf 50 TE. Das ergibt zusammen 419 TE, und wenn nun noch die 211.887 Euro dazukommen, dann steht in den nächsten fünf Jahren eine Gesamtsumme von 630.887 Euro zur Disposition.

Jelle Kuiper empfand die Meldung von der Turnhalle alarmierend. Synke Altmann erklärte, dass darüber schon mit Kerstin Marsand gesprochen wurde.
Stefan Bley fragte nach den Wartungskosten so einer Belüftungsanlage. Er hörte, dass sie sich etwa auf 1.500 Euro im Jahr belaufen würden.

Kerstin Marsand erklärte nun, dass die damalige Baugenehmigung nur für eine Sporthalle galt nicht für eine Mehrzweckhalle und deshalb eine Lüftungsanlage nicht erforderlich gewesen sei. Jens Mehlitz murmelte, dass wohl in Gedanken mit einer Mehrzweckhalle geplant wurde, die dann dem Rotstift zum Opfer fiel.
(Anmerkung: Die wurde nicht in Gedanken, sondern recht real geplant und dann gestrichen).

Karl-Heinz Ponsel trug noch dazu bei, dass, wenn UW damals schon mit am Tisch gesessen hätte, diese den Bau nicht mitgetragen hätten. Heinz Vogel fragte sich, ob die Belüftungsanlage sich irgendwann amortisieren würde, betonte aber gleichzeitig, dass die Belüftungsanlage gebraucht würde, da Woltersdorf nicht zu einer Schlafstadt verkommen solle, sondern ein pulsierender Ort bleiben soll.
(Anmerkung: das mit dem Pulsieren ist wohl ein bißerl weit hergeholt).

Jelle Kuiper meinte nun, dass alle Fraktionen im stillen Kämmerlein die Sache noch einmal für sich prüfen sollen.

Punkt 2.1 aus dem nicht öffentlichen Teil: „Beschlussempfehlung zur Vorbereitung eines Erbaurechtsvertrags BV 08_2017“
Ein sehr eigenartiger Punkt. Er wurde aus dem nichtöffentlichen Teil ans Licht gezerrt. Kerstin Marsand eierte rum, da es sich um das Lagergrundstück der GWG Am Sportplatz handeln würde. Das Bauordnungsamt hatte festgestellt, dass aufgrund der Größe des Lagerplatzes dieser nicht mehr ohne Baugenehmigung betrieben werden dürfe. Da die Halle am Berghofer Weg aus allen Nähten platzen würde, hatten sie Verhandlungen mit dem Bauordnungsamt geführt, eine Halle auf dem Grundstück Am Sportplatz zu errichten. Das Bauordnungsamt hat abgewinkt, ohne Baugenehmigung ginge nichts. Es ging so noch ein Weilchen weiter, aber dann kamen Vertragskonditionen ins Spiel und Kerstin Marsand meinte, dass das nicht mehr in der Öffentlichkeit besprochen werden könne.
Nach einer kurzen Debatte verschwand der Punkt wieder im nichtöffentlichen Teil.

Was dann kam, war reine, pure, echte Provinzposse. Die Besprechung der nächsten Tagesordnung der Sondersitzung am 4. April. Eigentlich war die klar, bis Jelle Kuiper noch weitere Punkte nachträglich in die Tagesordnung unterbringen wollte. Etwas, das nicht geht, weil die Tagesordnung für die Sondersitzung zu Beginn der Sitzung bereits festgelegt wurde. Ich möchte an dieser Stelle abbrechen, denn das nun ablief war keinem normalen Menschen mehr zuzumuten.

Teil 8/8