Zweiter Woltersdorftag


Heute, Samstag, der große „Planet“ heizt, was er nur kann, die Luft ist gesättigt mit Wasser, jeder Fetzen am Leib ist zu viel. Zwei Veranstaltungen locken zur gleichen Zeit: der Woltersdorftag und ein Fest im Kalkbergwerk mit einer Sprengung als Showeinlage. Wir sind zum Rathaus gegangen, schon von Weitem war Christoph Albert zu hören, der den Woltersdorftag moderierte.

Als Erstes fiel mir auf, diese durchsichtigen Riesenbälle in denen Kinder über die Fluten eines Planschbeckens trudelten fehlte dieses Jahr, dafür war stand dort ein aufblasbares Plastikgebilde in denen der Nachwuchs umherhopsen konnte. Kräftige Kerle zogen um die Wette eine Straßenbahn durchs Gelände, der Andrang an Zuschauern war deutlich weniger als im letzten Jahr. Überhaupt lief die Vorstellung ruhiger ab, es schienen mir auch weniger Aussteller als im vorherigen Jahr dort zu sein. Weniger Besucher waren es allemal, die sich an den Ständen drängelten. Wir kannten ja schon alles vom letzten Mal, die gleichen Firmen stellten aus, der Moderator gab sich redlich Mühe, nur wen reißen Sprüche über Abluft und Entfernung von Fettrückständen vom Hocker? Nee, da stand der Christoph bei allem persönlichen Einsatz und lockeren Reden auf verlorenem Posten.

Aktiv, mitten auf dem Rathausplatz, ackerten die Fluglärmgegner, bewundernswert, wie sie dort standen, überzeugt von ihrer Mission und für eine längst verlorene Sache kämpften. Obwohl wir ihrer Argumentation nicht folgen mochten, schafften sie es, dass wir unsere Unterschrift gaben. Dort sahen wir auch noch, nur die Rückansicht, unseres Grünen Vielfliegers, der sich allzeit den Lärm beschwert, den andere Vielflieger über sein Haupt veranstalten, wenn er denn mal nicht fliegt.

So schlenderten wir durch die Reihen, dahin ein Nicken und dorthin ein „Hallo“, es war ein Tag Bekannte zu treffen, beim Fleischer eine Bratwurst zu ordern, ein Schlückchen zu trinken, an einer Eiswaffel zu lutschen, jenseits vom Stress des Alltags. Auf den Tischen der Aussteller entdeckte ich kleine Geschenke wie Bonbons und Gummibärchen für die Kleinen. Mich muss der Zahn der Jahrzehnte auch ganz schön geschrumpft haben, denn an einem der Stände „Solar Berndt“ drückte mir der Gefährte von Frau Berndt ein Schächtelchen mit Smarties in die überrascht zugreifende Hand. Ein Blick in sein grinsendes Gesicht offenbarte mir, er kannte mich und ebenfalls meine Schreibe über erneuerbare Energien. Danke für das Süße, ich hab’s einem Kind weitergereicht. Dabei eine leichte Verbesserung, Frau Berndt und Christoph Albert talkten so vor sich hin über Sonne, Heizung und Dachdecker, da spricht Frau Berndt doch über die Schwierigkeiten der Branche und die haarige Konkurrenz aus Fernost und versteigt sich dann zum Statement, das chinesische Module nicht die Lebensdauer wie unsere Germanische Edelware erreicht. Ganz so ist es nicht, deutsche Module sind nach 20 Jahren hin und chinesische nach 365 Tagen multipliziert mit 20. Beide Sorten können aber theoretisch auch den 30ten Geburtstag erreichen. Aber es war ja ein Festtag und da schauen wir mal nicht so genau aufs Gesagte.

In der Mitte zwischen 17:00 und 18:00 Uhr begann der Abbau und wir machten uns von dannen. Dieser zweite Woltersdorftag war deutlich ruhiger als der Erste, dennoch eine schöne Gelegenheit sich zu treffen.

Zum Ersten Woltersdorftag 2011